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Unterscheidungsmerkmale zweier Krankheiten Grippe: Anders als eine Erkältung

Seit Jahresbeginn häufen sich die Grippeerkrankungen in Deutschland, meldet das Robert-Koch-Institut. Zuletzt waren es über 3.000 Fälle in einer Woche. Doch auch Erkältungen gehen um. Wie Sie die Erkrankungen unterscheiden und sich und Ihre Mitarbeiter schützen.

In der Saison 2014/2015 erkrankten 88.000 Menschen in Deutschland an dem Grippe-Virus, meldet das Robert-Koch-Institut (rki). Auffallend waren frühe und teilweise große Krankheitsausbrüche in Alten­heimen und Pflegeeinrichtungen. Aber auch die Wirtschaft litt unter der starken Krankheitswelle, zumal die Zahl unerkannter Fälle deutlich höher liegen dürfte. Nach Schätzungen des RKI konnte 3,7 Millionen Menschen aufgrund einer Influenza nicht zur Arbeit gehen. 274 Menschen starben.

Auch wenn auf ein starkes Grippejahr aller Erfahrung nach ein schwächeres Jahr folgt, zeigen die Zahlen auch jetzt wieder eine gesteigerte Grippeaktivität.

Grippe beginnt plötzlich und stark

Die typischen Symptome einer Virusgrippe ähneln denen einer Erkältung. Doch die Influenza-Symptome sind wesentlich stärker und sie schleichen sich nicht an, sie sind plötzlich und in aller Heftigkeit da: trockener Husten, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und hohes Fieber. Nach einer Inkuba­tionszeit von ein bis zwei Tagen beginnt die Krankheitsphase. Doch nicht alle Patienten zeigen typische Merkmale.

Ein grippaler Infekt oder eine Erkältung kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden. Ein paar Tage Ruhe und leichte Mittel zur Symptomlinderung genügen meist, um schnell wieder fit zu sein.

Anders sieht es bei einer "echten“ Grippe aus, die durch Influenza-Viren ausgelöst wird. Sie lassen sich bei einem Bluttest nachweisen. Diese Viren infizieren, anders als bei einer Erkältung, nicht nur die oberen, sondern auch die unteren Atemwege. Bei einer Erkrankung kann der Arzt zwar die Symptome lindern, doch die einzig wirksame Bekämpfung muss vorab als Prophylaxe stattfinden. Antibiotika wirken bei Virusinfektionen nicht und sind sogar kontraprodukiv.

Grippe (Influenza) Erkältung (grippaler Infekt)
Krankheitsbeginn plötzlich, mit starken Beschwerden schleichender Beginn, zunehmende Verschlechterung
Fieber oft zwischen 38 und 41 Grad Celsius leicht erhöhte Temperatur
Husten meist schmerzender, trockener Reizhusten direkt zu Beginn eher schleimiger Husten, oft reizlos
Schnupfen verstopfte und/oder laufende Nase häufiges Niesen, verstopfte und/oder laufende Nase - kündigen Erkältung meist an
Schmerzen starke, bohrende Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen punktuell Kopf- und Gliederschmerzen möglich
Müdigkeit starke Abgeschlagenheit, Schwächegefühl Mattheitsgefühl
Appetit Appetitlosigkeit Appetit meist noch vorhanden
Saison Dezember bis April ganzjährig, keine Grippefälle im Umfeld
Erreger Influenza-Viren mehr als 200 verschiedene Erreger

Quelle: AOK, Die Gesundheitskasse in Hessen

Grippeimpfung als Prophylaxe

Die Grippeimpfung gilt als wirksame Prophylaxe, doch auch sie bietet keinen hundertprozentigen Schutz. Normalerweise erreicht ein gesunder Mensch, der sich gegen Grippe impfen lässt, einen Schutz von 59 bis 67 Prozent. Bei älteren Menschen liegt die durchschnittliche Wirkung sogar noch tiefer, hier rechnet man mit einem Impfschutz von 40 bis 60 Prozent.

Die Impfwirkung hängt davon ab, wie gut das Immunsystem reagiert, vor allem aber auch davon, wie genau der Impfstoff auf die kursierenden Viren passt. Weil die Impfung der vergangenen Saison schlecht griff, hat das Paul-Ehrlich-Institut für die kommende Grippesaison veränderte Impfstoffe herausgegeben: "Die Impfstoffe für die neue Saison 2015/2016 unterscheiden sich in zwei der drei Komponenten gegenüber der vorangegangenen Saison“, erläutert Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts.

Grippeimpfung

Zeitpunkt: Der beste Zeitpunkt für eine Grippeimpfung ist im Oktober und November, doch auch jetzt lässt sich die Impfung noch durchführen.

Schutzaufbau: Nach der Impfung dauert es etwa zwei Wochen, bis der Schutz vollständig aufgebaut ist.

Risikogruppen: Besonders für Risikogruppen wie Schwangere, Ältere über 60 Jahren oder Personen mit chronischen Erkrankungen kann die Grippe zu einem gesundheitlichen Risiko werden. Ihnen sowie Gesundheitsberufen und allen Betreuern von Risikopatienten wird deshalb die Grippeimpfung empfohlen. Außerdem sollten sich alle Personen schützen, die durch Kontakt zu vielen Personen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben oder die gefährdete Personen in ihrem nahen Umfeld anstecken könnten.

Ausgetauscht wurde gemäß der Emp­feh­lung der Welt­gesundheitsorganisation (WHO) der zum Influenzatyp A gehörende H3N2-Stamm und der Influenzatyp B-Stamm. Die H1N1-Komponente ist seit der Influenzasaison 2010/11 unverändert. Neben den trivalenten Impf­stoffen sind auch zwei tetravalente Impfstoffe zu­ge­las­sen, die einen zweiten B-Stamm als vierte Komponente enthalten. Das Paul-Ehrlich-Institut hat bereits mehr als 17 Millionen Impfdosen frei­ge­ge­ben. Eine Übersicht der Influenza-Impfstoffe mit den Angaben zu der zu­ge­las­se­nen Altersgruppe steht auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts zur Verfügung (www.pei.de/influenza-impfstoffe).

Grippewelle

Für alle Menschen, egal ob geimpft oder nicht, gilt, dass der beste Schutz Vorsicht ist. Influenza wird beim Sprechen, Niesen oder direktem Kontakt durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt im Umkehrschluss: Wer den direkten Kontakt mit Kranken vermeidet, wer sich die Hände regelmäßig und gründlich wäscht und wer sich nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht fasst, beugt im Rahmen der Möglichkeiten gut vor.

Hintergrundwissen: Bundeszentrale für ­gesundheitliche Aufklärung:impfen-info.de, infektionsschutz.de, Infobroschüre, Robert Koch-Institut.

Notfallplan für Grippe-Epidemie

Was Unternehmer tun können, wenn ihr normaler Betriebsablauf durch eine Grippe-Epidemie gefährdet ist, haben das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg in einem Handbuch zur betrieblichen Pandemieplanung zusammengetragen. Darin finden Unternehmer neben ausführlichen Hintergrundinformationen auch mehrere Checklisten, wie sie sich in ihren Betriebsabläufen im Krisenfall am besten verhalten. Zum "Handbuch betriebliche Pandemieplanung".

Dieser Artikel wurde am 2. März 2016 aktualisiert.

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