Samsung Xcover – das Handwerker-Handy - Handy, Computer und mehr - deutsche handwerks zeitung

Handy, Computer und mehr - 27.02.2012

Praxischeck

Samsung Xcover – das Handwerker-Handy

Ein Smartphone für Handwerker, die viel im Außeneinsatz unterwegs sind, sollte nicht nur optisch etwas her machen, sondern auch praktisch und robust sein. Ob das von Samsung als Outdoor-Smartphone beworbene Galaxy Xcover hält was es verspricht, verrät der DHZ-Praxischeck. - Von Steffen Guthardt

Samsung
Wasser und Schmutz können dem Samsung Galaxy Xcover mit IP67-Zertifizierung nichts anhaben.

DHZ bewertet
positiv negativ
Gehäuse
Akku
Auflösung
Leistung
Speicher
Kamera

Schon auf den ersten Blick wird klar: Wer einen mobilen Begleiter sucht, der zum edlen Maßanzug oder der sündhaft teuren Sonnenbrille passt, wird mit dem Galaxy Xcover nicht glücklich werden. Unser Testgerät kommt in einer grellen Kombination aus orange und schwarz daher und erweckt damit auf Anhieb einen jungen und sportlichen Eindruck.

Das Gerät lässt sich problemlos in einer Hand halten. Ein Blick auf das Datenblatt verrät: Mit einer Länge von 12,2 cm, einer Breite von 6,6 cm und einer Tiefe von 1,2 cm sticht das Xcover nicht sonderlich aus dem Smartphone-Markt heraus. Wer es größer mag, findet zum Beispiel im Samsung Galaxy Note (siehe DHZ-Praxischeck) oder dem HTC Sensation XL Alternativen. Die geriffelte Rückseite schmiegt sich hervorragend in die Hand und verhindert zugleich, das einem das Smartphone in Eile aus der Hand rutschen könnte, wie bei so manchen Konkurrenzmodellen. Hier zeigt sich zum ersten Mal, wieso Samsung das Xcover als Outdoor-Handy anpreist.

Kratzfest und wasserdicht

Der zweite Hinweis findet sich ebenfalls auf der Rückseite. Um das Gerät zu öffnen und damit an den Akku und die Sim-Karte zu gelangen, sind entweder lang Fingernägel oder ein Schraubendreher nötig – Handwerker kommen hier voll auf ihre Kosten. Der Sinn hinter der Schraube ist jedoch eher, dass das Handy bei einem Sturz nicht in seine Einzelteile zerfällt und Staub und Schmutz schwieriger in das Innenleben des Gerätes eindringen können. Auch sonst wirkt das Xcover durchdacht verarbeitet. Hier ruckelt und knarzt einfach nichts. Das 3,7 Zoll große Display auf der Vorderseite ist ebenfalls für den Außeneinsatz gerüstet. Samsung verwendet hier widerstandsfähiges Sekuritglas, dem im Praxischeck auch heftiges Kratzen mit einem scharfkantigen Schlüssel nichts anhaben kann.

Auch unter Wasser macht das Xcover eine gute Figur und das technische Innenleben übersteht einen Einsatz in strömendem Regen oder auch zu Hause in der Badewanne unbeschadet. Das Datenblatt bestätigt, dass Samsung hier keine falschen Versprechungen macht. So besitzt das Xcover eine IP67-Zertifizierung und ist somit auch amtlich staubdicht und wasserresistent.

Technisch nur Mittelklasse

Während die äußeren Werte also voll überzeugen können, stellt sich leichte Ernüchterung beim Einschalten des Geräts ein. Mit einer Auflösung von nur 320 x 480 Pixeln ist die Darstellung auf dem Display nicht gerade eine Augenweide. In dieser Hinsicht kann das Xcover mit Referenzgeräten wie dem Galaxy Nexus, dem iPhone 4S oder dem HTC Sensation XL nicht annähernd mithalten. Allerdings spielt das Xcover auch preislich in einer anderen Liga. Bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 349 Euro ist das Gerät auf dem Markt inzwischen schon für etwa 200 Euro zu bekommen. Damit zahlen Sie weniger als die Hälfte im Vergleich zu den Top-Geräten von Apple, HTC & Co.

Gespart hat der koreanische Elektronikkonzern offenbar vor allem an der technischen Leistung des Xcover. Neben der mäßigen Bildauflösung, die bei einem seitlichen Blickwinkel noch schlechter wirkt, liegt das Arbeitstempo eben nur im Bereich eines Mittelklassegeräts. Während das Scrollen durch die Menüs relativ verzögerungsfrei gelingt, gönnt sich das Xcover beim Starten von Programmen oder dem Surfen im Internet schon mal eine kurze Denkpause. Das drückt sich auch in den technischen Daten aus. Der Prozessor unter der Haube werkelt mit 800 Mhz. Zum Vergleich: Das Samsung-Flagschiff Galaxy S2 weist einen Doppelkern-Prozessor mit 1,2 GHz auf.

Auch nicht gerade üppig fällt der interne Speicher aus. Die 438 MB reichen gerade einmal für ein paar Bilder, Videos und Fotos. Wer eine größere Sammlung mit sich rumtragen möchte, kann den Speicher jedoch über eine externe Micro-SD-Karte auf bis zu 32 GB aufrüsten.

Freuen dürften sich Outdoor-Freunde über die Kamera an Bord, die trotz ihrer mittelmäßigen Auflösung von 3,2 Megapixeln annehmbare Bilder schießt. Der LED-Blitz lässt auch Aufnahmen im Dunkeln bis zu einem Abstand von etwa zwei Metern zum Objekt gelingen und kann zur Taschenlampe umfunktioniert werden. Eine hochwertige Kompaktkamera kann das Xcover allerdings nicht ersetzen.

Wer viel im Außendienst unterwegs ist, braucht auch einen durchhaltenden Akku. Hier unterstreicht das Xcover seine Outdoor-Qualitäten und punktet mit einer Standby-Zeit von bis zu 34 Tagen. Immerhin einen vollen Arbeitstag hält das Handy noch durch, wenn ohne große Pausen telefoniert, gesurft oder gespielt wird.

Fazit

Das Samsung Galaxy Xcover eignet sich für jeden, der viel mit seinem Handy unterwegs ist und einen robusten Begleiter sucht, dem Wind und Wetter wenig anhaben können. Kratzfest, staub- und wasserresistent – in diesen Belangen erfüllt Samsung die Erwartungen voll und ganz und ist damit eine ernste Alternative zum Defy+, dem Outdoor-Smartphone von Motorola. Wer hingegen ein Designer-Gerät mit Highend-Ausstattung sucht, ist mit dem XCover nicht gut bedient und muss deutlich tiefer in die Tasche greifen.

 

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Schlagwörter: Handy | Smartphone
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