EnEV 2014: Die Änderungen -

Interview mit Energie-Expertin Melita Tuschinski EnEV 2014: "Irgendwie dämmen reicht nicht mehr"

Energie-Expertin Melita Tuschinski erklärt, warum zum 1. Mai 2014 die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft tritt, wie Handwerker davon profitieren können und was sich bei Energieausweisen ändert.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets EnEV 2014: Die Änderungen

DHZ: Frau Tuschinski, seit dem 1. Mai gilt die neue EnEV 2014. Warum wird die "alte" Energieeinsparverordnung überhaupt ersetzt?

Tuschinski: Auch Deutschland muss die Vorgaben der Europäischen Gebäuderichtlinie (EU-RL 2010) umsetzen, beispielsweise die Registrierung und Kontrolle von Energieausweisen. Auch die Ziele des Energiekonzepts der Bundesregierung und geänderte Baunormen – beispielsweise die DIN 18599 zur energetischen Bewertung von Gebäuden – führten zur EnEV-Novelle.

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DHZ: Wie wird sich die Reform für das Handwerk auswirken?

Tuschinski: Die neue EnEV verschärft den energetischen Neubau-Standard für Bauvorhaben ab 2016. Dass wird sicherlich dazu führen, dass mancher Bauherr sich noch 2015 dazu entschließt, sein Bauvorhaben zu starten. Das würde sich auch in den Auftragsbüchern der Bauhandwerker positiv niederschlagen.

DHZ: Wo kann das Handwerk noch profitieren?

Tuschinski: Ich sehe in der Sanierung von Bestandsbauten neue Chancen für das Handwerk. Die EnEV 2014 normiert die Dämmpflicht für oberste Geschossdecken: Es reicht nicht mehr, dass irgendwie gedämmt wurde. Wer seine Nachrüstpflichten nicht erfüllt, dem drohen nun auch Bußgelder.

DHZ: Die EnEV verschärft auch die Anforderungen an Energieausweise.

Tuschinski: Wer Energieausweise im Wohnbestand ausstellt, muss künftig jeweils eine Registriernummer beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) online anfordern und diese in den Ausweis eintragen. Neu sind auch die Effizienzklassen im Energieausweis für Wohngebäude sowie Bußgelder bei neu aufgenommenen Ordnungswidrigkeiten. Aussteller müssen die Energieausweise und die dazugehörenden Unterlagen aufbewahren und der Baubehörde per E-Mail als eigescannte Dokumente zusenden, falls diese sie als Stichprobe kontrollieren wollen.

Die Broschüre "EnEV 2014 – Kurzinfo für die Praxis" gibt es unter EnEV-online.de

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