Ulm -

Fortbildungssymposium

Chancen und Perspektiven für Unternehmen und Mitarbeiter

Unter dem Motto „Neue Fachkräfte gewinnen“ luden die Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaften für berufliche Fortbildung, Andreas Dzionara und Dr. Johann Ceh, sowie der Leiter des Regionalbüros, Dr. Gerhard Mehrke, zu einem Symposium ein. Im Rathaus des Handwerks in Ulm begrüßte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, Hermann Stangier, die Gäste und Referenten; Bürgermeisterin Mayer-Dölle erläuterte in ihrem Grußwort die Bildungsoffensive der Stadt Ulm.

Im anschließenden Vortrag verglich Oliver Brandt vom Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung Beschäftigungsentwicklungen in Landkreisen mit unterschiedlichen Standortfaktoren und sprach Empfehlungen für die Verbesserung der beruflichen Weiterbildung aus.

Weitere Referate führten an Beispielen vor, wie konkrete Bildungsmaßnahmen ablaufen können. Dr. Hartmut Bress von den Wielandwerken berichtete über die Weiterbildung zum CNC-Fräser und Ruth Berg von der Handtmann Gruppe über die Ausbildung zum/zur Maschinen- und Anlagenführer/-in.

Die Wirtschaftsregion Stuttgart war durch die Referentin Gabriele Tiemann vertreten, die ein Mentoringprojekt zur beruflichen Qualifizierung von Frauen vorstellte. Wilfried Geyer von der Karl-Arnold-Schule in Biberach informierte über eine Schülerabschlussarbeit zur Qualifizierung zum Maschinenführer bei der Firma Liebherr und Dr. Klaus-Dieter Häberle von der Hochschule Ulm über Weiterbildung im ingenieurwissenschaftlichen Bereich.

Ergänzt wurden die Ausführungen durch den Vertreter der Agentur für Arbeit in Ulm, Fabian Schneider, der die Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung von Qualifizierungsmaßnahmen, insbesondere durch das Programm „Weiterbildung für Geringqualifizierte und beschäftigte ältere Arbeitnehmer in Unternehmen (WeGebAU)“, schilderte. Der Höhepunkt des Nachmittags war der Vortrag des Sozialethikers Professor Friedhelm Hengsbach. Hengsbach, Mitglied des Jesuitenordens, Theologe, Philosoph und Wirtschaftwissenschaftler, beleuchtete das Thema „Chancen und Risiken der Qualifizierung von Problemgruppen“ unter dem Gesichtspunkt der Ethik, der sozialen Gerechtigkeit. Er skizzierte den gesellschaftlichen Kontext, in dem die Initiativen zur Weiterbildung gering qualifizierter Erwerbspersonen einzuordnen sind.

Hengsbach definierte die Weiterbildung als öffentliches Gut und forderte Schranken für die Kommerzialisierung derartiger öffentlicher Güter und Einrichtungen.

Nicht ein „schlanker Staat“, wie vielfach gefordert, der nur „Sanitätsdienste“ zur Milderung von sozialen Härten leistet, könne das Ziel der demokratischen Entwicklung sein, sondern ein „robuster Staat“. Ein robuster Staat fordert die Finanzmittel ein, die er für die Bereitstellung von Bildungsgütern und öffentlicher Infrastruktur braucht.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass sich das Engagement für die Qualifizierung von Angelernten nicht nur für die Betroffenen, wie für die Unternehmen auszahlt, sondern im Hinblick auf die demografische Entwicklung volkswirtschaftlich eine Notwendigkeit darstellt.

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