Auto + Fuhrpark -

Nachfolger des Scudo Vielseitiger Transporter: Das ist der neue Fiat Talento

Der Fiat Talento ist der Nachfolger des Scudo. Für den neuen Transporter in der Drei-Tonnen-Klasse wechselt Fiat den Partner. Der Transporter wird nun bei Renault gebaut. Vor allem bei der Ladekapazität überzeugt der Talento.

Mit dem Fiat Talento bringt der italienische Hersteller den Nachfolger des Scudo auf den Markt. Mit dem Talento will Fiat vor allem die Lücke zwischen dem kompakten Fiat Doblò Cargo und dem Großraumtransporter Fiat Ducato  schließen. Der Transporter soll die Kunden vor allem durch ein großes Ladevermögen und ein agiles Fahrverhalten überzeugen. Das ist der neue Fiat Talento im Detail. 

Talento überzeugt mit Ladelänge – Platz für drei Europaletten

Auf den ersten Blick die auffälligste Neuerung: Vor allem in der Länge hat der neue Dreitonner von Fiat zugelegt. Schon mit kurzem Radstand bietet der neue Talento Platz für drei Euro-Paletten und eine Landelänge von 2,5 Metern, die sich auf 3,75 Meter erweitern lässt.

Dafür ist allerdings die gegen Aufpreis erhältliche Trennwand mit Cargo-Plus-Klappe nötig, die den Laderaum bis unter die Beifahrerdoppelsitzbank öffnet. Bei langem Radstand lassen sich auf diese Weise sogar 4.15 Meter lange Rohre oder Latten transportieren. Die Ladekante liegt bei 552 mm. Zudem ermöglicht der Öffnungswinkel der Hecktüren von bis zu 255 Grad einen einfachen Zugang zum Laderaum.

In Sachen Ladevolumen bietet der Talento mit 5,2 Kubikmetern bei kurzem Radstand und 6 Kubikmeter beim langen Radstand ausreichend Platz. Bei der Version mit langem Radstand kann das Ladevolumen auf bis zu 8,6 Kubikmeter erweitert werden (mit Hochdach). Die Zuladung beträgt für den Fiat Talento maximal 1,25 Tonnen. Je nach Karosserievariante gibt es zudem zwei Dachhöhen (1,97 und 2,46 Meter), zwei Radstände (3,10 und 3,50 Meter) und zwei Innenraumhöhen (1,39 und 1,89 Meter) zur Auswahl.

1,6-Liter-Turbodiesel-Motor in vier Varianten erhältlich

Für den Antrieb sorgt im Talento ein 1,6-Liter-Turbodiesel-Motor, der in vier Leistungsstufen mit 95, 120, 125 und 145 PS angeboten wird. Die beiden kräftigeren Aggregate werden von einem zweistufigen Turbolader befeuert, dessen Abstimmung auf die verschiedenen Drehzahlbereiche eine dynamischere Leistungsentwicklung verspricht.

Bei den beiden Top-Motoren bereits mit an Bord ist die Start/Stop-Automatik. Diese gibt es bei den kleineren Aggregaten auf Wunsch und Aufpreis dazu. Alle Motoren benötigen Ad-Blue zur Abgasreinigung, um die von September an geforderte Euro-VI-Norm zu erfüllen. In Sachen Verbrauch liegt der Fiat Talento zwischen 5,9 und 6,6 Liter.

Pritsche, Bus und Kastenwagen - Mobiles Büro gegen Aufpreis 

Neben dem Kastenwagen ist der neue Fiat Talento auch als Bus und mit Pritsche erhältlich. Entscheidet man sich für die Standard-Ausstattung, sind die Fahrzeuge jedoch eher schlicht ausgestattet. Wer jedoch möchte bekommt den Transporter auch mit modernen Onboard-Technologien und Funktionen. Wie beispielsweise das optional erhältliche Infotainmentsystem mit 7 Zoll Navigationssystem und Touchscreen-Display, Außerdem erhältlich: Ein Radio Bluetooth System mit USB- und AUX-Anschlüssen sowie einer Bluetooth Freisprecheinrichtung.

