Die Zahl der Handwerksbetriebe im Netz wächst deutlich. Die Firmen nutzen auch die sozialen Netzwerke. - Von Silvia Hänig und Burkhard Riering
Das Internet nutzen, um Neukunden anzuwerben und den Umsatz zu steigern: Das sehen regionale Handwerksbetriebe offenbar noch skeptisch und meiden Investitionen ins Web. Nur jeder zweite Betrieb verfügt überhaupt über eine eigene Webseite, ergab eine neue Umfrage im Auftrag des Internet-Dienstleisters Telegate. Online-Marketing – also vom Brancheneintrag bis zur Suchmaschinenoptimierung – spielt für 55 Prozent der Betriebe keine Rolle. 41 Prozent der befragten Firmen setzen demnach auch nicht mehr als 1.000 Euro jährlich für diesen werblichen Weg an.
Allerdings ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen: Ende 2011 hatten 49 Prozent der befragten Firmen eine eigene Webseite, das sind elf Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Und damit sich der Erfolg auch wirklich einstellt, arbeiten schon 39 Prozent mit spezialisierten Dienstleistern zusammen. "Die Firmen wissen, dass ihnen Know-how und vor allem die Zeit fehlen", interpretieren dies die Marktforscher.
Auch im "Web 2.0", ein Schlagwort für die Interaktivität des Internets, ist das Handwerk bereits angekommen: Schon 23 Prozent der Handwerksbetriebe nutzen Firmenblogs ("Hier bloggt der Chef") als Kanal für neue Informationen zu Messeauftritten, für neue Herstellerkooperationen oder einfach für betriebliche Ankündigungen. Erste Schritte machen manche Handwerker auch schon in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter.
Der Experte Robert Schwaiger, Teamleiter Beratung beim IT-Dienstleister Odav, sieht mit Social Media eine neue Stufe im Internet erreicht: Betriebe können die Netzwerke als kostenlose Werbeplattform nutzen und so mit vielen potenziellen Kunden kommunizieren, sie steigern Bekanntheit und Sichtbarkeit. "Social Media sind keine Modeerscheinung, sondern revolutionieren unsere Kommunikation", so Schwaiger.
Unterm Strich besagt die Studie: Ein Betrieb, der ausschließlich von Stammkunden lebt, braucht kein Internet. Wer jedoch neue Kundengruppen erschließen will, hat Online-Marketing auf dem Plan. Daher ist es nur logisch, dass Firmen ihren Online-Auftritt klar zur Neukundenakquise nutzen wollen. Ein Fünftel betreibt dafür aktiv Suchmaschinenoptimierung, fünf Prozent setzen auf "Google Adwords" und 34 Prozent behaupten von sich, sie seien bereits auf einem guten Weg.
Ein Ergebnis überraschte ebenfalls: Obwohl 93 Prozent aller Handwerker wissen, welchen Wert eine Kundenempfehlung hat, treiben sie diese Maßnahme online so gar nicht an.
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