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Ein Zeichen gegen den Hass Breivik-Prozess: Eiserne Rosen für die Opfer von Oslo und Utoya

Während der Massenmörder Anders Behring Breivik vor Gericht seine Aussage macht, schmieden Metallhandwerker auf der ganzen Welt eiserne Rosen für ein Mahnmal, das an die Opfer des Massakers in Oslo und auf der Insel Utoya erinnern soll.

Breivik hatte am 22. Juli 2011 vor dem Regierungsgebäude in Oslo eine Autobombe gezündet. Durch die Explosion starben acht Menschen, weitere zehn wurden verletzt. Nach dem Anschlag fuhr der Täter weiter zur knapp 40 Kilometer entfernten Insel Utoya, wo 600 Jugendliche, die der sozialdemokratischen Arbeiterpartei angehören, ihr Sommercamp abhielten.

Gegen 17 Uhr betrat Breivik die Insel, verkleidet als Polizist und zunächst unter dem Vorwand, über den Anschlag von Oslo informieren zu wollen und die Jugendlichen zu beschützen. Dann eröffnete er das Feuer. 90 Minuten lang schoss er aus seiner halbautomatischen Waffe wahllos auf die Menschen um sich herum. 69 Menschen kamen hier ums Leben.

Aufruf an Schmiede im Internet

Weltweit wurde bewundert, wie Norwegen mit dieser Katastrophe umging. Anstatt in Hass zu verfallen, bekundete das Volk Solidarität und wuchs stärker zusammen. Überall in Oslo und auf Utoya legten die Menschen Rosen nieder. Die beiden Schmiede Tobbe Malm und Tone Mørk Karlsrud wollten dieses Zeichen aufgreifen.

iron rose for norway
© Malm/Karlsrud

Sie luden über Facebook via Internet Handwerker aus der ganzen Welt ein, eine Rose als Zeichen gegen Breiviks Hassideen zu schmieden. Derzeit bieten sie den Angehörigen der Todesopfer die Möglichkeit, eigene Rosen zu gestalten.

Schmiedeaktion in Chemnitzer Handwerkerschule

Auch in Chemnitz beteiligen sich Metallbauer an dem Projekt. Im Rahmen der Festwoche der Handwerkerschule schmieden am 19. April ein Ausbilder des Bildungs- und Technologiezentrums der Handwerkskammer und seine Lehrlinge ihre Rose für Norwegen.

Bisher haben Handwerker aus 18 Ländern mehr als 400 Rosen nach Norwegen geschickt. Die Initiatoren wollen alle Rosen zu einer Skulptur zusammenfassen und diese am Jahrestag 2013 eröffnen.

Breivik hat im Prozessauftakt seine Taten gestanden, hält sich aber für unschuldig, da er aus Notwehr gehandelt habe. Seit 2006 hatte sich der rechtsradikale Norweger darauf vorbereitet, mit Gewalt gegen die von ihm empfundene "Islamisierung" Europas vorzugehen. Im Prozess geht es ihm vor allem darum, für zurechnungsfähig gehalten zu werden.

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