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Steuer aktuell Firmenwagen: Steuerliche Sonderregelung bei Behinderung

Normalerweise werden für die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb mit dem Firmenwagen bei Unternehmern nur 0,30 Euro je Entfernungskilometer (= einfache Strecke) als Betriebsausgaben zum Abzug zugelassen. Bei einem bestimmten Grund der Behinderung gilt steuerlich jedoch eine Sonderregelung.

Wurde bei einem Unternehmer eine Behinderung festgestellt, kann er unter bestimmten Voraussetzungen statt der Entfernungspauschale von 0,30 Euro je Kilometer für die einfache Strecke die gesamten Fahrtkosten zwischen Wohnung und Betrieb als Betriebsausgabe verbuchen. Das funktioniert, wenn

  • der Grad der Behinderung mindestens 70 Prozent beträgt (§ 9 Abs. 2 Satz 3 Nr. 1 EStG) oder
  • der Grad der Behinderung weniger als 70 Prozent beträgt, aber mindestens 50 Prozent mit Gehbehinderung (§ 9 Abs. 2 Satz 3 Nr. 2 EStG).

Ein Unternehmer mit einem Grad der Behinderung im Sinn dieser Vorschrift muss also nur für die Privatnutzung des Firmenwagens eine Gewinnkorrektur durchführen. Die Gewinnkorrektur für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb ist dagegen nicht vorzunehmen.

Tipp: Sollten Sie also gesundheitliche Beschwerden haben, lassen Sie eine Behinderung bescheinigen. Ihnen steht dann nicht nur der volle Betriebsausgabenabzug zu, wenn die Behinderung weniger als 70 Prozent, aber mehr als 50 Prozent mit Gehbehinderung beträgt. Ihnen steht je nach dem Grund der Behinderung zusätzlich noch ein steuermindernder Behindertenpauschbetrag zu.

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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