Das Handwerk schlägt Alarm: Im laufenden Jahr drohen 10.000 Lehrstellen unbesetzt zu bleiben. Der negative Trend des Jahres 2009 scheint sich fortzusetzen.
"Schon im vergangenen Jahr konnten wir fast 10.000 Ausbildungsplätze nicht besetzen. Die Lage wird sich auch 2010 kaum ändern", sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke. Viele Jugendliche wüssten zu wenig über das Handwerk. Zudem fehle vielen die Ausbildungsreife: "Leider zählen wir pro Jahr über 100.000, die nicht ausbildungsreif die Schulen verlassen", sagte Schwannecke.
Eine Woche vor Beginn der traditionellen Münchner Handwerksmesse schlägt der ZDH Alarm. "Wir müssen aufpassen, dass 'Hartz IV' nicht zum Lebensschicksal junger Menschen wird", warnte Schwannecke. Wirtschaftsverständnis und Berufsorientierung müssten "Pflicht-Bestandteile der Lehrpläne" in den Schulen werden. Schon jetzt fehlten vor allem in den Ausbaugewerken gelernte Fachkräfte.
ddp
Meinung
"Wer nicht wirbt, stirbt." So hat Henry Ford schon vor hundert Jahren den Wert von Werbung beschrieben. Der amerikanische Automobil-Tycoon hat diesen Satz zwar vor allem auf seine eigenen Fahrzeuge bezogen und weniger auf ganze Wirtschaftsbereiche. Doch auch ein Bereich wie das Handwerk braucht Werbung, braucht den Austausch mit der Öffentlichkeit, wenn es langfristig nicht an Ansehen, Bedeutung und Image verlieren will.