München und Oberbayern -

Claudia Schollweck hat sich schnell hochgearbeitet Heiligenfiguren vom Heuboden

Die Kirchenmalermeisterin Claudia Schollweck zeigt, wie man sich im Handwerk erfolgreich weiterbilden kann. Kürzlich hat sie sich an der Hochschule Coburg für den Studiengang "Integriertes Produktdesign" eingeschrieben und möchte danach medizinische Geräte gestalten.

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Kirchenmalermeisterin Claudia Schollweck neben einem ihrer Altarbilder. -

Die St.-Johannes-Kirche in Ismaning bietet eine gestalterische Besonderheit: Das Altarbild ist austauschbar und wird je nach Feiertag ausgewählt. Derzeit hängt eine von Claudia Schollweck in klassischer ­Manier ausgeführte Schutzmantelmadonna im Kirchenraum. Die Kirchenmalermeisterin und Gestalterin im Handwerk entwarf und fertigte das Altarbild für ihre Gemeinde. Sie freut sich, im regionalen Umfeld so breit aufgestellt arbeiten zu können. Auf dem elterlichen Anwesen richtete sie sich zu Beginn ihrer Selbstständigkeit 2007 eine Werkstatt ein. Ihre ersten Kunden kamen aus der Nachbarschaft. Auf den umliegenden Bauernhöfen wurden immer wieder alte Heiligenfiguren oder vergoldete Bilderrahmen entdeckt. Die Besitzer hatten es bis dahin jedoch nicht gewagt, die wertvollen Stücke aus der Hand zu geben. Der kompetenten Tochter aus der Nachbarschaft vertrauten sie die Erbstücke jedoch an und erfreuen sich seitdem an den frisch gefassten und restaurierten Figuren und Rahmen. "Ich liebe diese anspruchsvollen und beratungsintensiven Aufträge. All meine Fähigkeiten und vor allem meine Liebe zum Detail kommen dabei zum Einsatz", erzählt Schollweck. Ihr Können hat sich herumgesprochen und ihr Ruf eilt ihr mittlerweile bis in die Bundeshauptstadt Berlin voraus.

Praktikum in New York

An der Städtischen Meisterschule für das Vergolderhandwerk/Kirchenmalerei München hat sie die aufwändige Technik des Vergoldens und die historischen Vorgehensweisen der Kirchenmaler erlernt. Außerdem absolvierte sie noch ein Auslandspraktikum als Rahmenrestauratorin in New York. An der Akademie für Gestaltung und Design der Handwerkskammer in München absolvierte sie die Weiterbildung zur Gestalterin und schärfte ihren Blick für Entwürfe und Konzepte: „Dort habe ich zusätzlich zu den gestalterischen Fertigkeiten gelernt, über Gestaltung zu reden und Kunden individuell zu beraten.“ Diese umfangreiche Weiterbildung kommt ihr nun zugute. Der Großteil ihrer Kundschaft ist weiblich und schätzt es sehr, eine Handwerkerin zu beauftragen, die ein Gespür für Feinheiten und ein Händchen für die Gesamtzusammenhänge mitbringt. Ob spezielle Raumgestaltung, farblich abwechslungsreich gestaltete Treppenhäuser oder klassische Renovierungen, Schollweck kann über einen Mangel an Aufträgen nicht klagen.

Doch damit nicht genug: Die Kirchenmalermeisterin verfügt über weitere Talente, die sie fördern möchte. Kürzlich hat sie sich daher an der Hochschule Coburg für den Studiengang "Integriertes Produktdesign" eingeschrieben. Die Weiterbildung zur Gestalterin im Handwerk hat ihr bei der Zulassung sehr geholfen.

Gestaltung medizinischer Geräte

Nach Abschluss des Studiums möchte Schollweck die Fertigung medizinischer Geräte gestalterisch begleiten. Erfahrungen in ihrem familiären Umfeld haben ihr gezeigt, wie unübersichtlich diese Hilfsmittel gestaltet und wie kompliziert sie zu bedienen sind. Daher möchte sie neben ihrer Selbstständigkeit als Handwerkerin in diesem Bereich arbeiten. Weitere Information über Claudia Schollweck gibt es im Internet unter www.cs-kirchenmalermeisterin.de und über die Akademie für Gestaltung und Design unter www.hwk-muenchen.de/akademie.                bks

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