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Steuer aktuell Ehescheidungskosten in Steuererklärung 2015 absetzen

Sind bei ihrer Scheidung Kosten angefallen, sollten Sie diese in der Einkommensteuererklärung 2015 als außergewöhnliche Belastung eintragen. Zwei Hürden sind dabei zu nehmen, bevor eine Steuerentlastung winkt.

In den Finanzämtern ist man bei Scheidungskosten derzeit rigoros. Die Sachbearbeiter lehnen den Abzug außergewöhnlicher Belastungen derzeit generell ab und verweisen stur auf die Vorschrift des § 33 Abs. 2 Satz 4 EStG, wonach Kosten für einen Rechtsstreit nur dann als außergewöhnliche Belastung abziehbar sind, wenn ohne diese Kosten die Existenz gefährdet ist oder der Lebensstandard nicht mehr gehalten werden kann.

Tipp: Doch gegen diese Nichtanerkennung außergewöhnlicher Belastungen sollten Sie mit einem Einspruch kontern. Denn das Finanzgericht Köln hat klargestellt, dass Scheidungskosten stets die Voraussetzungen für den Abzug außergewöhnlicher Belastungen erfüllen – und zwar nicht nach § 33 Abs. 2 Satz 4 EStG, sondern ganz banal nach § 33 Abs. 1 Satz 1 EStG (FG Köln, Urteil v. 13.1.2016, Az. 14 K 1861/15). Leider hat nun der Bundesfinanzhof in einem Revisionsverfahren das letzte Wort in dieser Streitfrage. Nur wenn die Richter für den Abzug grünes Licht geben, winkt möglicherweise eine Steuererstattung.

Hürde Nummer 2: Zumutbare Eigenbelastung

Haben Sie das Finanzamt davon überzeugen können, dass Scheidungskosten als außergewöhnliche Belastungen absetzbar sind, ist das leider nur die halbe Miete. Denn je nach Höhe der Einkünfte und je nach Familienstand ermittelt das Finanzamt eine zumutbare Eigenbelastung (§ 33 Abs. 3 EStG). Nur die außergewöhnlichen Belastungen, die über dieser zumutbaren Eigenbelastung liegen, wirken sich steuersparend aus.

Beispiel: Ein selbständiger Handwerker musste für seine Scheidung 4.000 Euro ausgeben. Das Finanzamt ermittelt für ihn eine zumutbare Eigenbelastung nach § 33 Abs. 3 EStG in Höhe von 3.000 Euro. Folge: Nur die verbleibenden 1.000 Euro mindern letztlich das zu versteuernde Einkommen.

Der Senat hat gegen sein Urteil die Revision zum BFH zugelassen. dhz

FG Köln, Urteil v. 13.1.2016, 14 K 1861/15

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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