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Flexibel in die Rente Das ändert sich durch die Flexi-Rente

Das Kabinett hat den Gesetzesentwurf zur Flexi-Rente beschlossen. Jetzt muss nur noch der Bundestag zustimmen. Dann kann der Übergang in die Rente ab 2017 flexibler gestaltet werden.

Durch die Flexi-Rente soll der Übergang vom Berufsleben in die Rente künftig deutlich flexibler gehandhabt werden. "Es ist eine gute Nachricht, dass der Gesetzesentwurf endlich auf den Weg gebracht wird“, sagte Carsten Linnemann, der Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU. Er nannte die Flexi-Rente "ein längst überfälliges Signal" in der Rentenpolitik.  "Wir geben den Menschen endlich das Recht, selbst zu entscheiden, wie lange sie arbeiten wollen", ergänzte er. Er gehe davon aus, dass das Gesetz zügig im Bundestag verabschiedet werde. Das Gesetz soll ab 2017 in Kraft treten.

Flexi-Rente: Höhere Rentenansprüche möglich

Insgesamt sieht das Gesetz zur "Flexi-Rente" Verbesserungen für jüngere und ältere Rentner vor. Wer künftig nach der Regelaltersgrenze von derzeit 65 Jahren und fünf Monaten noch arbeiten will, soll seine Rentenansprüche durch eigene Beiträge erhöhen können. Und wer ab 63 Jahren in Rente geht und nebenher noch arbeiten will, soll mehr als bisher von seinem Hinzuverdienst behalten.

Hinzuverdienstgrenzen werden flexibilisiert

So soll der Zuverdienst künftig erst jenseits eines Freibetrages von 6.300 Euro im Jahr auf die Renten angerechnet werden. Erst was darüber liegt, soll zu 40 Prozent mit der Rente verrechnet werden. Bisher ist eine jährliche Verrechnung der Freibeträge nicht möglich. Vielmehr kann man im Regelfall nur 450 Euro im Monat hinzuverdienen, ohne eine Rentenkürzung zu riskieren. Liegt man darüber, erhält man nur eine Teilrente von zwei Drittel, der Hälfte oder einem Drittel der möglichen Vollrente. Diese Stufenlösung hat dazu geführt, dass die Teilrente bisher wenig genutzt wurde.

Arbeitgeber sollen nur noch Rentenbeiträge bezahlen

Auch wer künftig nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeiten möchte, kann dies unter veränderten Bedingungen tun. So sollen Arbeitgeber zwar weiterhin Rentenbeiträge abführen. Anders als bisher sollen diese Beiträge die Rentenansprüche der Arbeitnehmer erhöhen, wenn diese sich selbst mit einem entsprechenden Betrag beteiligen. Derzeit bezahlen sie keine Rentenbeiträge. Darüber hinaus sollen Arbeitgeber für erwerbstätige Rentner, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, befristet für fünf Jahre keine Beiträge in die Arbeitslosenversicherung bezahlen müssen. Damit sollen Anreize, Ältere zu beschäftigen, verstärkt werden.

Die Flexi-Rente, die von Linnemann angestoßen wurde, war von Anfang an als Abfederung des 2014 beschlossenen Rentenpaketes mit Mütterrente und abschlagsfreier Rente mit 63 gedacht. Die Große Koalition hatte sich schon im November 2015 auf Eckpunkte geeinigt. Linnemann will jetzt dafür kämpfen, dass die Regelung auch auf Beamte übertragen wird. "Es ist nicht einzusehen, dass rüstige Beamte mit 67 in Zwangspension geschickt werden, wenn sie gerne weiterarbeiten wollen und der Dienstgeber ihre Expertise dringend braucht", betonte er.

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