Im ursprünglichen Beschluss der Bundesregierung zur Abwrackprämie gingen die Handwerker mit ihren Transportern leer aus. Handwerkspräsident Otto Kentzler will verhindern, dass sie bei der Ausweitung der Prämie wieder in die Röhre gucken. Von Patrick Choinowski
Bisher galt die Umweltprämie – wie die Abwrackprämie offiziell heißt – lediglich für privat genutzte Autos. Fahrzeuge, die im gewerblichen Bereich im Einsatz sind, wurden in dem Gesetzentwurf vom Januar 2009 ausgeschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) einigten sich in dieser Woche auf eine Ausweitung der Prämie, weil die vorgesehene Summe von 1,5 Milliarden Euro schon in Kürze aufgebraucht ist.
Noch unklar bei dieser Einigung ist, in welchen Punkten die Abwrackprämie ausgeweitet wird. Fest steht lediglich, dass Ende 2009 Schluss damit sein soll. Nun versucht der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) die Bundesregierung davon zu überzeugen, auch alte Nutzfahrzeuge in die Abwrackprämie mit aufzunehmen. "Die Bundesregierung begegnet der Krise mit Konjunkturmaßnahmen. Diese sollten zu einer ökologischen Erneuerung des gewerblichen Fahrzeugparks genutzt werden. Das kann vor allem mit einer Ausdehnung der Umweltprämie auf leichte Nutzfahrzeuge gelingen", sagte Handwerkspräsident Otto Kentzler der Deutschen Handwerks Zeitung .
In zahlreichen kleinen Handwerksbetrieben besteht der Fuhrpark aus älteren Kombi- und Transportfahrzeugen, deren Antrieb und Ausstattung oft nicht mehr heutigen Umwelt- und Sicherheitsstandards entsprechen. Viele Handwerker stehen deshalb vor zwei Problemen: Einerseits können sie ihren Fuhrpark aufgrund der Wirtschaftskrise nicht erneuern, andererseits lauert mit der Einführung von Umweltzonen in den deutschen Großstädten eine weitere Hürde. Die alten Transporter werden dann mit Fahrverboten belegt, es sei denn, sie rüsten für viel Geld ihre Fahrzeuge auf neueste Umweltstandards um. Viele Nutzfahrzeuge können wegen ihres Alters gar nicht mehr nachgerüstet werden.
Aus diesen Gründen sei es "nicht nachvollziehbar", dass Halter von Pkw und Betreiber von schweren Lkw durch staatliche Förderprogramme Unterstützungen zum Neukauf erhielten, "nicht jedoch die gleichfalls betroffenen Handwerksbetriebe", erklärte Kentzler. "Der Handwerker schaut wieder mal mit dem Ofenrohr ins Gebirge", ergänzte ZDH-Vizepräsident Heinrich Traublinger, der auch Präsident des Bayerischen Handwerkstages ist.
Otto Kentzler schlägt deswegen vor, die Abwrackprämie auf leichte Nutzfahrzeuge zu erweitern und bringt drei Argumente vor: "Damit wird ein positiver ökologischer Effekt erreicht, die Fuhrpark-Modernisierung auch für kleine und mittlere Betriebe möglich und die innovative Nutzfahrzeug-Industrie gezielt gefördert."
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Kopf der Woche
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