Branche -

Bundesinstitut für Risikobewertung warnt Giftige Stoffe in Bäckertüten gefunden

Kontrollbehörden haben giftige Stoffe in Lebensmittelverpackungen aus Papier gefunden. Zu oft wurden die Grenzwerte vor allem bei bedruckten Papierservietten und Brötchentüten überschritten. Was das Bundesinstitut für Risikobewertung nun rät.

Bäckertüten aus Papier sind für den Transport der Backwaren gemacht, für eine kurze Aufbewahrungszeit – nicht für dessen längerfristige Lagerung. Verbleiben Lebensmittel über einen längeren Zeitraum in bedruckten Tüten, so können die Farben von den Nahrungsmitteln aufgenommen werden und manchmal sogar gesundheitsschädlich wirken. Dass das passieren kann, haben mehrere Kontrollstellen der Länder bemerkt.

Betroffen sind Lebensmittelverpackungen aus Papier wie Bäckertüten und Servietten, die mit bestimmten Farben bedruckt wurden. Vor allem Farbtöne wie Rot, Gelb und Orange sind den Behörden aufgefallen, die sogenannte primäre aromatische Amine (paA) enthalten können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor diesen Stoffen, da sie krebserzeugend und erbgutverändernd wirken können.

Lebensmittellagerung im Fokus

Dabei geht es nicht um die herkömmliche Verwendung der Bäckertüten, sondern nur um eine längerfristige Lagerung. "Die Tüten sollen keine Brotbox ersetzen und müssen die Kriterien für eine Lebensmittellagerung auch nicht erfüllen", sagt eine Sprecherin des BfR auf Anfrage der DHZ. Bäckereien könnten die Tüten problemlos weiterverwenden, sollten aber ihre Kunden darauf hinweisen, dass sie nicht zur Aufbewahrung gedacht sind.

Als weiteren Tipp gibt sie Betrieben, die entweder auf neue Papiertüten umstellen oder sogar selbst bedrucken möchten, dass diese besser Blau- und Grüntöne für den Druck verwenden sollten. Schon bald sollen Bäckereien und andere Betriebe aus dem Lebensmittelhandwerk auch auf eine Positivliste zurückgreifen können, die das Bundesernährungsinstitut derzeit plant.

Es will künftig regeln, aus welchen Substanzen Lebensmittelverpackungen hergestellt werden dürfen. Die Positivliste soll Angaben zu allen erlaubten Bestandteiles enthalten. Die Gefahr, die von Brötchenverpackungen, Papierservietten oder Papptellern ausgehe, soll nach Angaben des Ministeriums minimiert werden. jtw

Fragen und Antworten zum Thema hat das BfR zusammengestellt.>>>

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2016 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

* = Pflichtfelder. Bitte ausfüllen