Die erfreuliche Konjunkturlage in Deutschland hat sich in den vergangenen zwölf Monaten positiv auf die Entwicklung von Unternehmens- und Privatinsolvenzen ausgewirkt. Zu den Gewinnern gehört auch das Handwerk, vor allem das Baugewerbe zeigt sich im Aufwind.
Bundesweit sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 5,8 Prozent auf insgesamt 30.200 Fälle (Vorjahr 32.060). Auch die Verbraucher profitierten von der günstigen Konjunkturentwicklung. Die Zahl der Insolvenzen sank um 6,1 Prozent auf 103.200 Fälle (Vorjahr 109.960).
Unter dem Strich bleibe die Insolvenz in Deutschland aber ein Massenphänomen, resümierte die Creditrefom bei der Vorstellung der Zahlen. Seit der Einführung der Insolvenzordnung für Privatpersonen 1999 haben bereits mehr als 800.000 Deutsche Insolvenz angemeldet.
Das Verarbeitende Gewerbe (minus 14,1 Prozent; 2.430 Fälle) und das Baugewerbe (minus 13,3 Prozent; 4.310 Fälle) verzeichnen einen überdurchschnittlich starken Rückgang der Insolvenzen. Im Handel liegt das Minus mit 6,3 Prozent (6.200 Fälle) im Bereich des gesamtwirtschaftlichen Durchschnitts. Im Dienstleistungssektor wurden 17.260 Insolvenzen registriert (minus 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Die Insolvenzquote, das heißt, die Zahl der Insolvenzfälle je 10.000 Unternehmen, ist im Baugewerbe (123; Vorjahr: 145) am höchsten und im Verarbeitenden Gewerbe (67; Vorjahr: 77) am niedrigsten. Stark verringert hat sich das Insolvenzgeschehen in den Branchen Maschinenbau, Textilindustrie, Kunststoffindustrie, Kfz-Handel und Herstellung von Metallerzeugnissen. Zuwächse wurden in den Bereichen Tiefbau, Gesundheitswesen, Wach- und Sicherheitsdienstleistungen, Friseur- und Kosmetiksalons sowie Post- und Kurierdienste registriert.
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