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Zweite Chance durch Umschulungen Erfolgreiche Perspektiven im Berufsleben

Ein Unfall, eine schwere körperliche oder eine seelische Erkrankung – wenn Menschen beruflich aus der Bahn geraten, eröffnen Berufsförderungswerke Chancen auf einen Karriere-Neustart. Wie eine Studie belegt, meist mit Erfolg.

Eine schwere Handverletzung und schon ist es aus mit der Schreinerkarriere: Doch es gibt noch viele andere Gründe, weshalb Menschen nicht mehr in ihrem angestammten Job arbeiten können. Knapp drei Dutzend Berufsförderungswerke bundesweit eröffnen für die Betroffenen durch Umschulungen eine zweite Chance. Wie erfolgreich der Weg ist, belegt eine Studie des Berufsförderungswerks der Eckert Schulen.

Besonders erfolgreich: Reintegration in technische Berufe

"Rund vier von fünf Absolventen einer Umschulungsmaßnahme sind sechs Monate nach dem Abschluss ihrer Ausbildung in Arbeit", erklärt Geschäftsführer Friedrich Reiner. Knapp 80 Prozent der erfolgreichen Umschüler arbeiteten in ihrem neuen oder in einem artverwandten Beruf in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. "Damit bestätigt sich unser langjähriger Trend einer Integrationsquote zwischen gut 70 bis über 80 Prozent", betont Reiner.

Besonders erfolgreich ist der Studie zufolge die berufliche Reintegration in den Gesundheits- und IT-Berufen sowie in einigen technischen Berufen. Eine weitere positive Erkenntnis: Auch Umschüler, die älter als 40 Jahre sind, erreichen eine Beschäftigungsquote von mehr als 75 Prozent.

Vielfältiges Betreuungsangebot für Umschüler

In Deutschland gibt es etwa 12.000 Ausbildungsplätze für Menschen, die in den Berufsförderungswerken die Chance auf einen Neustart erhalten. Finanziert werden diese Maßnahmen von der Deutschen Rentenversicherung, der Agentur für Arbeit und den Berufsgenossenschaften.

Während ihrer beruflichen Neuqualifizierung steht neben den fachlichen Inhalten insbesondere die intensive individuelle Betreuung im Mittelpunkt. Im Berufsförderungswerk Eckert gehören Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen und Sozialpädagogen zum Team. Zusätzlich wohnen die Teilnehmer gemeinsam auf dem Campus.

Dem Fachkräftemangel entgegentreten

"Berufsförderungswerke sind erfolgreiche und gelebte Inklusion", findet Reiner. Sie seien gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein unverzichtbares Instrument der beruflichen Rehabilitation. Einen Wunsch hat der Leiter der Einrichtung an die Politik: "Es ist wichtig, dass auch zukünftig die Qualität der Leistungen entscheidend bleibt, damit individuelle Förderung und flächendeckende Versorgung für die Zukunft gewährleistet bleiben." dhz

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