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Branche mit Umsatzplus Frisurentrends für Frühjahr und Sommer 2016

Verbraucher geben immer mehr Geld für Schönheit und Styling aus – davon profitiert das Friseurhandwerk. Besonders der stilbewusste Mann bietet den Friseuren neue Umsatzpotenziale. Ein Blick auf die aktuellen Trends.

Ob im Büro oder der Freizeit - ein modischer Haarschnitt und ein gepflegtes Äußeres sind vielen Menschen inzwischen wichtiger als noch vor einigen Jahren. Davon profitiert das Friseurhandwerk mit seinen rund 80.000 Salons bundesweit.

Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks stieg der Umsatz 2015 deutlich, um etwa 200 Millionen Euro auf insgesamt etwa 6,2 Milliarden Euro.

Umsatzbringer Frau, Umsatzpotenzial Mann

Frauen kombinieren aktuelle Haarschnitte häufig mit Haarfärbungen oder auch Haar-Extensions – der erzielte Umsatz bei einem Friseurbesuch ist bei Frauen deshalb in der Regel deutlich höher als bei männlichen Kunden.

Gerade bei den Männern bieten sich aber neue Umsatzpotenziale für die Betriebe. So lassen sich immer mehr Männer in spezialisierten "Barber Shops" den Bart stutzen. Gefragt sind auch spezialisierte Salons etwa für blonde Haare.

Insgesamt sind bei den Männern derzeit exakte Haarschnitte im Trend, die häufiger nachgeschnitten werden müssten, sagt die Branchenexpertin und Chefredakteurin der Zeitschrift "Top Hair", Rebecca Kandler.

Wandelbare Frisuren sind gefragt

Im Frühjahr und Sommer 2016 sind vor allem wandelbare Haarschnitte gefragt, die sich mit Kamm, Fön und Haargel/-spray je nach Anlass in wenigen Minuten in eine andere Form bringen lassen.

Zwei Themen stehen bei den aktuellen Trends besonders im Fokus: der "Clean-Look" und der "Ethno-Style". Beiden als Grundlage dient ein handwerklich ausgefeilter Basis-Cut, der in sich mehr Struktur hat. Nur so sind überhaupt zwei Frisuren aus einem Schnitt möglich. Raffinierte Details und expressive Farbakzente bieten dabei viel Raum für kreative Styling-Möglichkeiten, so dass sich spielerisch, variabel und effektvoll der gewünschte Look für jeden Anlass schaffen lässt.

Der Clean-Look perfektioniert den Trend zum "pure Cut". Hier steht die perfekte Handwerkstechnik im Vordergrund. Es dominieren reduzierte, grafische Linien, ein klarer englischer Schnitt. Für Leute, die ein klares Ziel haben – und eine besonderes Ausstrahlung.

Den Ethno-Look prägt hingegen das freie Spiel mit Formen und Strukturen: wild, frech, lässig, exotisch. Das Styling ist verspielter, voluminöser mit aufgerissenen und akzentuierten Crossover-Strukturen: gelockt, gekreppt oder getwistet. Die Haare fallen, wie sie möchten. Ausdruck von Freiheit und Abenteuer.

Die Frisurentrends Frühjahr/Sommer 2016

Klare Kante

Clean-Chic in Reinform: Die Idee der Frisur basiert auf klaren englischen Linien in Verbindung mit einer ruhigen Textur. Geprägt wird dieser Look von einer graphischen, asymmetrisch abfallenden Ponypartie, die mit seitlichem Cut-Conturing (disconnected) korrespondiert. Die sommerlich leichte Haarfarbe im Pastellton wird im Untergrund irisierend aufgehellt und unterstreicht zusätzlich die Schnittlinie im Stirnbereich.

Pony forever

Eine Retro-Frisur mit Chic-Upgrade: Die Vokuhila feiert ein Comeback auf höchstem Niveau. In Anlehnung an den Look der 70er-Jahre wird hier mit modernen Texturen gearbeitet, die diesem Frisurenklassiker eine besondere Dynamik verleihen. Der angesagte Long-Pony wirkt mit seiner Überlänge bis auf Augenhöhe auf bestimmte Weise herausfordernd und provokant. Die Länge im Nacken- und Seitenbereich kann zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt variieren. Ein Look der besonderen Art.

