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Arbeiten trotz Rentenalter Immer mehr Ruheständler arbeiten weiter

Die Zahl der Beschäftigten, die auch jenseits der gesetzlichen Altersgrenze noch arbeiten, steigt immer weiter an. Doch warum ist das so?

Wer mit 67 Jahren in den Ruhestand tritt, möchte eigentlich die wohlverdiente Freizeit genießen. Doch ein neuer Trend sagt anderes: Immer mehr Rentner arbeiten auch jenseits der gesetzlichen Altersgrenze. Das zeigen Daten der Bundesagentur für Arbeit, aus denen die Frankfurter Allgemeine zitiert. Dabei scheinen die arbeitenden Senioren die zusätzliche Arbeit wirtschaftlich gar nicht nötig zu haben.

Mehr Ruheständler als je zuvor arbeiten weiter

Laut Bundesagentur für Arbeiten sollen im vergangenen Jahr erstmals mehr als 200.000 Ruheständler eine sozialversicherungspflichtige Arbeit ausgeübt haben. Dies ist ein Anstieg um 52 Prozent seit dem Jahr 2011. Gemessen an gut acht Millionen Menschen im Alter zwischen 65 und 75 Jahren ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwar nur ein geringer Anteil. Allerdings gingen laut Arbeitsagentur noch weitere 899.955 Menschen im Rentenalter einem Minijob nach. Dies entspricht einem Anstieg um 16 Prozent innerhalb der vergangenen fünf Jahre.

Viele Senioren üben eine selbständige Tätigkeit aus

Darüber hinaus üben auch viele Senioren eine selbständige Tätigkeit aus. Das zeigen Daten des europäischen Statistikamtes Eurostat. Demnach gab es in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt 350.000 Selbständige im Alter von 65 bis 74 Jahren. Dies sind etwa 100.000 mehr als vor fünf Jahren, was einem Anstieg um 40 Prozent entspricht. In der Regel handelt es sich dabei nicht etwa um langjährige Berufsunternehmer, die keinen Nachfolger für ihr Unternehmen finden, sondern tatsächlich um Rentner, die auch im Ruhestand aktiv sein wollen. Dabei sind etwa zwei Drittel der unternehmerisch tätigen Senioren Selbständige ohne Angestellte.

Vor allem höher gebildete Senioren arbeiten

Eine im Jahr 2016 von der Regierung vorgelegte Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen zeigte, dass unter den arbeitenden Senioren sehr viele höher Gebildete sind. Daneben enthält sie den Hinweis, dass sich ein ebenfalls stark steigender Anteil der Alten ehrenamtlich betätigt.

Rentner arbeiten nicht aus Not, sondern zum Zeitvertreib

Entgegen einer oft geäußerten Vermutung deutet wenig darauf hin, dass die Ruheständler vor allem deswegen arbeiten, weil ihr Alterseinkommen sonst nicht ausreicht. So hat schon eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung für das Jahr 2011 gezeigt, dass das mittlere Haushaltsnettoeinkommen der erwerbstätigen Senioren 2.000 Euro im Monat beträgt. Davon entfielen 700 Euro auf den Arbeitsverdienst.

Senioren arbeiten unter anderem als Taxifahrer, Hausmeister und Briefzusteller

Bild.de zeigt eine Aufstellung der Bundesagentur für Arbeit aus dem Jahr 2016 mit den beliebtesten Berufen der arbeitenden Senioren. dhz/aro

Top 10 der Berufe Zahl der arbeitenden Rentner
Bürohelfer und Sekretärin 125.279
Reinigungsjobs 105.586
Hausmeister 74.367
Paket-/Briefzusteller 54.146
Verkäufer 42.632
Lagerarbeiter 41.797
Busfahrer 39.332
LKW-Fahrer 29.830
Wachmann 23.419
Taxifahrer 22.947
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