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Aktion auf der IHM 2012 "E-Check": Leser fragten – Experten antworteten

In Kooperation mit dem Münchener Verein führte die Deutsche Handwerks Zeitung auf der Internationalen Handwerksmesse in München die Aktion "E-Check" durch. Dabei erklärten Experten, wie eine sichere Elektrik im Betrieb hilft, versicherungskosten zu sparen. Die DHZ-Leser konnten im Vorfeld Fragen dazu schicken, die dann vor Ort auf der Messe von Experten beantwortet wurdden. Hier die Antworten im Überblick.

Was ist "E-Check"?

Hans Werner Baumgärtler, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes für das Bayerische Elektrohandwerk: "Der E-Check ist die offizielle Prüfplakette für elektrischen Anlagen und Geräte in privaten, wie auch in gewerblich und öffentlich genutzten Gebäuden. Der E-Check sorgt für Gewissheit, dass Ihre geprüften Elektrogeräte und die gesamte Elektroinstallation den aktuellsten Sicherheitsstandards entsprechen."

Welche Elektrogeräte betrifft das?

Baumgärtler: "Geprüft wird die komplette Elektroinstallationstechnik eines Gebäudes – also von den Leitungen in der Wand bis hin zu den Steckdosen und Sicherungen. Ergänzend natürlich die elektrischen Geräte, die betrieben werden, wie zum Beispiel im Privathaushalt Kaffee- und Waschmaschine bis hin zum Bügeleisen und bei Handwerksbetrieben gilt das für Kleinstelektrogeräte, wie der PC und Kopiermaschine im Büro bis hin zu Bohrmaschinen und sonstigen elektrischen Werkzeugen."

Wie wird der E-Check gemacht?

Baumgärtler: "Sie können sich an ihren ortsansässigen Elektro-Innungsbetrieb wenden und einen Termin ausmachen. Der Elektroinstallateur kommt dann mit speziellen Messgeräten und Werkzeugen zu Ihnen. Umfang und Kosten der Prüfung sind abhängig von der Größe der Anlage und Anzahl der Geräte, die geprüft werden müssen. Für eine normale Drei-Zimmer-Wohnung fallen etwa 150 bis 200 Euro an. Ganz nebenbei gibt es bei der Prüfung noch hilfreiche Tipps vom Fachmann, wie man zukünftig die Sicherheit verbessern und Energie sparen kann. Weitere Informationen gibt es unter e-check.de."

Wie viel Versicherungsbeitrag kann man mit dem E-Check sparen?

Peter Umkehr, Vorstandsbevollmächtigte für das Handwerk der Münchener Verein Versicherungsgruppe: "Eine Privatperson spart mit dem E-Check beim Münchener Verein zehn Prozent bei Hausrat- und Wohngebäudeversicherung. Handwerksbetriebe sparen zehn Prozent Versicherungsbeiträge in der Betriebs-Haftpflicht- und zehn Prozent in der Geschäfts-Inhaltsversicherung. Da kommt schnell ein hoher Betrag zusammen – im Beispiel spart der Schreiner über 1.700 Euro in zehn Jahren allein bei der Geschäfts-Inhaltsversicherung."

Beispiel: Schreinerei –Geschäfts-Inhaltsversicherung

Bauschreiner mit bis zu zehn stationären Maschinen Bauartklasse I, PLZ 80336, Versicherungssumme: 450.000 EUR
Feuer, Einbruch/Diebstahl, Leitungswasser, Sturm

Beitrag netto 2.873,03 EUR

- Handwerkernachlass 718,27 EUR

- Innungsnachlass 258,56 EUR

- E-Check-Nachlass 170,65 EUR


- Laufzeit 3 Jahre 153,59 EUR

Bruttobeitrag jährlich
(inkl. Versicherungssteuer) 1.595,26 EUR

Umkehr: "Die Durchführung der E-Check Prüfung hat neben Ersparnissen bei den Versicherungsbeiträgen weitere versicherungsrelevante Aspekte: Im gewerblichen Bereich besteht eine gesetzliche Pflicht zur regelmäßigen Überprüfung der elektrischen Anlagen und Geräte. Unternehmer müssen generell auch zum Schutz ihrer Arbeitnehmer eine Gefährdungsanalyse der elektrischen Werkzeuge, Geräte, Maschinen oder Anlagen vornehmen und Pläne zur Überprüfung erstellen und natürlich Überprüfungen regelmäßig durchführen. Im Schadensfall kann mit Hilfe des dokumentierten E-Check der einwandfreie Zustand der elektrischen Anlagen gegenüber Gewerbeaufsichtsämtern, Berufsgenossenschaften, Versicherungen und Vermietern nachgewiesen werden."

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