Der 5. Technologietag im BBZ der Handwerkskammer Erfurt widmete sich den Themen "Energieeffizienz und Umwelt". Ein Höhepunkt war die Übergabe der Zertifizierungsurkunden an vier weitere Fachbetriebe "Erneuerbare Energien". Sie können sich nun mit dieser Zertifizierung am Markt positionieren.
Immer drängender wird die Frage, wie Wirtschaft und private Verbraucher unter möglichst großer Schonung der Ressourcen eine hohe und nachhaltige Energieausbeute erzielen. Denn der Energieverbrauch für Gebäude und Prozesse nimmt einen steigenden Anteil an den Betriebskosten in der Wirtschaft und auch beim Endverbraucher ein. In den insgesamt elf Fachforen des Technologietages wurden diese aber auch andere wichtige Themen wie die demografische Entwicklung und die Fachkräftesicherung, Fördermöglichkeiten sowie Aus- und Weiterbildung von Experten beleuchtet. Hauptgeschäftsführer Thomas Malcherek betonte anlässlich der Veranstaltung: "Eine bessere Energieeffizienz erreichen wir nur, wenn moderne Systeme und Anlagen entwickelt und von fachkompetenten und qualifizierten Betrieben installiert und gewartet werden. Und damit hat die Frage nach einer Steigerung der Energieeffizienz nicht nur eine wirtschaftliche Dimension, sondern nimmt gleichzeitig einen immer größeren Raum unter anderem im Bereich der Aus- und Fortbildung ein und fördert gleichzeitig die Bildung neuer Netzwerk- und Kompetenzstrukturen für das Handwerk."
So führt die Handwerkskammer Erfurt seit einigen Jahren mit wachsenden Teilnehmerzahlen Stammtische für Handwerker durch, um über neueste Technologien, Trends, rechtliche Grundlagen und Marktchancen im Bereich der Erneuerbaren Energien zu informieren. Malcherek: "Das Handwerk als Umsetzer neuer Technologien ist ein wichtiger Bestandteil in der Wertschöpfungskette der erneuerbaren Energien." Der Hauptgeschäftsführer verwies darauf, dass Thüringen zwar in der Herstellung beispielsweise von Photovoltaik-Modulen Spitze sei, aber nicht in der Anwendung, sprich in der Installation von Flächen. Hier gebe es Reserven – sowohl auf politischer Seite als auch auf Anbieterseite. Die Handwerksbetriebe seien ein wichtiges Bindeglied zwischen produzierender Industrie und dem Verbraucher. Sie seien bei den Kunden vor Ort, beraten den Häuslebauer, den Eigentümer oder auch die Firma. Der Rat der Fachbetriebe sei entscheidend für oder gegen eine Investitionsentscheidung.
Darauf hat die Handwerkskammer frühzeitig reagiert und bereits 2006 im BBZ das "Fachzentrum für erneuerbare Energien" geschaffen und mit der Entwicklung von Weiterbildungsprodukten für diese Technologien begonnen. Es wurde beispielsweise eine Zertifizierung entwickelt, damit sich qualifizierte Fachbetriebe für erneuerbare Energien am Markt besser positionieren können.
Zum Technologietag erhielten weitere vier Handwerksbetriebe die Zertifizierungsurkunden als Fachbetrieb für Erneuerbare Energien:
Somit haben sich bisher insgesamt zehn Handwerksbetriebe in den Bereichen Solarthermie, Photovoltaik und Wärmepumpe zertifizieren lassen. Zu den Voraussetzungen einer Zertifizierung gehören unter anderem der Nachweis der Fachkenntnis, speziell qualifiziertes Personal sowie Erfahrung im Umgang mit der neuen Technologie. Ein Prüfungsausschuss, zusammengesetzt aus erfahrenen Handwerkern, Gutachtern, Dozenten und Wissenschaftlern, nimmt die Zertifizierung vor.
Hohe Qualitätsstandards hat die Handwerkskammer auch in der Meisterausbildung. Ausdruck dafür ist die Meisterklasse der Installateur und Heizungsbauer 2007/2008, die durch den Zentralverband Sanitär-Heizung-Klima anlässlich der internationalen Sanitär- und Hausmesse in Frankfurt am 23. März 2009 aufgrund ihrer hervorragenden Prüfungsergebnisse als "Beste Meisterklasse" Deutschlands ausgezeichnet wurde. Die Klasse wurde während der Eröffnung des Technologietages nochmals durch die Handwerkskammer geehrt. Die Handwerkskammer arbeitet in Netzwerken, um die verschiedenen Kompetenzen für die Handwerksbetriebe aufzubereiten und zugänglich zu machen. Dazu zählen Aktivitäten wie das Netzwerk für erneuerbare Energien oder auch das Projekt "Bauen im Bestand" und der Aufbau unserer Fachwerkstatt SHK - auch dank der Unterstützung durch das Land Thüringen.
Mit lebenden Werkstätten, Eignungstest, Lehrstellenbörse und Beratung wandte sich das Jobstarter-Team der Handwerkskammer während des Technologietages an Schüler und Eltern. Zum ersten Mal hatte sich eine Schule für diesen Tag angemeldet. Die Pfiffelbacher Regelschule nahm mit einigen Klassen die Gelegenheit wahr, Handwerk live zu erleben, mit Lehrlingen und Ausbildern zu sprechen, sich über Berufe und Karrierewege zu informieren. Für Spätentscheider bot die Lehrstellenbörse noch offene Ausbildungsplätze. Darüber hinaus haben Betriebe bereits offene Ausbildungsplätze für das nächste Ausbildungsjahr in die Lehrstellenbörse gestellt.
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