Kassel -

Kooperation Hilfe bei der Ausbildung

Das Jobcenter der Stadt und die Kausa-Servicestelle Kassel kooperieren, um Ausbildungsplätze noch erfolgreicher zu vermitteln.

So kann es gehen: Noch während seiner Schulzeit bekam Burak Caliskan von der Arbeitsverwaltung den Rat, sich mit der Kausa Servicestelle Kassel in Verbindung zu setzten. Der 16-jährige junge Mann war auf der Suche nach einer Lehrstelle und Kausa-Projektmitarbeiter Mahmut Erlyilmaz konnte ihn gleich nach dem Schulabschluss in eine Ausbildung vermitteln. Burak Caliskan wird seit September bei der Deutschen TSG, die die 4.500 Wohnungen des Immobilienkonzerns Vonovia in Kassel und Göttingen instand hält, zum Maler und Lackierer ausgebildet.

Oder auch so: Von Eryilmaz angesprochen, ob er nicht ausbilden will, entschloss sich Zikri Cicek Martin Mohr doch ab September zum Fahrzeuglackierer auszubilden. Der 21-Jährige hatte bereits ein Praktikum bei Ibo Lack, dem Betrieb, den Zikri Cicek zusammen mit seinem Vater betreibt, absolviert.

Vermittlung und Unterstützung

Was beide Fälle verbindet: Ohne die Vermittlung und Unterstützung der Kausa Servicestelle wären die Ausbildungsverhältnisse nicht zustande gekommen. Die Erfolge, die die beiden Projektarbeiter Mahmut Eryilmaz und Nergis Yilmaz verbuchen, hängen direkt damit zusammen, dass die beiden nicht nur Lehrstellen und Bewerber vermitteln, sondern auch bei vielen Hürden weiterhelfen.

Sie helfen Auszubildenden bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, vereinbaren Termine in Betrieben und begleiten die jungen Menschen bei Bedarf. Dieses Rundum-sorglos-Paket begeisterte auch Burak Caliskan, der ohne diese Unterstützung nicht so schnell eine Lehrstelle gefunden hätte. „Die Ausbildung macht echt Spaß. Ich bin gerne bei der TSG.“

Aber auch die Betriebe unterstützen die Kausa-Projektmitarbeiter. Bei ihnen geht es vor allem um die Bewältigung der bürokratischen Anforde­rungen: Was sind die Voraussetzungen, um ausbilden zu können? Wer hilft, wenn dies auf den ersten Blick nicht der Fall ist? Wer muss an welcher Stelle angesprochen werden, wer braucht welche Unterlagen? Gibt es Fördermöglichkeiten für den Azubi?

Ein Berg von Fragen, den zu beantworten Zikri Cicek in seiner kleinen Autolackiererei keine Zeit hatte. Deshalb räumte Mahmut Eryilmaz kurzerhand alle Hindernisse für ihn aus dem Weg und ermöglichte es ihm so, aus seinem Praktikanten einen Auszubildenden zu machen. „In unserem Vier-Mann-Betrieb ist keine Zeit für die bürokratischen Dinge rund um die Ausbildung. Ohne Kausa hätte ich heute wohl kaum einen Lehrling“, sagt der angehende Meister.

Auch wenn Martin Mohrs Weg zu seinem jetzigen Ausbildungsplatz nicht ganz schnurgerade verlief und es nach dem erfolgreich absolvierten Praktikum bei Ibo Lack erst einmal nicht weiterging, ist er heute froh über seinen Ausbildung. Er hat Spaß an dem Handwerk, das er erlernt, und fühlt sich in seine Ausbildungsbetrieb sehr wohl.

Die Hauptaufgaben von Nergis Yilmaz und Mahmut Eryilmaz bestehen darin, Jugendlichen mit Migrationshintergrund Wege in die duale Berufsausbildung aufzuzeigen und Betriebsinhaber mit ausländischen Wurzeln für die Ausbildung zu gewinnen. Im Mittelpunkt ihres Einsatzes steht die Vernetzung mit allen an der Berufsausbildung relevanten Akteuren. Weiter knüpfen Nergis Yilmaz und Mahmut Eryilmaz an bestehenden Netzwerken an, wo sie ebenso wie in Schulen bei jungen Migranten und ihren Eltern für eine duale Ausbildung werben, in dem sie über die zahlreichen Berufswege und die vielfältigen Karrierechancen informieren.

Und ihre Bilanz kann sich sehen lassen. 2015 haben Nergis Yilmaz und Mahmut Eryilmaz 200 Beratungen mit Jugendlichen und Eltern geführt. In 60 Fällen fanden die Betroffenen selbst eine Lehrstelle, in 25 Fällen vermittelten sie den Ausbildungsplatz. In diesem Jahr entwickeln sich die Zahlen ähnlich.

Lob für die Zusammenarbeit

Dieser Erfolg blieb nicht unbemerkt. Das Jobcenter der Stadt Kassel schloss deshalb einen Kooperationsvertrag mit der Kausa Servicestelle Kassel über die Vermittlung junger Menschen mit Migrationshintergrund in eine Ausbildung. Der Geschäftsführer des Jobcenters, Stefan Schäfer, lobt die partnerschaftliche Zusammenarbeit: „Für uns ist die Servicestelle ein zusätzlicher Weg, jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu einem Ausbildungsplatz zu verhelfen.“

Kausa-Geschäftsführerin Cornelia Mündel-Wirz, die bei der Handwerkskammer für die Berufsbildung zuständig ist, wies darauf hin, dass es wichtig sei, auch die Eltern der jungen Menschen ins Boot zu holen. Viele wüssten gar nicht um die Vorzüge der dualen Ausbildung in Deutschland. Jobcenter und Handwerkskammer sind sich darin einig, dass die Kooperation fortgesetzt werden soll.

Die Ansprechpartner der Kausa-Servicestelle Kassel: Nergis Yilmaz, Tel. 0561/7888-185, mobil 0173/3288948, nergis.yilmaz@hwk-kassel.de und Mahmut Eryilmaz, Tel. 0561/7888-186, mobil 0173/3288947, mahmut.eryilmaz@hwk-­kassel.de

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