Stuttgart -

Wenn Könner gründen Hingucker für Kopf und Haar

Modistin Anika Roll (24), Siegerin im Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks, hat mit Hüten und Accessoires den Weg in die Selbstständigkeit gefunden.

Hingucker für Kopf und Haar
Kreativwerkstatt: Modistin Anika Roll fertigt ausgefallene Hüte, Mützen und Accessoires an und verkauft ihre Kreationen übers Internet. -

Sie ist jung, sie ist kreativ und sie ist Deutschlands beste Hutmacherin: Anika Roll (24) aus Esslingen wurde am Stuttgarter Staatstheater zur Modistin ausgebildet und gewann im ver­gangenen Jahr den Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks. Mittlerweile hat sich die Gesellin selbstständig gemacht und verkauft Hüte, Mützen und Kopfschmuck aller Art im Internet.

Ausbildung am Theater

Hingucker für Kopf und Haar
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Die praktische Arbeit in der Modisterei gefiel Roll so gut, dass sie nach Ende ihres Praktikums am Staatstheater blieb und ihr handwerkliches Talent in die Tat umsetzte: Ihre Studienpläne verschob sie und begann eine dreijährige Ausbildung zur Modistin. Fortan gestaltete sie den Kopfschmuck für die verschiedenen Theaterstücke – und war stolz, als ihre Kreationen zum ersten Mal vor hunderten Zuschauern auf der Bühne zu sehen waren. Doch nicht alle Arbeiten bekam das Publikum zu sehen: Manchmal verhinderten schon winzige Abweichungen vom geplanten Modell einen Einsatz auf der Bühne. "Dann landete der Hut im großen Kostümfundus oder wurde verkauft", erklärt Roll. Und machte dann eben keinen Schauspieler auf der Bühne, sondern einen Hutträger auf der Straße glücklich.

Headpieces und Fascinators

Nach Abschluss ihrer Ausbildung hat sich Roll selbstständig gemacht – und spätestens seit ihrem Triumph beim Leistungswettbewerb ist ihre Telefonnummer gefragt wie nie. Viele Freunde und Bekannte rufen an, weil sie eine Mütze oder ein Accessoire, das man nicht überall im Laden kaufen kann, in Auftrag geben möchten. In ihrer Wohnung hat sich die Esslingerin ein eigenes Arbeitszimmer eingerichtet, in dem sie auch "Headpieces" kreiert – Hingucker fürs Haar also, bei dem viel Draht und Metall zum Einsatz kommt.

Hingucker für Kopf und Haar
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Auch sogenannte "Fascinators" fertigt Roll an: "Die stecken sich zum Beispiel Prominente beim Pferderennen oder auf dem roten Teppich ins Haar." Die Vorlage zu Rolls Gesellenstück schmückte ebenfalls eine Frau von Welt: Der berühmte schwarze Strohhut mit weißer Schleife ist jenem nachempfunden, den einst ihre Lieblingsschauspielerin Audrey Hepburn aus "Frühstück bei Tiffany" trug.

Verkauf übers Internet

Vielleicht ist es ja nur eine Frage der Zeit, bis auch die ersten Prominenten bei Roll anklopfen: Die 24-jährige bloggt übers Hutmachen und verkauft ihren Kopfschmuck über ihre Website, Facebook und die Online-Plattform DaWanda. Neue Ideen holt sie sich im Fernsehen: "Ich schaue viele Filme aus den 50er und 60er Jahren, weil ich die Mode klasse finde. Dort lasse ich mich inspirieren und fertige dann Hüte und Accessoires an, die den heutigen Trends entsprechen."

Ihr Studium möchte Roll nachholen, denn in Pforzheim kann man neuerdings auch Accessoiredesign studieren. "Nach Abschluss des Studiums möchte ich dann einen kleinen Laden eröffnen", träumt die junge Handwerkerin. Und ist auf dem besten Weg dahin, sich diesen Traum zu verwirklichen. kopfstuecke.de

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