His Coolness

Dieser Schnitt erfordert eine saubere englische Linienführung. Eine satte Überlänge und verschiedene Schnitttechniken sorgen für eine kraftvoll-dynamische Wirkung. An den Seiten und am Nacken wird eine schmale uniforme Stufung erarbeitet, die langen Strähnen des Deckhaars inklusive Stirnmotiv werden ausgesliced und diagonal gesetzt.

Celebrity

Bob-Frisuren wurden schon im alten Ägypten getragen, feierten jedoch erst in den 20er-Jahren ihren Einzug zur Trendfrisur. Eine Mini-Bob-Variante hat das Zeug zum modernen Klassiker: Der dezente, kurze und asymmetrisch angelegte Ponybereich sorgt für klare und zugleich überraschende Linien. Das helle Blond wird in Platin veredelt und mit gezielten, raffiniert gesetzten Farbpartien in Gelb kombiniert, was für zusätzliche Akzente sorgt und die Grafik des Schnitts unterstreicht. Das ermöglicht bei unterschiedlichen Stylings neue optische Farbspiele. Ein puristischer, edler und doch sehr progressiver Look.

Gentleman

Volles, voluminöses Haar für den Gentleman des Frühjahrs: Klare Konturen und eine leichte Scheitelung in unvergesslicher Roger-Moore-Manier lassen diesen Style immer gut aussehen. Die Konturen werden im Nacken und hinterm Ohr clean und kurz angeschnitten, der Hinterkopf wird durch eine uniforme Stufung geprägt. Der Übergang ins Deckhaar erfolgt ansteigend gestuft. Friseurkunst auf hohem Niveau – für den gepflegten Mann!

New Beatles

Brit-Pop lässt grüßen – eine Hommage an die legendären Pilzköpfe aus Liverpool. Der Pilzkopf dominiert das schwere, gerade Stirnmotiv. Klare Konturen heben die auffällige Formgebung noch zusätzlich hervor und ziehen die Blicke auf sich. Ein hinreißendes Ergebnis aus sauberer Schnittführung mit raffinierter Stufensetzung.

Disco-Queen

Let’s dance! Nicht nur das Stirnband sorgt bei diesem Look für ganz klare Anleihen bei den 80er-Jahren. Hier wird nach Herzenslust getwistet und gekreppt. Crossover-Texturen sorgen für einen bewusst voluminösen Auftritt. Ein wandelbarer Trendcut, der zwei völlig verschiedene Styles ermöglicht.

Wildlife

Freiheit und Abenteuer – die Welt erleben. Eine wilde Mähne spiegelt den Backpacker-Style, ist kein Zufallsprodukt, sondern ein gekonnter Mix aus verschiedenen Texturen von Locken bis crunch hair. Für Männer, die auffallend Neues ausprobieren wollen und sich an Pop-Ikonen vergangener Zeiten orientieren wollen.

Pharaonin.2016

Was ist bloß aus der Mini-Bob-Variante geworden! Wilder, zufälliger und wesentlich strukturierter wird der Klassiker bei diesem Look gestylt. Die eingearbeitete Struktur des Basis-Cuts macht’s möglich. Farbakzente unterstützen zusätzlich die faszinierende Optik.

Rebell

Dieses Styling soll jung, wild, unbesiegbar wirken. Aufgerissene Volumen, die am Oberkopf platziert werden, oder gleichmäßige Höhe verhelfen diesem Mann zu echter Größe. Die Haare werden für diesen Look einfach aus dem Gesicht gestylt und aufgestellt – männlich, stark, rockig: Big Hair for Men.

Weltenretter

Cool und sehr lässig. Ein attraktiver Undone-Look, der auf einem klar konturierten Basis-Cut beruht. Das längere Deckhaar sucht sich seinen Weg immer selbst und fällt, wie es will. Ein ungemein lässiger Look, der wie zufällig, aber nie frisiert wirkt. Geht immer!

Woodstock-Girl

Ein Festival für Haare. Bei diesem unfrisierten wirkenden Look sorgen lange Haare und leicht aufgerissene Wellen für eine voluminöse Mähne. Glätteisen-Locken gehören der Vergangenheit an, jetzt tritt wieder das natürliche Locken-Bild in den Vordergrund. Clip-Extensions sorgen dabei noch für einen deutlichen Längengewinn – ein wilder, ungezähmter Volumen-Look der Extraklasse.

Trendige Frisuren gibt es auch auf der größten deutschen Friseurmesse Top Hair zu sehen, die vom 4. bis 6. März 2016 etwa 30 000 Fachbesucher nach Düsseldorf lockt. sg/dpa

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