Gebäudereiniger beginnen bundesweiten Streik - Branche - deutsche handwerks zeitung

Branche - 20.10.2009

Tarifstreit

Gebäudereiniger beginnen bundesweiten Streik

In Berlin hat der nach Gewerkschaftsangaben bundesweit erste Streik von Gebäudereinigern begonnen. Bestreikt werden nach Angaben der IG Bau etwa 15 Objekte, darunter Altenheime, Forschungseinrichtungen und Bundestagsgebäude.

Zum Beginn der Aktion würden etwa 100 bis 200 Personen an der Zentrale der Technischen Universität erwartet, sagte der Regionalleiter der IG BAU Berlin-Brandenburg, Rainer Knerler. Darüber hinaus will die Gewerkschaft sechs weitere Einrichtungen in Berlin bestreiken.

Die IG BAU will mit der Aktion den Auftakt für einen "unbegrenzten Arbeitskampf" in der Branche geben. Die Vorsitzende der Gebäudereiniger bei der IG BAU, Susanne Neumann, verteidigte die Arbeitsniederlegungen. "Wir haben miserable Arbeitsbedingungen. Wir haben in den letzten Jahren wirklich stillgehalten", sagte sie im ZDF-"Morgenmagazin". "Die Firmen werden immer frecher, da wird eine Leistung von 400 Quadratmetern in der Stunde gefordert, das schafft kein Mensch", erläuterte sie. Die Frauen opferten ihre Freizeit, um das zu schaffen. "Der Drill wird immer schlimmer. Und jetzt ist einfach mal Schluss."

Ziel der IG BAU ist es nach eigenen Angaben, den Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks wieder an den Verhandlungstisch zu zwingen. Die im Januar begonnenen Gespräche der Tarifpartner waren im August abgebrochen worden. Der aktuelle Tarifvertrag für die bundesweit rund 860.000 Gebäudereiniger war zum 1. Oktober ausgelaufen. Die IG BAU fordert eine Lohnerhöhung von 8,7 Prozent sowie eine Angleichung der Ost-Gehälter an das Westniveau. Außerdem will die Gewerkschaft eine betriebliche Altersvorsorge im Tarifvertrag regeln.

ddp

 
© deutsche-handwerks-zeitung.de 2012
Alle Rechte vorbehalten

Kommentare und Bewertungen Kommentar verfassen

Durchschnittliche Bewertung dieses Artikels:
starstarstarstarstar
(0 Bewertungen)
Ihre Bewertung dieses Artikels:

Zum Bewerten klicken Sie bitte auf die Sterne

Es sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar

Steuerarchiv

 
Alle täglichen Steuertipps zum Nachlesen im Archiv.

Meinung

Image hilft auch dem Geschäft

"Wer nicht wirbt, stirbt." So hat Henry Ford schon vor hundert Jahren den Wert von Werbung beschrieben. Der amerikanische Automobil-Tycoon hat diesen Satz zwar vor allem auf seine eigenen Fahrzeuge bezogen und weniger auf ganze Wirtschaftsbereiche. Doch auch ein Bereich wie das Handwerk braucht Werbung, braucht den Austausch mit der Öffentlichkeit, wenn es langfristig nicht an Ansehen, Bedeutung und Image verlieren will. Von Burkhard Riering

Umfrage

Wie wichtig ist Datenschutz im Handwerksbetrieb?

Wissensquiz

Teaserbild Quiztool
Schätzen Sie mal ...
mehr

Newsletter

DHZ-Aktuell