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Oldtimer 2016 Diese Modelle gehören jetzt zum alten Eisen

Nach 30 Jahren gelten Autos in Deutschland offiziell als Oldtimer. 1986 war ein Jahrgang, in dem wulstige Plastikstoßstangen und strömungsoptimierte Karosserien in Mode waren. Einige davon könnten nun wertvolle Klassiker werden.

Der BMW 7er E32
Der BMW 7er E32 bekommt in diesem Jahr theoretisch erstmals ein H-Kennzeichen. -

Mit dem Oldtimer über Alleen brausen, die alten Hits im Kassettenrekorder hören und in Nostalgie schwelgen: Für einige Autofans gibt es nichts Schöneres. Alte Autos sind in Deutschland beliebt. Jedes Jahr erhalten weitere Fahrzeuge das H-Kennzeichen, wie auch die Modelle des Jahrgangs 1986. Einem Jahr, in dem wulstige Plastikstoßstangen und strömungsoptimierte Karosserien modern waren. Darunter: Audi 80 B3, Alfa Romeo 75 2.5 V6 und BMW 7er E32.

Nicht jedes alte Auto ist gefühlt ein Oldtimer

"Für viele Autofans ist ein Fahrzeug von 1986 aber gefühlt kein Oldtimer", erklärt Marius Brune, Geschäftsführer des Oldtimerbewerters Classic Data. "Denn Fahrzeuge mit geglätteter Karosserie für Windkanal und Waschstraße ohne Chrom und frei stehende Kotflügel ähneln doch sehr aktuellen Modellen."

Nicht alle alten Autos eignen sich zum Restaurieren und Aufheben. "Beim Kauf eines klassischen Autos ist vor allem der Zustand und die Fahrzeughistorie wichtig", konstatiert Brune. Dazu zählen Belege wie Rechnungen und Wartungsnachweise, aber auch die Anzahl der Vorbesitzer und die Originalität. Käufer sollten darauf achten, dass Motor und Karosserie zusammenpassen, also original sind - Fachleute sprechen von der Matching Number.

Wichtig ist laut Oldtimer-Fachmann Brune die Frage nach dem Einsatz. Interessenten sollten sich darüber im Klaren sein, ob sie das Auto eher fahren oder sammeln wollen. Bei regelmäßig benutzten Autos stelle sich die Frage nach der Ersatzteilversorgung. Dabei kommt es nicht auf den Wert des Autos an. Sei die Ersatzteilversorgung bei BMW, Jaguar, MG, Mercedes oder Porsche gut, könne es bei Peugeot, Citroën, Mazda, Opel oder Ford Probleme geben.

Oldtimer 2016

Fahren oder sammeln

Was Autobegeisterte vor dem Kauf oft vergessen, ist eine ausgiebige Probefahrt. "Die meisten Oldtimer-Fans lieben die Optik, können aber nach ein paar Kilometern enttäuscht werden. Denn es sind ja alte Autos, die weniger Komfort bieten als Neuwagen", findet Brune. Er rät zudem davon ab, einen Oldtimer als reines Investment zu kaufen. Das werde erst ab etwa 100.000 Euro interessant, da bei Modellen um die 20.000 Euro die Unterhaltskosten die Wertsteigerung auffressen.

Beliebt und damit teuer seien Cabrios und Sportwagen wie der BMW M3 der Baureihe E30. Auch der Mazda RX-7 der dritten Generation wird einige Fans interessieren. Beim Saab 900 Cabrio wird der Wert steigen, schätzt Brune. Denn das Cabrio sei der letzte echte Saab, danach übernahm General Motors die schwedische Automarke. Doch auch preiswerte Autos seien heute begehrt. "Für einen kleinen Fiat Panda 45 der ersten Serie zahlen heute Liebhaber bis zu 3.000 Euro", weiß Brune.

Das setzt aber einen guten Zustand des Fahrzeugs voraus. Zwar können Laien nur in seltenen Fällen die Technik kontrollieren, dafür aber die Karosserie. Mit einem Magneten lässt sich beispielsweise eine dicke Spachtelmasse an der Karosserie aufdecken. Fällt der Magnet ab, klebt zu viel Masse zwischen Blech und Lack. Brune rät dann: Finger weg, denn Karosseriearbeiten gehen ins Geld.

Tag der Zulassung ist maßgeblich

Die Auswahl an Fahrzeugen ist groß, aber auch die Zahl der Fallen, in die Interessenten tappen können. Für Frank B. Meyer, stellvertretender Chefredakteur des Magazins "Auto Bild Klassik", gibt es einige interessante Fahrzeuge, die dieses Jahr ein Oldtimer-Kennzeichen ergattern können. Für die Zuteilung des H-Kennzeichens gilt jedoch nicht die Einführung des Autos, sondern der Tag der ersten Zulassung des ausgesuchten Fahrzeugs. Der muss mindestens 30 Jahre zurückliegen. Nach einem Oldtimer-Gutachten bei einer Prüfbehörde kann das Fahrzeug dann als Oldie zugelassen werden.

"Eines der zuverlässigsten und langlebigsten Modelle der Automobilgeschichte ist der Audi 80 der Baureihe B3 (1986 bis 1991). Er hat eine vollverzinkte Karosserie und Heißwachs in den Hohlräumen der Schweller. Teile des Unterbodens wurden tauchlackiert. Der Auspuff war serienmäßig aus Edelstahl. Technik-Highlight: der cW-Wert von 0,29, besser als mancher Neuwagen", erklärt Meyer.

Modelle mit Potenzial zur Wertsteigerung

Nur wenige Modelle, die 1986 auf den Markt kamen, dürften demnächst im Wert steigen. Der erste BMW M3 (1986 bis 1991, Baureihe E30) hat den ersten großen Preis-Schub schon hinter sich: "Ein gutes Exemplar war 2009 noch für 20 000 Euro zu haben, jetzt hat der M3 schon die 50.000-Euro-Marke geknackt. Gut möglich, dass die Preise weiter steigen werden", prognostiziert Meyer. Für ihn ist das Technik-Highlight des Jahrgangs 1986 aber der Mazda RX-7 der dritten Generation (FC3S, 1986 bis 1991) mit Wankelmotor.

"Erfahrungsgemäß liegen große, leistungsstarke und exklusive Fahrzeuge im Interesse von Oldtimerfans. Ein BMW M3 E30 oder ein Jaguar XJ40 haben sicherlich größere Chancen auf eine Wertsteigerung als ein Citroën AX oder ein Lada Samara", meint Oliver Runschke von der Klassik-Abteilung des ADAC. "Der Austausch mit Markenclubs ist hilfreich, die Typreferenten der Clubs stehen meist mit Rat zur Seite", erklärt Runschke. Eine Hilfestellung für die Beurteilung des Zustandes gibt aber auch ein Oldtimer-Kurzgutachten von Prüforganisationen wie Tüv und Dekra oder dem ADAC. Fällt das Urteil der Prüfer positiv aus, kann es mit dem Olditimer schon bald durch eine schöne Allee gehen. dhz/dpa

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