Erstes Zertifikat "Servicezentrum 50plus" verliehen - Kassel - deutsche handwerks zeitung

Kassel - 01.01.2005

Handwerkskammer Kassel

Erstes Zertifikat "Servicezentrum 50plus" verliehen

Die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der HWK Kassel, Diane Bingel, hat der Firma Götte aus Bad Arolsen als erste Firma in Hessen das Zertifikat "Servicezentrum 50plus" verliehen.

Der Heizungs- und Sanitärbaubetrieb mit 26 Mitarbeitern hat seit vielen Jahren spezielle Produktangebote für das Kundensegment 50plus: Badsanierung aus einer Hand, Komplettservice rund um die Uhr, kompetente Beratung, aber auch der große (barrierefreie) Ausstellungsraum unterstreichen, dass die Ansprache "älterer" Kunden für die Firma Götte einen besonderen Stellenwert hat.

"Das Kundensegment 50plus benötigt spezielle Produkte und einen sensiblen Kundenumgang. Viele handwerkliche Angebote für dieses Kundensegment sind entweder unterentwickelt oder beim Kunden nicht bekannt. Wir arbeiten schon seit längerer Zeit mit gezielten Produktangeboten und Dienstleistungen", erläutert Geschäftsführer Karl-Wilhelm Götte.

"Wir sehen das Zertifikat als Anreiz, sich mit der 'Zielgruppe 50plus' aktiv auseinander zu setzen. Zudem ist es ein vertrauensbildendes Marketinginstrument für die Kunden des Handwerks", so Bingel bei der Verleihungsfeier. Der Anteil der über 50-jährigen in Hessen werde immer größer und damit werde es in den nächsten Jahren weitere, deutliche Verschiebungen der Nachfragesegmente geben. Dadurch können sich zahlreiche neue Marktchancen eröffnen, zum Beispiel für altersgerechtes und barrierefreies Wohnen. Aber auch die verstärkte Wellness- und Lifestyleorientierung der über 50-jährigen, der erhöhte Bedarf nach Sicherheit und Komfort und der Wunsch nach individueller Leistungserstellung stelle für die Handwerker neue Herausforderungen dar.

Größere Studie zum demographischen Wandel

Die Handwerkskammer Kassel hat die demographischen Veränderungen zum Anlass genommen, eine größere Studie zu diesem Thema durchzuführen, die mit finanzieller Unterstützung des Landes Hessen und des europäischen Sozialfonds (ESF) sowie in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft (Universität Marburg) klären soll, wie sich der demographische Wandel auf das Handwerk auswirken wird. Neben den aktuellen Marktpotentialen für das Handwerk in Hessen wurden auch Prognosen bis zum Jahr 2030 berechnet. Parallel dazu wurden im Jahr 2007 die ersten vier "Sensibilisierungsschulungen" angeboten, in denen die Handwerksmeister auf die Marktveränderungen vorbereitet und Schritte für die aktive Marktbearbeitung aufgezeigt wurden, so Matthias Joseph, der das Projekt seitens der Handwerkskammer leitet.

Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung war es, das Zertifikat "Servicezentrum 50plus" zu entwickeln. Um dieses Zertifikat "Servicezentrum 50plus" führen zu können, muss sich der Handwerksbetrieb einem Audit unterziehen und vielfältige zielgruppenspezifische Anforderungen erfüllen. Außerdem muss eine Grundlagenschulung zum Thema nachgewiesen werden.

Eine hessenweite Umfrage im Sommer 2007 machte deutlich, dass nur jeder fünfte Betrieb eine spezielle Beschäftigung mit dem Kundensegment 50plus als notwendig erachtet.

 
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