Ordentlich Ladevolumen: Das ist der neue Fiat Talento

Ein echter Vorteil: Die reichlich vorhandenen Ablagemöglichkeiten. Für das Fahrerhaus stehen drei Ausstattungslinien zur Verfügung, wobei alle mit reichlich Ablagefächern ausgestattet sind. Ihre Gesamtvolumen gibt Fiat mit 90 Litern an. Das mobile Büro gibt es jedoch nur gegen Aufpreis. Dahinter verbirgt sich ein klappbarer Beifahrerdoppelsitz, der eine Ablagefläche für einen Laptop sowie ein Klemmbrett und Stauraum unter dem Sitz bietet.

Ebenfalls optional im Angebot sind ein sogenannter View-Plus-Spiegel auf der Sonnenblende, der den toten Winkel reduziert, sowie ein Anhängerstabilisierungssystem, das im Notfall Zugfahrzeug und Anhänger durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder wieder unter Kontrolle bringen soll.

Markante Front soll Eigenständigkeit verleihen

Durch eine eigenständige Front mit einer kurzen Motorhaube mit klaren, horizontalen Linien sowie einer schräg stehenden Windschutzscheibe, soll sich der Fiat Talento von den Schwestermodellen unterscheiden. Denn auch das ist neu: Beim Vorgängermodell Scudo kooperierte Fiat noch mit Peugeot und Citroën aus dem PSA-Konzern. Doch im Verkauf kam der Scudo nie so richtig in Fahrt. Nun nimmt Fiat mit Renault als Partner einen neuen Anlauf, um den Talento zu etablieren. Der Fiat Talento rollt also zusammen mit dem Renault Trafic, dem Opel Vivaro und bald auch mit dem neuen Nissan NV300 vom Band.

Aber die neuen Partner müssen sich offenbar erst noch aneinander gewöhnen. Obwohl Ende Juni 2016 als Verkaufsstart avisiert war, hat es Fiat nicht geschafft, mit dem Talento beim Deutschen Nutzfahrzeugpreis an den Start zu gehen. Dabei hätte der Transporter beim Handwerker-Test sicher nicht das schlechteste Urteil bekommen.

Fiat Talento ab 23.430 Euro erhältlich

Da die technischen und optischen Unterschiede zwischen den Modellen jedoch insgesamt gering sind, will Fiat noch auf andere Art und Weise bei den Kunden punkten. Unter anderem gibt es eine vier Jahres-Garantie,  flexible Finanzierungs- und Wartungsangebote sowie ein dichtes Servicenetz.  Zu haben ist der neue Fiat Talento ab 23.430 Euro netto. Darin bereits enthalten ist die erwähnte Garantie des Herstellers über vier Jahre. Hier geht’s zur vollständigen Preisliste

Fazit

Als " Ideales Arbeitsgerät für professionellen Einsatz", beschreibt Fiat seinen Talento. Für Kunden, die den Transporter regelmäßig bis unter die Decke beladen trifft dies durchaus zu. Ein großer Vorteil des Talento ist das üppige Ladevolumen.

Auch in Sachen Verbrauch kann sich der Talento sehen lassen. 5,9 bis 6,6 Liter Diesel sind völlig in Ordnung. Auch die Vier-Jahres-Garantie mit welcher sich Fiat von den anderen Herstellern abheben möchte ist ein nettes Plus für die Kunden.

Wer allerdings beim Talento bestimmte Zusatz-Ausstattungen haben möchte könnte schneller an seine finanziellen Grenzen kommen als gedacht. Mobiles Büro, die Trennwand mit Cargo-Plus-Klappe oder auch die Onboardfunktionen wie das Infotainment-System mit USB- und AUX-Anschluss  schlagen sich doch deutlich auf den Endpreis nieder. Alles in allem jedoch braucht sich der Fiat Talento in der Klasse der Drei-Tonnen-Transporter nicht zu verstecken. end/ste

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2016 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

* = Pflichtfelder. Bitte ausfüllen