Auftragslage sorgt für hohe Auslastung - Konjunktur - deutsche handwerks zeitung

Konjunktur - 26.07.2012

Handwerkswirtschaft

Auftragslage sorgt für hohe Auslastung

Die gute Verfassung des Arbeitsmarkts und vorteilhafte Finanzierungskonditionen geben der Binnennachfrage weiterhin Impulse. Deshalb herrscht im deutschen Handwerk immer noch große Zufriedenheit. Bei einer Befragung unter 4.400 Betrieben berichteten nur zwölf Prozent über derzeit schlecht laufende Geschäfte. - Von Marco Wenz und Lothar Semper

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Die Handwerksbetriebe in Deutschland sind gut ausgelastet. Umsätze und Beschäftigung haben übers Jahr betrachtet weiter zugenommen.

Der Klimaindex, der die Einschätzung der aktuellen und der zukünftigen Lage abbildet, nahm im Laufe des zweiten Quartals um zwei auf 88 Punkte zu und rangierte damit nur geringfügig unter dem Vorjahresstand. Umsätze und Beschäftigung haben demnach übers Jahr betrachtet weiter zugenommen.

Die wichtigste "Energiequelle" des Daueraufschwungs im Handwerk ist der Bauboom. 92 Prozent der Bauhandwerker bewerten die Geschäftslage
positiv. Unter dem Druck prall gefüllter Auftragsbücher wurden witterungsbedingte Produktionsverzögerungen nach dem Winterquartal zügig wettgemacht. Die gute Auftragslage hat ihre Ursache in dem Wunsch vieler Menschen nach den eigenen vier Wänden oder wertbeständigen Investitionen.

Gute Auftragslage im Handwerk

dhz

Die Handwerksbetriebe sind gut ausgelastet, die Auftragslage könnte in vielen Branchen kaum besser sein.

Die Beschäftigung nahm zwischen April und Juni zu: 13 Prozent der Betriebe stockten auf, 9 Prozent verkleinerten die Arbeitnehmerschaft. Der Grund für den relativ kleinen Saldo ist der harte Wettbewerb um Personal mit handwerklicher Ausbildung. Nicht umsonst stehen diese Arbeitskräfte bei Personaldienstleistern oben auf der Wunschliste. Gemessen am zweiten Quartal 2011 dürfte die Zahl der im Handwerk tätigen Personen leicht gestiegen sein.

Gute Auftragsreserven

Viele der befragten Unternehmer sind an der betrieblichen und persönlichen Leistungsgrenze angekommen. Ein Drittel war im Berichtszeitraum voll ausgelastet, der durchschnittliche Nutzungsgrad der Kapazitäten betrug 79 Prozent. Damit lag der Indikator minimal unter der für Phasen der Hochkonjunktur typischen 80-Prozent-Marke.

Die hohe Auslastung spricht für ordentliche Umsätze im Berichtszeitraum. In jeweiligen Preisen dürfte ein leichtes Wachstum auf Vorjahresbasis zu Buche stehen. Im Winter hatten die Umsätze um zwei Prozent zugelegt.

Quartal III/2011 IV/2011 I/2012 II/2012
BIP, preisbereinigt
Index (2005=100)
112,1 110,0 109,8 109,9 (geschätzt)
Erwerbstätige (Mio.) 41,3 41,6 41,1 41,6 (geschätzt)
Arbeitslose (Mio.) 2,89 2,74 3,07 2,88
Preisveränderungen geg. Vorjahr (%) +2,5 +2,3 +2,2 +1,9

Der Auftragseingang verlor im Frühling etwas an Schwung. Aus den "Gestiegen"- und "Gesunken"-Meldungen (26 zu 19 Prozent) resultierte ein Saldo von +7. Im vergangenen Jahr notierte er bei +17. Die Reichweite der Auftragsreserven, die im März einen langfristigen Höhepunkt erreicht hatte, stand auch im Juni noch bei 1,8 Monaten.

Der Mangel an zusätzlichen Arbeitskräften inmitten des hohen Produktionsniveaus zwingt immer mehr Firmen, ihre Kapazitäten effizienter einzusetzen. Dazu sind Investitionen unerlässlich. Im abgelaufenen Quartal setzten dies 31 von 100 Handwerksfirmen in die Tat um.

 
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