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Intralogistik Fördertechnik macht Handwerker wettbewerbsfähig

Hohe Stückzahlen, großer Umsatz, viel Geld für Investitionen: Große Unternehmen können auf eine ausgefeilte Intralogistik nicht verzichten. Doch auch für kleine Handwerksbetriebe kann der Schritt zur Fördertechnik sinnvoll sein.

Teilautomatisierung Berliner-Produktion
Können Stückzahlen nicht mehr mit den gewohnten Arbeitsschritten erhöht werden, sollten Unternehmer über eine Teilautomatisierung der Prozesse nachdenken. -

Seit Jahren stellt Bäcker Fritz Maier 500 Brötchen am Tag her. Doch Nachfrage und Konkurrenzdruck steigen. Will er seinen Betrieb am Laufen halten und seinen Mitarbeitern mehr als den Mindestlohn bieten, muss er höhere Stückzahlen produzieren. Um den altbekannten Backvorgang auszuweiten, fehlt es aber an Geld, Personal und Platz. Erreicht ein Betrieb die Schwelle, an der steigende Stückzahlen nicht mehr mit gewohnten Arbeitsschritten zu bewältigen sind, "sollte er über Fördertechnik nachdenken", erklärt Hans Schüßler vom Fördertechnik-Spezialisten Movet.

Nur durch Teilautomatisierung der Prozesse sei es möglich, Stückzahlen weiter zu erhöhen. Hatte der Bäcker bis dahin einen zehn Meter großen Tisch, so spart ein zwei Meter langes, 0,5 Meter breites Förderband Platz. Gleichzeitig können die Bäcker nötige Handgriffe untereinander aufteilen und in der gleichen Zeit mehr Brötchen herstellen. Damit ist die Investition von rund 2.500 Euro schnell bezahlt. Amortisiert hat sich die Anlage oft innerhalb von einem bis maximal vier Jahren.

Produktivität und Arbeitssicherheit erhöhen

Mehr Leute zu beschäftigen, um höhere Stückzahlen zu generieren, ist für Bäcker Maier sinnlos. Denn sind zu viele Kollegen am Prozess beteiligt, ist dieser unrentabel. Besser: Das bestehende Team durch vereinfachte Arbeitsschritte zu unterstützen. Laut Schüßler geht es nicht vordergründig darum, Kosten zu senken, sondern vor allem um eine hohe Produktivität. Der Experte erklärt: "Wenn Mitarbeiter sich weniger mit dem Hin- und Hertransportieren der Ware aufhalten müssen, haben sie mehr Zeit fürs Fertigen." Neben betriebswirtschaftlichen Aspekten verbessert die Förderanlage auch die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter. Laut Verordnung darf ein Arbeitnehmer dauerhaft nicht mehr als zwanzig Kilogramm Gewicht heben und tragen. Oft ist das aber für den Materialnachschub unerlässlich. Dann muss ein Transportsystem den Prozess unterstützen.Schüßler weiß: "Der Gesundheitsaspekt spielt eine große Rolle bei der Überlegung, den Alltagsbetrieb zu automatisieren." So könne Fördertechnik Mitarbeiter von untergeordneten und verschleißenden Arbeiten befreien. Diese seien dadurch fitter und motivierter.

Energiekosten: Beratung auch bei bestehenden Anlagen

Sind Betriebsleiter unsicher, können sie sich kostenlos vor Ort beraten lassen. Industrievertreter wie Movet beobachten bisherige Arbeitsprozesse, analysieren diese und erarbeiten gemeinsam mit den Betriebsinhabern Konzepte. Im Mittelpunkt stehen dabei gleichbleibende Qualität, weniger Belastung und mehr Sicherheit für Mitarbeiter.

Sind diese Faktoren erfüllt, ergibt sich Schüßler zufolge automatisch eine wirtschaftliche Verbesserung. "Selbst wenn der Betrieb bereits automatisiert ist, lohnt sich eine Prüfung", berichtet Hans Schüßler. Bei alten Anlagen etwa senke ein neuer Motor laufende Kosten. Dieser verbraucht mit rund 180 Watt pro Stunde nur noch ein Fünftel der Energie seiner Vorgänger. Ein oft unterschätzter Kostenfaktor. Denn schließlich: "Gerade im Handwerksbereich schlucken veraltete Geräte Unmengen an Strom. Wer da nichts tut, legt bei steigenden Energiekosten schnell drauf", warnt Schüßler.

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