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Fortschritt im Unternehmen Ideen entwickeln und umsetzen: Neun Tipps für kleine Betriebe

Betriebe können oft schon durch kleine Veränderungen ein Stückchen weiterkommen - das gilt für kleine wie große Unternehmen gleichermaßen. Häufig erkennen Mitarbeiter Verbesserungspotenzial - trauen sich aber nicht ihre Vorschläge kundzutun. Neun Tipps, wie Unternehmer ein ideenoffenes Umfeld schaffen.

Ideenmanagement – ein großer Begriff, vor dem kleine Betriebe nicht zurückschrecken sollten. Denn dahinter verbirgt sich der Schlüssel, wie Unternehmer ein ideenoffenes Umfeld für ihre Mitarbeiter schaffen können. Und Ideen bringen den Betrieb voran.  Dabei müssen es nicht immer die bahnbrechenden Änderungen sein. "Besser ist es, häufig kleine Verbesserungen umzusetzen, als einmal den ganz großen Schritt zu machen", sagt Kommunikationsberaterin Ulrike Führmann.

Damit Angestellte aber überhaupt neue Ideen entwickeln, können Vorgesetzte etwas tun. Das Unternehmen muss Kreativität als Aufgabe verstehen und Beschäftigten auch genügend Freiraum dafür einräumen. Die Kommunikation gegenüber den Mitarbeitern ist wichtig: Ideen sind willkommen. "Es ist erwiesen, dass für ein innovatives Umfeld, eine vertrauensvolle Atmosphäre grundlegend ist", sagt Führmann. Letztendlich entscheidet das darüber, ob sich ein Mitarbeiter traut, Verbesserungsvorschläge zu machen.

Ziele definieren

Denkbar sind etwa regelmäßige Treffen in ungezwungener Atmosphäre, bei denen der Chef die Mitarbeiter zum Brainstorming einlädt. "Alle Beteiligten sollten aber vorab die Themen kennen, um sich erste Gedanken dazu zu machen", erläutert die Kommunikationsberaterin. Das klassische Brainstorming aus dem Stehgreif, wie man es früher kannte, sei nicht mehr zeitgemäß. Es sollte also auch klar sein, welche Ziele mit neuen Ideen verfolgt werden sollen. Geht es um neue Produkte, um Verbesserungen beim Kundenservice oder der internen Arbeitsabläufe?

Dennoch sind in solchen Runden auch zunächst abwegig scheinende Ideen erlaubt: "Was müsste passieren, dass die Kunden absolut nicht mehr bei uns kaufen?", sei eine Frage, die durchaus Potenzial für Verbesserungsideen in sich birgt. Aber: "Der Chef muss sich bei solchen Treffen zurückhalten", sagt die Beraterin. Sonst könnte es sein, dass sich gerade zurückhaltende Mitarbeiter nicht zu Wort trauen.

Meinungen von außen einholen

Um für Angestellte transparent zu entscheiden, sollten vorab bestimmt Kriterien festgelegt werden, nach denen Ideen ausgewählt werden. Das kann gemeinsam im Team passieren oder aber der Chef alleine vorbereiten. Bei der Auswahl der Ideen gilt es dann,  das Bauchgefühl in Kriterien zu übersetzen – und das ist manchmal gar nicht so einfach.

Wird ein Vorschlag aufgegriffen, ist es wichtig, immer das Ziel vor Augen zu haben. Den Mitarbeitern – vor allem denjenigen, von denen die Idee stammt - sollte der Chef regelmäßig über den Stand der Dinge berichten. Während der Entwicklungsphase ist es zudem sinnvoll, Feedback von außen einzuholen, beispielsweise von Stammkunden. "Entwickeln Bäcker ein neues Produkt, sollten sie es von Stammkunden testen lassen, die dann schnell Rückmeldung geben können", gibt Führmann ein Beispiel. "Das könnte man auch gleich mit einem Event verbinden und eine Marketingaktion daraus machen."

Für Vorschläge offen sein

Unternehmer sollten zudem die kreativen Mitarbeiter im Betrieb identifizieren. Denn braucht es für eine bestimmte Problemstellung eine neue Idee, sei es durchaus legitim, auf die Angestellten direkt zuzugehen – ohne aber Druck auf sie aufzubauen. "Ideen brauchen Luft", betont die Kommunikationsberaterin. Vor allem Zeitdruck sei kontraproduktiv. Zwar könne es durchaus passieren, dass sich einzelne Beschäftigte dadurch zurückgewiesen fühlen. "Das muss dann auf andere Art wettgemacht werden", sagt Führmann. Die Voraussetzung dafür: Eine vertrauensvolle Atmosphäre im Betrieb.

Auch wenn Beschäftigte von selbst mit Ideen auf den Betriebsinhaber zukommen, ist es wichtig, dass er für Vorschläge offen ist - selbst wenn sie nicht bahnbrechend sind. Wichtig ist es dann vor allem, zeitnah Feedback zu geben. Lehnt der Chef einen Vorschlag ab, muss er das gut begründen.

Das absolute "No-go": Die Mitarbeiter um Ideen bitten, wenn der Chef die Lösung eigentlich schon kennt und die Vorschläge der Angestellten ohnehin nicht umgesetzt werden. Führmann nennt das "Schein-Ideen". Das schafft Frustration bei den Beschäftigten und wirke einem ideenoffenen Umfeld entgegen. sch

Neun Tipps im Überblick

1. Viele kleine Schritte sind meist besser, als ein großer.

2. Den Mitarbeitern kommunizieren: Ideen sind willkommen.

3. Kreative Mitarbeiter identifizieren.

4. Regelmäßige Treffen in ungezwungener Atmosphäre, um Ideen zu entwickeln.

5. Ziele klar definieren.

6. Auswahlkriterien festlegen.

7. Feedback von außen einholen.

8. Mitarbeitern zeitnah Feedback geben.

9. Keine "Schein-Ideen" einfordern.

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Wolfgang Haug

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