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Grippe und Erkältung unterscheiden Grippe: Es geht wieder los

Die Tage werden kälter, die Erkältungswelle rollt heran und mit ihr die Grippewelle. Im vergangenen Winter waren über 4 Millionen Erkrankte wegen einer "Influenza" beim Arzt. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für eine Impfung, doch die Bereitschaft sei zu gering, klagen Behörden. Wem sie die Impfung nahelegen und wie sich Unternehmen verhalten sollten.

16.000 Menschen mussten in der vergangenen Grippesaison ins Krankenhaus, weil ihre Krankheitssymptome kritisch waren: trockener Husten, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und hohes Fieber.

Damit ähneln die Grippemerkmale denen einer Erkältung. Doch die Influenza-Symptome sind wesentlich stärker und sie schleichen sich nicht an, sie sind plötzlich und in aller Heftigkeit da. Die Krankheitsphase beginnt nach einer Inkubationszeit von von ein bis zwei Tagen. Doch nicht alle Patienten zeigen typische Merkmale.

Grippeimpfung für Ältere, chronisch Kranke und Schwangere

Insgesamt war die Influenza 2015/16 weniger schlimm als in der Vorsaison. Damals, 2014/15, war die Zahl der Influenza-bedingten Todesfälle mit geschätzten 21.300 sehr hoch, der höchste Wert seit der Grippewelle 1995/96. Auch die Wirtschaft litt unter der starken Krankheitswelle. Nach Schätzungen des RKI konnten 3,7 Millionen Menschen aufgrund einer Influenza nicht zur Arbeit gehen.

Niemand kann vorhersagen, wie stark eine Grippesaison ausfallen wird. Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, betont deswegen: "Das Risiko einer Influenzaerkrankung sollte vor jeder Saison ernst genommen werden."

Damit spielt er auf die Grippeimpfung an, die einzige Möglichkeit, der Krankheit vorzubeugen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung für Ältere, chronisch Kranke und Schwangere. Zudem sollten alle geimpft sein, die Kontakt zu solchen Risikogruppen haben, vor allem das Medizin- und Pflegepersonal.

Die Impfquoten seien nach wie vor völlig unzureichend, informiert jetzt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Laut Angaben des Epidemiologischen Bulletins lag die Impfquote im Winter 2014/2015 bei Senioren demnach bei 36,7 Prozent, der niedrigste Stand seit der Saison 2008/2009.

Impfung wirkt nicht immer

Selbst wer sich impfen lässt, ist nicht zu hundert Prozent auf der sicheren Seite. Jedes Jahr entwickeln Mediziner eine neue Zusammensetzung des Impfstoffes, weil die Grippeviren sich laufend verändern. Im Normalfall sind die Impfstoffe dann zu 40 bis 60 Prozent effektiv. Die Impfwirkung hängt davon ab, wie gut das Immunsystem reagiert, vor allem aber davon, wie genau der Impfstoff auf die kursierenden Viren passt. In der Saison 2015/16 lag die Effektivität niedriger als sonst, das heißt: Mehr Geimpfte als sonst erkrankten.

Trotz der schwankenden Effektivität ist die Impfung die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor einer Influenza-Infektion, betont das Robert-Koch-Institut. Eine Liste der zugelassen Impfstoffe steht hier.

Grippeimpfung

Zeitpunkt: Der beste Zeitpunkt für eine Grippeimpfung ist im Oktober und November.

Schutzaufbau: Nach der Impfung dauert es etwa zwei Wochen, bis der Schutz vollständig aufgebaut ist.

Risikogruppen: Besonders für Risikogruppen wie Schwangere, Ältere über 60 Jahren oder Personen mit chronischen Erkrankungen kann die Grippe zu einem gesundheitlichen Risiko werden. Ihnen sowie Gesundheitsberufen und allen Betreuern von Risikopatienten wird deshalb die Grippeimpfung empfohlen. Außerdem sollten sich alle Personen schützen, die durch Kontakt zu vielen Personen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben oder die gefährdete Personen in ihrem nahen Umfeld anstecken könnten.

Grippewelle

Für alle Menschen, egal ob geimpft oder nicht, gilt, dass der beste Schutz Vorsicht ist. Influenza wird beim Sprechen, Niesen oder direktem Kontakt durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt im Umkehrschluss: Wer den direkten Kontakt mit Kranken vermeidet, wer sich die Hände regelmäßig und gründlich wäscht und wer sich nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht fasst, beugt im Rahmen der Möglichkeiten gut vor.

Grippe von Erkältung unterscheiden

Ein grippaler Infekt oder eine Erkältung kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden. Ein paar Tage Ruhe und leichte Mittel zur Symptomlinderung genügen meist, um schnell wieder fit zu sein.

Anders sieht es bei einer "echten“ Grippe aus, die durch Influenza-Viren ausgelöst wird. Sie lassen sich bei einem Bluttest nachweisen. Diese Viren infizieren, anders als bei einer Erkältung, nicht nur die oberen, sondern auch die unteren Atemwege. Bei einer Erkrankung kann der Arzt zwar die Symptome lindern, doch die einzig wirksame Bekämpfung muss vorab als Prophylaxe stattfinden. Antibiotika wirken bei Virusinfektionen nicht und sind sogar kontraprodukiv.

Grippe (Influenza) Erkältung (grippaler Infekt)
Krankheitsbeginn plötzlich, mit starken Beschwerden schleichender Beginn, zunehmende Verschlechterung
Fieber oft zwischen 38 und 41 Grad Celsius leicht erhöhte Temperatur
Husten meist schmerzender, trockener Reizhusten direkt zu Beginn eher schleimiger Husten, oft reizlos
Schnupfen verstopfte und/oder laufende Nase häufiges Niesen, verstopfte und/oder laufende Nase - kündigen Erkältung meist an
Schmerzen starke, bohrende Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen punktuell Kopf- und Gliederschmerzen möglich
Müdigkeit starke Abgeschlagenheit, Schwächegefühl Mattheitsgefühl
Appetit Appetitlosigkeit Appetit meist noch vorhanden
Saison Dezember bis April ganzjährig, keine Grippefälle im Umfeld
Erreger Influenza-Viren mehr als 200 verschiedene Erreger

Quelle: AOK, Die Gesundheitskasse in Hessen

Hintergrundwissen: Bundeszentrale für ­gesundheitliche Aufklärung:impfen-info.de, infektionsschutz.de, Infobroschüre, Robert Koch-Institut.

Notfallplan für Grippe-Epidemie

Was Unternehmer tun können, wenn ihr normaler Betriebsablauf durch eine Grippe-Epidemie gefährdet ist, haben das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg in einem Handbuch zur betrieblichen Pandemieplanung zusammengetragen. Darin finden Unternehmer neben ausführlichen Hintergrundinformationen auch mehrere Checklisten, wie sie sich in ihren Betriebsabläufen im Krisenfall am besten verhalten. Zum "Handbuch betriebliche Pandemieplanung".

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