Frankfurt-Rhein-Main -

Podiumsdiskussion Duale Bildung als Vorbild für Europa

Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka war Ehrengast auf dem Podium zum Thema „Duale Bildung als Motor für Deutschland – Vorbild für Europa?“.

Geladen hatte die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, der Wirtschaftsrat Hessen sowie die CDU-Fraktion im Hessischen Landtag.„Unser berufliches Bildungssystem trägt wesentlich zur Deckung des künftigen Fachkräftebedarfs der Wirtschaft bei. Und es ist ein Garant dafür, dass der Übergang von der Schule in den Beruf gelingt.

Deshalb ist es im Interesse von uns allen in Deutschland, die berufliche Aus- und Weiterbildung weiterhin zu fördern, um diesen Wettbewerbs- und Standortfaktor zu erhalten. Eine Berufsausbildung ist genauso attraktiv wie ein Studium“, sagte Ministerin Wanka und wies auf die vielen Qualifikationsmöglichkeiten in der beruflichen Bildung in Deutschland hin.

Auf dem Podium saßen neben Bernd Ehinger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, auch Michael Boddenberg, CDU-Fraktionsvorsitzender im Hessischen Landtag, sowie Erhard Seeger, Vorsitzender der Landesfachkommission „Familienunternehmen & Mittelstand“ des Wirtschaftsrates Hessen. In einem zweiten Podium berichteten zwei Junghandwerker von ihren Erfahrungen im Rahmen der Aus- und Weiterbildung. Petra Boberg vom Hessischen Rundfunk moderierte den Abend.

„Wir befinden uns aktuell an einem Punkt, an dem wir noch einmal sehr konkret auf Bundes-, aber auch auf europäischer Ebene nachhaken müssen: Eine reine volkswirtschaftliche Betrachtung der dualen Ausbildung oder der Auswirkung von reglementierten Berufe auf den Arbeitsmarkt im Rahmen von Studien wird uns in Europa nicht weiterbringen: Wir müssen die Zukunft der Ausbildung von jungen Menschen als gemeinsames Ziel sehen und nun strategische Entscheidungen treffen. Nichts anderes als die Zukunft unserer Jugend steht auf dem Spiel“, so Ehinger.

„Die Fakten liegen auf dem Tisch: Reglementierte Berufe sind kein Markthindernis, duale Bildung schafft Arbeitsplätze und Prosperität in den Regionen sowie Verbrauchersicherheit und Qualität“, so der Kammerpräsident.

Aus Sicht des Handwerks gebe es aktuell viele Aufgaben: „Wichtig ist zum Beispiel, dass wir uns gemeinsam mit den politischen Partnern etwa das Thema Hochschulfinanzierung im Vergleich zur Förderung der Berufsbildungs- und Technologiezentren ansehen, bei Partnern auf europäischer Ebene für mehr Transparenz und Verständnis in Sachen der Leistungsfähigkeit der reglementierten Berufe sorgen, Schulabgängern auf die Karriere­perspektiven der dualen Bildung hinweisen sowie die Aus- und Weiterbildung mit aktuellen Themen zukunftsfähig aufstellen, etwa im Bereich Wirtschaft 4.0.“

Michael Boddenberg sagte: „Die Verbindung von beruflicher Praxis und theoretischer Ausbildung ist das zentrale Erfolgsgeheimnis der dualen Berufsausbildung in Deutschland.“ Um den bereits heute in vielen Branchen dringend benötigten Nachwuchs zu gewinnen, arbeite man nicht nur daran, die Anzahl der Jugendlichen in Übergangssystemen zu verringern. „Wir setzen uns auch erfolgreich dafür ein, die Stoppschilder zwischen beruflicher und akademischer Bildung in Hessen abzubauen, um jedem Jugendlichen den für ihn passenden Ausbildungsweg zu eröffnen“, so Boddenberg.

„Das duale Ausbildungssystem ist besonders für den Mittelstand attraktiv und wichtig: Es sichert aufgrund der praxisorientierten, komplexen Ausbildung den erforderlichen Bestand an Fachkräften, aber auch die personellen Grundlagen für die Unternehmensnachfolge. Diese Fachkräfte müssen Unternehmen im internationalen Wettbewerb positionieren. Denn um langfristig bestehen zu können, braucht der hessische Mittelstand Nachfolger“, sagte Erhard Seeger.

Ein guter Teil davon müssten Handwerksunternehmen sein, die von gut ausgebildeten und einem hohen Qualitätsstandard verpflichteten Meistern gegründet und geführt werden.

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