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IHM: Spitzengespräch der deutschen Wirtschaft Wirtschaft unterstützt Merkel bei Flüchtlingspolitik

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei der deutschen Wirtschaft für die konstruktive Haltung bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise bedankt. Die Kanzlerin hatte sich am Freitag auf der Internationalen Handwerksmesse in München mit den Präsidenten der vier größten Wirtschaftsverbände getroffen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Internationale Handwerksmesse
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Im "Land des Handwerks": Auf der Sonderschau der IHM besuchte Kanzlerin Angela Merkel den Stand von Schröter Modell- und Formenbau, hier mit Geschäftsführer Maximilian Lörzel (li.), ZDH-Präsident Hans... -

Die Wirtschaft habe sich ausgesprochen großzügig und offen gezeigt, wenn es um die Integration der Flüchtlinge ging. Man werde auch über die Bundesagentur für Arbeit weiterhin gemeinsam nach Lösungen suchen, um die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt einzubinden, erklärte die Kanzlerin.

Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), versicherte, dass die Kanzlerin in Sachen Flüchtlingspolitik die Unterstützung der deutschen Wirtschaft habe. "Die so genannte Viererbande hat beschlossen, dass wir hinter unserer Bundeskanzlerin stehen", sagte Grillo. Respekt gebühre ihr für den Einsatz für offene Grenzen in Europa. Davon profitiere die Wirtschaft. Das Flüchtlingsproblem müsse deshalb auf gesamteuropäischer Ebene solidarisch gelöst werden.

Flüchtlingskrise: Wirtschaft darf nicht auf der Strecke bleiben

Gleichwohl müsse man die Bedürfnisse der Wirtschaft im Auge behalten. Denn nur eine starke Wirtschaft könne helfen, das Flüchtlingsproblem zu lösen. Eine von vielen Herausforderungen, für die man die Unterstützung der Regierung brauche, sei natürlich die Digitalisierung. Grillo lobte das Engagement der Bundesregierung in Sachen Smart Data, intelligenter Vernetzung oder Cloud Computing. Allerdings bräuchten die Unternehmen mehr Entschlossenheit der Politik bei der Bewältigung der Herausforderungen, etwa beim Ausbau des Breitbandnetzes. Grillo: "Das sind Vorlaufinvestitionen, damit anschließend die privaten Investitionen folgen können."

Ein weiteres Thema des Spitzengesprächs waren drohende Belastungen der Wirtschaft auf dem Arbeitsmarkt. Werkzeuge wie Zeitarbeit oder Werkverträge etwa dürften nicht infrage gestellt werden. Auf Dauer würde eine Einschränkung Wachstum und Arbeitsplätze kosten. Zeitarbeit sei zum Beispiel für die Schwächsten am Arbeitsmarkt unverzichtbar.

Kostendruck durch die Energiewende

Weitere Belastungen befürchtet die Wirtschaft auch bei der Energieversorgung. In den nächsten zehn Jahren drohe weiterer Kostendruck durch Netzausbau, Erdverkabelung, die Förderung der erneuerbaren Energien und die Kosten der Systemstabilisierung.

Die Wirtschaft, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, will keine nationalen Alleingänge in Sachen Klimaschutz. Die Kosten für die Verbraucher würden durch nationale Zusatzmaßnahmen massiv erhöht. Man müsse deshalb noch stärker auf den europäischen Emissionshandel bauen und seine Steuerungswirkung positiv nutzen.

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