"Hartz IV"-Empfänger sollen gemeinnützig arbeiten, so ein Vorschlag der SPD-Spitzenkandidatin in Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft. Das Handwerk kritisiert den Vorstoß und spricht aus Erfahrung.
"Ob es nun Arbeitspflicht oder ,Soziale Arbeit' genannt wird – die öffentliche Förderung gefährdet Arbeitsplätze in Unternehmen und verhindert die Vermittlung in reguläre Beschäftigung", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, der Tageszeitung "Die Welt".
Das Handwerk mache schon lange schlechte Erfahrungen mit der Billigkonkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt, kritisierte Kentzler. "Wenn Kommunen Langzeitarbeitslose beispielsweise über Ein-Euro-Jobs zu Dumpingkonditionen für umfangreiche gewerbliche und handwerkliche Tätigkeiten einsetzen, verlieren in der Folge Handwerksbetriebe Aufträge und Arbeit."
Die SPD-Spitzenkandidatin in Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft hatte vorgeschlagen, Langzeitarbeitslose für gemeinnützige Tätigkeiten einzusetzen. Für eine Arbeitspflicht aller "Hartz IV"-Empfänger hatte sich zuvor Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) ausgesprochen.
ddp
Meinung
"Wer nicht wirbt, stirbt." So hat Henry Ford schon vor hundert Jahren den Wert von Werbung beschrieben. Der amerikanische Automobil-Tycoon hat diesen Satz zwar vor allem auf seine eigenen Fahrzeuge bezogen und weniger auf ganze Wirtschaftsbereiche. Doch auch ein Bereich wie das Handwerk braucht Werbung, braucht den Austausch mit der Öffentlichkeit, wenn es langfristig nicht an Ansehen, Bedeutung und Image verlieren will.