Der Deutsche Nutzfahrzeugpreis hat seinem Ruf als Veranstaltung für Praktiker auch in diesem Jahr wieder alle Ehre gemacht. Obwohl die Handwerker zum Testen von Doppelkabinen mit Pritsche nach Bad Wörishofen gekommen waren, konnten sie auch erste Fahrversuche mit rein elektrisch betriebenen Transportern unternehmen.
Geschrieben und geredet wird viel über Elektromobilität. Praktische Erfahrungen mit E-Autos sind hingegen selten. Beim Testwochenende zum Deutschen Nutzfahrzeugpreis hatten die Veranstalter eine Sonderschau zum Thema organisiert, bei der vier elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge auf eine Probefahrt warteten: Ein Renault Kangoo Z.E., zwei Mercedes-Benz Vito E-Cell und ein Renault Maxity Electric, alle in Begleitung kompetenter Fachleute der Herstellerfirmen. Die nehmen denn auch den ersten neugierigen Handwerkern die Scheu und schon bald sind alle „Stromer“ unterwegs durchs Unterallgäu.
Auf dem ersten Blick ist alles ganz normal. Der Schalthebel unterscheidet sich nicht von dem eines Fahrzeugs mit Automatikgetriebe, auch die Kupplung fehlt. Nur der Blick auf die Instrumententafel im Cockpit weist Unterschiede auf. Und die sollte jeder auf seiner ganz persönlichen Jungfernfahrt im Elektro-Auto im Blick behalten. Denn nachdem der Zündschlüssel bis zum Anschlag auf Start gedreht wurde, tut sich – nichts.
Keine Vibration erinnert an einen anspringenden Motor, kein Geräusch deutet darauf hin, dass das Fahrzeug startbereit ist. Doch im Display des Kangoo signalisiert eine grüne Lampe „Go“. Im Vito stellt sich der Zeiger der rechten Armatur senkrecht auf den Nullpunkt. Beim Tritt aufs Gaspedal bewegt sich nicht nur der Transporter, sondern auch der Zeiger nach rechts. Jetzt wird Strom verbraucht. Wird gebremst, wandert der Zeiger in den linken Bereich. Die Bremsenergie wird zurück in Strom verwandelt und speist damit die Batterie.
Ganz so einfach ist die Sache natürlich nicht. Aber dass die Elektroautos funktionieren, davon konnten sich die Tester aus dem Handwerk überzeugen. Das Allgäu haben sie bei ihren kleinen Spritztouren jedenfalls nicht mit Abgasen verpestet. ste
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