Handwerk weiter robust - Oberfranken - deutsche handwerks zeitung

Oberfranken - 15.01.2010

Konjunktur im oberfränkischen Handwerk – IV. Quartal 2009

Handwerk weiter robust

Auch im vierten Quartal 2009 behauptete sich das oberfränkische Handwerk weiter recht robust und stabil. Die Betriebe mussten zwar witterungs- und saisonbedingt eine Abschwächung in Kauf nehmen. Diese bewegt sich allerdings im saisonüblichen Rahmen.

So sank der Anteil der Betriebe mit guter Geschäftslage auf 24 Prozent, im Gegenzug stiegen die ungünstigen Bewertungen auf 28,5 Prozent. Saisonbereinigt fällt allerdings das Ergebnis keineswegs schlecht aus. "Nach den Jahren 2006 und 2007 ist dies vielmehr die drittbeste Bewertung eines vierten Quartals seit dem Jahr 2000", so HWK-Präsident Thomas Zimmer bei seiner ersten Einschätzung der Ergebnisse.

Deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Handwerkszweigen

"Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen", so Zimmer weiter, "dass es nach wie vor große Unterschiede zwischen den einzelnen Handwerkszweigen gibt. Am günstigsten wird die Lage weiterhin im größten Handwerkszweig, dem Ausbaugewerbe, eingestuft. Auch die Nahrungsmittelhandwerke berichten von einem zufriedenstellenden bis guten Geschäftsverlauf. Im Zuliefersektor und bei den Gesundheitshandwerken dagegen stellt sich die Lage sehr viel schwieriger dar."

Im Ausbaugewerbe war der Großteil der Betriebe bis zum Jahresende hin gut ausgelastet. 38,5 Prozent beurteilen dort die aktuelle Geschäftslage als gut, weitere 41,5 Prozent als befriedigend (zusammen: 80 Prozent). Auch die Nahrungsmittelhandwerke berichten von einem zufriedenstellenden Weihnachtsgeschäft. 65 Prozent zeigten sich mit dem Geschäftsverlauf zufrieden, weitere 21 Prozent bezeichnen diesen sogar als gut. Nicht ganz so gut, aber besser als in den letzten beiden Vorjahren wird die Lage im Baugewerbe eingestuft. 69% der befragten Betriebe beurteilen die Lage trotz erster witterungsbedingter Einschränkungen als zufriedenstellend bis gut. Für die kommenden Wochen wird allerdings der Baustellenbetrieb witterungsbedingt vielfach eingestellt.

Zuliefersektor, Gesundheitshandwerke und Kfz-Branche unter Druck

Im Zuliefersektor dagegen ist keine Entspannung in Sicht. 43 Prozent beurteilen die Lage weiterhin als schlecht. Die Auslastung ist sogar nochmals leicht auf 66,5 Prozent gesunken. Damit erreicht der branchenbezogene Auslastungsgrad ein neues 10-Jahres-Tief. Auch bei Augenoptikern, Zahntechnikern und Orthopädietechnikern hat sich die Geschäftslage zuletzt verschlechtert. 57,5 Prozent berichten von sinkenden Umsätzen. Die Auslastung liegt mit durchschnittlich 62,5 Prozent sieben Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. Im Kfz-Handwerk trübt sich die Geschäftslage nach dem Auslaufen der Abwrackprämie momentan erwartungsgemäß ein. Der Anteil der Betriebe mit ungünstiger Geschäftslage ist zwischenzeitlich wieder auf 40 Prozent gestiegen. Vor Jahresfrist und damit vor dem Anlaufen der Prämie wurde die Lage allerdings noch deutlich ungünstiger eingestuft.

Eggers: Konjunkturprogramme zeigen Wirkung

Diese unterschiedlichen Branchentrends führen in der Summe zu einem vergleichsweise leichten saisonbedingten Auslastungsrückgang um zwei Prozentpunkte auf nunmehr 72,5 Prozent. Die durchschnittliche Auslastung liegt damit weiterhin über dem Vorjahresniveau. Für HWK-Hauptgeschäftsführer Horst Eggers ist dies ein eindeutiger Beleg, dass die Konjunkturprogramme Wirkung zeigen: "Sie tragen maßgeblich zur konjunkturellen und strukturellen Stabilisierung bei. Besonders deutlich zeigt sich dies am Arbeitsmarkt, der sich als erstaunlich stabil erweist." Auch im oberfränkischen Handwerk fiel der saisonbedingte Beschäftigungsrückgang im vierten Quartal mit -1,0 Prozent deutlich geringer als in den Vorjahren aus.

"Allerdings zeigen die zurückhaltenden Erwartungen auch", so Eggers weiter, "dass die Folgen der Finanzkrise für die Realwirtschaft längst nicht überwunden sind. Zuversichtlich stimmt, dass nicht mehr mit einem massiven Einbruch gerechnet wird". Die Erwartungen für die nächsten Monate, die traditionell die Schwierigsten im Geschäftsjahr des Handwerks sind, unterscheiden sich jedenfalls bislang nicht wesentlich von den Erwartungen der Vorjahre. Im Gegenteil, vor Jahresfrist waren die Betriebe sehr viel stärker verunsichert als momentan.

 
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