Auch wenn der Freistaat Thüringen beim "Bildungsmonitor 2009" der Initiative "Neue soziale Marktwirtschaft" auf Platz zwei kam, kann das Ergebnis nach Auffassung des Thüringer Handwerkstages (THT) weder für Wahlkampfzwecke noch als Ruhekissen dienen.
"Hier werden statistische Daten verglichen. Das ist legitim, bringt vergleichbare Ergebnisse, zeigt aber nur unzureichend auf, mit welchen Fähigkeiten die Schüler tatsächlich ausgestattet werden", kommentiert THT-Geschäftsführer Thomas Malcherek die Ergebnisse des Bildungsmonitors. Gerade im für das Handwerk wichtigen Bereich der beruflichen Bildung belegt Thüringen lediglich den neunten Rang. Hier fordert der Thüringer Handwerkstag unter anderem eine kontinuierliche und verbindliche Fortbildung der Berufsschullehrer.
Wichtig bleibt für den THT – trotz der guten Platzierung beim Bildungsmonitor – die Verbesserung der Unterrichtsqualität. Das Handwerk bemängelt seit vielen Jahren das zurückgehende Niveau der Schulabgänger. Vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern, Mathematik und Deutsch sind die mitgebrachten Kenntnisse vieler Bewerber unzureichend. Darüber hinaus bemängeln viele Handwerksbetriebe fehlende Tugenden der künftigen Lehrlinge wie Pünktlichkeit, Sauberkeit und Höflichkeit. "Viele Betriebe fühlen sich als Reparaturbetriebe für schulische Mängel und Versäumnisse der Elternhäuser", so Malcherek.
Bereits in diesem Jahr sank die Bewerberzahl im Handwerk spürbar. Laut Malcherek wird es daher künftig um so wichtiger sein, dass jene, die den Weg ins Handwerk suchen, diesen auch mit entsprechenden schulischen Voraussetzungen starten