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Die richtige Baufirma finden Fünf Tipps für den Hausbau

Baupfusch ist der Horror jedes Bauherrn. Deshalb gilt, bei der Wahl der Baufirmen deren Kompetenzen zu prüfen. Gerade bei Schlüsselfertighäusern ist es entscheidend, sich vorher ein möglichst detailliertes Bild zu machen und Angebote exakt zu vergleichen.

Die Wände sind feucht, die Heizkörper befinden sich an den falschen Stellen, und der Termin zur Fertigstellung wurde zum dritten Mal verschoben: Jeder angehende Bauherr kennt und fürchtet solche Geschichten von Baupfusch. Wer selbst ein Haus plant, will solchen Ärger unbedingt vermeiden. Doch wie findet man sie, die passende Baufirma für das neue Eigenheim?

Architekt versus schlüsselfertig

Zunächst sollte sich der Bauherr überlegen, welchen Weg er einschlagen möchte. Da gibt es die Möglichkeit, mit einem Architekten zusammenzubauen und individuell zu planen. Oder der Bauherr entscheidet sich, ein schlüsselfertiges Haus zu kaufen, das aus einer Hand von einem Bauträger oder Generalunternehmer gebaut wird.

Bei ersterer Variante mit dem Architekten, muss der Bauherr im Laufe des Bauprozesses häufig Entscheidungen zu Auftragsvergaben für einzelne Bereiche treffen. Bei der Wahl des Bauträgers ist man hingegen vor Baubeginn gefordert, erklärt Alexander Wiech vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Deutlich mehr Bauherren wählen die Variante des schlüsselfertigen Hauses – laut Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren sind das rund 90 Prozent.

Sorgfältig auswählen

Der Markt an Baufirmen ist groß – viele buhlen um Bauherren. Es gibt einige Anhaltspunkte, die bei der Suche nach der richtigen Baufirma zu beachten sind:

  • Die Firma sollte auf Einfamilienhäuser spezialisiert sein. "Sie sollten nicht Brücken, Lagerhallen und nebenbei zwei, drei Häuser im Jahr bauen", rät Udo Schumacher-Ritz vom Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau (VQC). Spezialisten bieten den kompletten Service von der Planung, über die Erstellung des Energieausweises bis zum Bau. "Sie bauen wirtschaftlich."
  • Neben der Spezialisierung spielen Erfahrung und Referenzen eine große Rolle, betont Philipp Mahler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wenn es Häuser in der Umgebung gibt, die die Firma gebaut hat, lohnt es sich dort vorbeizuschauen und die Hauseigentümer nach ihren Erfahrungen mit dem Unternehmen fragen. Wer nicht erst auf die Suche nach Meinungen gehen will, kann auch bei der Firma Referenzen erfragen, sagt Reinhold-Postina. Sie betont: "Seriöse Anbieter nennen welche."
  • Die Experten raten, mehrere Angebote einzuholen. Deren Umfang gilt es sorgfältig zu studieren, erklärt Schumacher-Ritz. "Gerade die Bau-Leistungsgrenzen sind wichtig." Den Erdaushub vom Kellerschacht wegzufahren ist bei dem einen Unternehmen inklusive, beim anderen nicht. Bauherren sollten darüber hinaus Wert darauflegen, einen Ansprechpartner zu haben und etwa vom Bauleiter eine Telefonnummer zu bekommen. "Als Bauherr hat man immer viele Fragen", meint Wiech. Diese Kontaktmöglichkeit sollte er daher vor Vertragsschluss klären und in den Vertrag mit aufnehmen.
  • Ist dann der Vertrag aufgesetzt, empfiehlt es sich diesen von einem Anwalt prüfen zu lassen. "Laien fällt oft nicht auf, wenn eine wichtige Position fehlt, zum Beispiel das Herstellen der Hausanschlüsse zu den regionalen Versorgungsunternehmen", erklärt Wiech. Grundsätzlich gilt: Unabhängig davon wie gut die Firma zu sein scheint, Kontrolle ist unerlässlich, betonen die Experten. Deshalb sollte von Beginn an ein Sachverständiger regelmäßig den Bau begutachten, um Mängel frühzeitig zu erkennen.
  • Ist ein Architekt mit dem Bau des Hauses betraut, fällt die Kontrolle in seinen Zuständigkeitsbereich. Ihn könne der Bauherr dann auch für Mängel haftbar machen, konstatiert Reinhold-Postina. Der Architekt wird in der Regel für die einzelnen Aufgaben ausführende Firmen vorschlagen, die der Bauherr aber selbst beauftragen muss. "Meist sind das welche, von denen der Architekt weiß, dass sie seine Vorstellungen gut umsetzen und die Zusammenarbeit klappt", sagt Reinhold-Postina.

Wer selbst Baufirmen für bestimmte Aufgaben auswählen muss, sollte darauf achten, dass sie aus der Nähe kommen. "So können sie bei unerwarteten Arbeiten eher schnell mal vorbeikommen, als wenn sie erst 200 Kilometer anreisen müssen", erläutert Reinhold-Postina. Außerdem leben lokale Firmen von ihrem Leumund und wollen sich mit Pfusch nicht den guten Ruf vor Ort verderben. Unseriös sei dagegen, wenn eine Baufirma vorab Geld möchte, um etwa Baumaterial zu kaufen. Abschlagsrechnungen während des Baus werden vertraglich vorab vereinbart und sind laut Reinhold-Postina normal. "Für Vorkasse gilt das nicht." dhz/dpa

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