Panorama -

Porträt Harrison Ford: Vom Schreiner zum Hollywood-Star

Der Krieg der Sterne geht mit Harrison Ford als "Han Solo" weiter. Dass der Tischler heute überhaupt als Hollywood-Star bekannt und im Kino zu sehen ist, verdankt er einem Zufall.

Egal ob Filmfreak oder nicht - "Indiana Jones" ist fast jedem ein Begriff. Harrison Ford spielt den umtriebigen Archäologie-Professor mit Bravour und hat mit den Filmen Millionen Fans gewonnen. Stets mit Hut und Peitsche gewappnet haben die Filme mit ihm bis heute nichts von ihrem Kult-Status verloren. Doch auch in der Rolle des machohaften Abenteurers "Han Solo" in der "Star Wars Trilogie" hat Ford mit seinen schauspielerischen Leistungen überzeugt.

"Star Wars"-Comeback mit alter Besetzung

Nun soll gerade das Science-Fiction-Epos mit Ford ein Comeback auf der Kinoleinwand erfahren. Die Dreharbeiten für den Film "Star Wars Episode VII" haben vor kurzem begonnen. Das Besondere: Neben neuen Gesichtern ist auch die ganze alte Garde aus den 70er Jahren mit dabei. Neben Harrison Ford werden Carrie Fisher, Peter Mayhew und Mark Hamill im neuen Streifen mitspielen. Auch der mittlerweile 85-Jährige Schauspieler Max von Sydow wird beim Comeback von "Star Wars" mit dabei sein.  

Als Schauspieler hat der am 13. Juli 1942 in Chicago geborene Ford zunächst kein Glück gehabt und konnte seine Familie durch die Schauspielerei nicht ernähren. Von 1964 bis 1979  mit Mary Louise Marquardt verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder. Anfang der 60er Jahre ist Ford lediglich für kleine und unbedeutende Nebenrollen und kurze Auftritte besetzt worden. Um sich finanziell abzusichern, hat er angefangen als Schreiner in einer Schreinerei zu arbeiten.

Ein Schreiner mit viel Glück

Auch, wenn es mit der Schauspielerei anfangs nicht geklappt hat, war er als Schreiner umso erfolgreicher. Seine Kunden waren zum Teil Prominente aus Hollywood. So schreinerte er unter anderem er der Schauspielerin Sally Kellermann, bekannt aus der Fernsehserie M.A.S.H., ein Sonnendeck und dem brasilianischen Komponisten Sérgio Mendes ein Tonstudio. Das Schreiner-Handwerk blieb allerdings nicht seine einzige Einnahmequelle. Auch mit der Rockgruppe "The Doors" ging er als Roadie auf Tour. Aus dieser Zeit ist allerdings sehr wenig bekannt über Fords Leben.

Ob George Lucas, der Regisseur der ersten "Star Wars"-Streifen, an Fords Fähigkeiten als Schreiner dachte, bleibt ungeklärt. Fakt ist, dass das Schreiner-Handwerk entscheidend für Fords Zukunft als Schauspieler war.  Lucas hatte mit Ford bereits in dem Film "American Graffiti" zusammengearbeitet. Für "Star Wars" wollte er aber auf keinen Fall einen Schauspieler aus diesem Film besetzen. Doch wie es beim Film üblich ist, castet nicht ein Einzelner, sondern ein ganzes Team die Schauspieler.

Lucas‘ Casting-Berater glaubte an Harrison Ford und bestellte den Tischler zum Austausch einer Tür an den Ort des Castings. Ford ergriff die Gunst der Stunde und nahm am Casting teil. Lucas änderte seine Meinung und ein paar Monate später war Ford in der Rolle des "Han Solo" in "Star Wars" zu sehen.

Harrison Ford als Archäologe und Punk

Nach "Star Wars" schien es, als ob die Filmkarriere von Harrison Ford ein jähes Ende nehmen sollte. Er spielte Ende der 70er in einer Reihe von Filmen mit, die jedoch an der Kinokasse floppten. Doch zu Beginn der 80er Jahre gelang es ihm, seine schauspielerischen Fähigkeiten weiter auszubauen.

Mit "Jäger des verlorenen Schatzes" wurde Ford für die Rolle des wagemutigen Archäologen "Indiana Jones" verpflichtet, der weltweit Abenteuer erlebt und ständig im Kampf mit den Nazis ist. Seit dem Beginn der Indiana-Jones Filme sind sein Hut und die Peitsche ständig dabei. In den 80er Jahren sollten noch zwei weitere Filme mit Ford als "Indiana Jones" folgen. 1989 entpuppte sich "Der letzte Kreuzzug" zu einem weltweiten Kinohit. Ford trat erneut in seiner populärsten Rolle auf und spielte an der Seite des berühmten Charakterdarstellers Sean Connery.

Mit "Jäger des verlorenen Schatzes" schaffte Ford den endgültigen Durchbruch an die Spitze Hollywoods und drehte von dem Zeitpunkt an etwa einen Fil pro Jahr. 1982 bekam er die Hauptrolle für Ridley Scotts düstere Zukunftsvision "Blade Runner", der als Kassenschlager einschlug. Der Cyberpunk-Film, gilt bis heute als wegweisend für das Genre.

Neben Science-Fiction und Abenteuer-Filmen machte sich Harrison Ford aber auch in Kriminalfilmen und Thrillern einen Namen. Beispielhaft sind hier "Der einzige Zeuge", "Schatten der Wahrheit" oder "Das Kartell".

Doch auch ein Schauspieler hat ein Privatleben. So war Ford in seinem Leben zweimal verheiratet, hat fünf Kinder und ist gegenwärtig mit der Schauspielerin Calista Flockhart, bekannt aus der US-amerikanischen Anwaltsserie "Alley McBeal", zusammen.

Mitte 2015 werden wir Harrison Ford im Kino als "Han Solo" im Krieg der Sterne wiedersehen. Ob der machohafte Space Cowboy sich gewandelt hat und ruhigere Töne anschlägt, wird abzuwarten sein. Dennoch: Als Privatmann ist der Schauspieler ruhig und gesetzt und kann schon jetzt auf eine bewegte Hollywood-Karriere zurückschauen.

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