Flexible Arbeitszeiten und Teilzeit rechnen sich für Betriebe gleich mehrfach
Unternehmen profitieren von der Einführung flexibler Arbeitszeiten und Teilzeitarbeit gleich mehrfach. Dies wurde auf der Veranstaltung „Im Wettbewerb um die besten Fachkräfte: Wiedereinsteiger/-innen für den Handwerksbetrieb gewinnen“ deutlich, die die Handwerkskammer zusammen mit dem Projekt power_m der Landeshauptstadt München auf der Internationalen Handwerksmesse 2010 organisierte.
Die Betriebe können durch diese Arbeitsformen ohne Mehrkosten für teure Überstunden Auftragsschwankungen abfangen und sich so Wettbewerbsvorteile erschließen. Darüber hinaus sind solche Arbeitsformen für die Mitarbeiter attraktiv und bieten Gelegenheit, qualifiziertes Fachpersonal für das Unternehmen zu gewinnen.
„Im Handwerk sind wir dringend auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen, da können wir kein Potenzial verschenken“, betonte Dr. Lothar Semper, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, in seiner Begrüßungsrede. Dr. Anneliese Durst, Fachbereichsleitung im Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt, machte in ihrem Vortrag deutlich, wie groß der Fachkräftebedarf in München ist und wie sich Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt darstellen.
Dass Teilzeitarbeit im Handwerk nicht nur im Verkauf, sondern auch in der Produktion möglich ist, erklärte Heinz Hoffmann, Bäcker- und Konditormeister sowie Obermeister der Bäcker-Innung München, dem interessierten Publikum. Annette Baindl von der Marit AG beschrieb, wie flexible Arbeitszeiten in ihrem Unternehmen erfolgreich umgesetzt und EDV-gestützt verwaltet und kontrolliert werden. Marcus Halder von der Handwerkskammer sprach rechtliche Fragen an, die es bei der Einführung flexibler Arbeitszeiten und Teilzeitarbeit zu beachten gilt, und wies auf das Beratungsangebot der Kammer zu diesem Thema hin. In Einzelfällen bestehe sogar die Möglichkeit, Fördermittel für die Beschäftigung einer Wiedereinsteigerin zu erhalten, berichtete Corinna Ruggera, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit München. power_m helfe Menschen, die nach einer mehrjährigen Familienphase wieder in den Beruf möchten, durch Beratung, Fortbildung und Coaching weiter und bereite sie auf den Arbeitsmarkt vor, sagte Dagmar Koblinger vom Verbund Strukturwandel (VSW). Zudem biete der VSW im Rahmen eines weiteren Projekts eine spezielle Arbeitszeitberatung für kleine und mittlere Unternehmen. Durch die Veranstaltung führte Martina Leyendecker, Referentin für Europa und EU-Förderprogramme bei der Handwerkskammer.
Der Projektverbund power_m setzt sich aus sieben etablierten Münchner Fort- und Weiterbildungseinrichtungen mit langjähriger Erfahrung in den Bereichen Berufsberatung und Qualifizierung zusammen. Die Gesamtkoordination liegt beim Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München. Die Handwerkskammer für München und Oberbayern ist strategischer Kooperationspartner des Projekts.