Während der Ausbildung -

Ausbildungsabbrüche vermeiden Hilfe, wenn Ausbilder und Azubi sich streiten

Für Handwerksbetriebe wird es immer schwieriger, Auszubildende zu finden. Um so schlimmer, wenn Ausbilder oder Azubi die Ausbildung vorzeitig abbrechen, weil sie nicht miteinander klar kommen. Dabei können sich beide Seite Hilfe holen, um die Situation zu retten.

Je kleiner der Betrieb, desto größer ist das Risiko, dass ein Azubi sein Ausbildungsverhältnis vorzeitig auflöst. Das zeigt eine Analyse des ­Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Etwa 17 Prozent der jungen Menschen in Deutschland brechen ihre duale Ausbildung vorzeitig ab (Erst­absolventen 2013). Zwar sind das weniger als bei Bachelor-Studiengängen (28 Prozent 2012), dennoch ist die Zahl zu hoch. Jeder Bruch bedeutet für Azubi und Betrieb vergeudete Ressourcen.

Gebäudereiniger besonders stark betroffen

Das Risiko einer vorzeitigen Vertragslösung hängt sowohl von den  Kompetenzen und Einstellungen der Jugendlichen ab, als auch vom betrieblichen Kontext.

Auszubildende ohne Hauptschulabschluss lösen besonders häufig ihr Ausbildungsverhältnis (38 Prozent), Azubis mit Studienberechtigung deutlich seltener (14 Prozent 2013).

Allerdings zeigen die Auswertungen des BIBB, dass auch die Branche, die Betriebsgröße und die betrieblichen Ausbildungsinvestitionen eine zentrale Rolle für Abbrüche spielen. Im Handwerk besonders stark betroffen sind die Gebäudereiniger mit einer Lösungsquote von über 50 Prozent, gefolgt von den Friseuren mit 49 Prozent und den Gerüstbauern mit 47,5 Prozent.

Helfer gegen den Ausbilungsabbruch

Mit Programmen wie der "assistierten Ausbildung“ will die Politik  Betriebe in ihrer Ausbildung stärker unterstützen.  Ein Bildungsträger unterstützt hier Azubi und Betrieb, um Defizite auszugleichen.

Ausbildungsbegleitende Hilfen sollen zudem helfen, einen drohenden Abbruch zu verhindern. Im Streitfall können sich Unternehmer oder Azubis mit der Bitte um Mediation an ihre Handwerkskammer wenden. Der Senior Experten Service hat außerdem das Programm "Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen – VerA“ ins Leben gerufen, mit dem ehrenamtliche Ausbildungsbegleiter Betrieb und Azubi bei Problemen unterstützen.

Eine Broschüre mit Best Practice-Beispielen zu Aus- und Weiterbildung in kleinen und mittleren Unternehmen gibt es hier: www.foraus.de/html/7078.php

bst

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