Konjunktur: Geschäfte im Handwerk laufen wieder besser
Die Konjunktur im Handwerk hellt sich wieder auf. Deutlich mehr Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Rhein-Main als noch im vergangenen Quartal schätzen ihre derzeitige allgemeine Geschäftslage als gut ein. Das ist eines der Ergebnisse der neuesten Konjunkturumfrage der Kammer.
28,7 Prozent der befragten Betriebe beurteilen ihre allgemeine Geschäftslage als gut. Damit hat sich der Anteil gegenüber dem Vorquartal (22 Prozent) klar verbessert und übertrifft auch den Wert aus dem Vorjahr (26,6 Prozent).
Beim Ausblick auf die erwartete Geschäftslage in den kommenden drei Monaten finden sich im Vergleich zur aktuellen Beurteilung zurückhaltende Ergebnisse. Nur etwa jeder Fünfte rechnet mit einer guten Geschäftslage zu Beginn 2010; 30,4 Prozent der Betriebe erwarten eine schlechte. Jeder Zweite (49,4 Prozent) geht von befriedigenden Geschäften aus.
Laut Handwerkskammerpräsident Bernd Ehinger haben sich die stabile Nachfrage der Privathaushalte und die zusätzliche öffentliche Bautätigkeit belebend für das Handwerk erwiesen. Die Entlastung der Bürger und Betriebe habe den Konsum und die Investitionen gestützt, öffentliche Aufträge bei Bau- und Ausbaugewerbe hätten einen Teil der rückläufigen gewerblichen Aufträge und den fehlenden privaten Wohnungsneubau kompensieren können, so Bernd Ehinger weiter: „Die Konjunkturpakete haben eindeutig zu einer Stabilisierung des einheimischen Handwerks beigetragen und Arbeitsplätze gesichert.“
Der Auftragsbestand liegt auf dem Niveau des dritten Quartals 2009 und ist im Vergleich zum vierten Quartal 2008 leicht gestiegen. 16,7 Prozent der Betriebe melden aktuell einen gestiegenen Auftragsbestand, 48,6 Prozent einen unveränderten, zusammen also 65,3 Prozent mit mindestens konstantem Auftragsbestand. Die übrigen 34,7 Prozent verzeichnen einen zurückgegangenen Bestand an Aufträgen.
Die Beschäftigungslage bei den Handwerksbetrieben im Rhein-Main-Gebiet bleibt überwiegend positiv. Sie verweilt auf dem Niveau des dritten Quartals 2009. Aktuell meldet eine Mehrheit von 78,1 Prozent der Betriebe, ihre Belegschaft konstant gehalten zu haben (Vorquartal 76,6 Prozent). 9,1 Prozent geben sogar an, zusätzliche Mitarbeiter eingestellt zu haben (Vorquartal 10,9 Prozent).
„Die aktuelle Belebung der Konjunktur darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch 2010 ein wirtschaftlich schwieriges Jahr wird“, meint Kammerpräsident Ehinger. Es bestünden weiterhin erhebliche Unsicherheiten. Vor allem die steigende Arbeitslosigkeit und wachsende Finanzierungsengpässe der Unternehmen böten Anlass zur Sorge. „Diese Faktoren dämpfen den beginnenden Aufschwung und gefährden die Überlebensfähigkeit an sich solider Betriebe“, erklärt Ehinger.
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