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Baumaschinen Diebe per GPS aufspüren

Baumaschinen verschwinden immer wieder von Baustellen und werden ins Ausland geschafft. Für Betriebe bedeutet das schnell einen Schaden in fünfstelliger Höhe. Eine kleine Box kann das verhindern.

"Diebe stehlen zwei Radlader von einer Baustelle. Geschätzter Wert rund 85.000 Euro." Schlagzeilen dieser Art sind in den Medien keine Seltenheit. Gestohlene Baumaschinen verschwinden häufig innerhalb weniger Stunden ins Ausland, meist tauchen sie nie wieder auf. Betroffene Handwerksbetriebe stehen schnell vor einem großen wirtschaftlichen Schaden.

Wie das vermieden werden kann, zeigt das B eispiel der gestohlenen Radlader der SBG Schauenburg Baumaschinengesellschaft. Der Betrieb mit Sitz in Monheim hat in seinen Fahrzeugen die GPS-Ortung "MobilZeit" installiert. Über das Mobilfunknetz der Telekom sorgt die M2M (Machine-to-Machine)-Lösung dafür, dass sich Standort, Geschwindigkeit und Haltepunkte aller vernetzten Fahrzeuge über ein Internetportal in Echtzeit nachverfolgen lassen.

Um seinen gesamten Maschinenpark abzusichern und effizient zu verwalten, suchte der Betrieb eine Ortungslösung, deren Hardware leicht zu installieren ist und eine hohe Verfügbarkeit gewährleistet. Außerdem sollte sie sich ohne zusätzliche Investitionen gut in die vorhandene IT-Architektur einbinden lassen. "Eine GPS-Box muss im Fahrzeug möglichst unauffällig montiert sein, damit sie nicht leicht zu finden und auszubauen ist", sagt Michael Stanke, Betriebsleiter des Unternehmens.

Testlauf überzeugt

Zunächst prüfte die Firma das GPS-System in einer Testphase auf Herz und Nieren. Über sechs Monate wurden mit fünf Boxen die Bewegungsdaten der Fahrzeuge ausgewertet. Darauf folgte schrittweise der Roll-out auf die gesamte Maschinenflotte.

Die Ortungsbox gibt es mit oder ohne Akku. Mit der Zündung der Baumaschine schaltet sich die M-Box automatisch ein. Für sehr teure Maschinen lohnt ein Akkupuffer. Sollten Langfinger die Fahrzeugbatterie abklemmen, bevor sie die Maschine von der Baustelle bringen, schlägt die Box dank eines integrierten Bewegungssensors per SMS Alarm, ebenso wenn das Fahrzeug bei ausgeschalteter Zündung bewegt wird. Steht die Maschine länger als fünf Minuten still, schaltet sie in einen Schlafmodus, um die Fahrzeugbatterie zu schonen. Setzt das Fahrzeug sich wieder in Bewegung, erwacht die Box automatisch.

In der Hardware des verwendeten GPS-Routers ist neben der Antenne eine SIM-Karte der Telekom verbaut. So lassen sich die Daten auch in einer Cloud speichern. Um einen Missbrauch der Daten zu verhindern, sollten Betriebe vorab prüfen, ob die S erver des Cloud-Anbieters ISO-zertifiziert sind und am besten in deutschen Rechenzentren stehen.

Fuhrpark am PC im Blick

Ein beliebiger PC mit Windows-Betriebssystem und Internetzugang reicht, um den Fuhrpark zu kontrollieren. Nach dem passwortgeschützten Login zeigt die im Beispiel genutzte Überwachungssoftware alle registrierten Maschinen an. Per Mausklick sieht der Nutzer Standort, Geschwindigkeit und Haltepunkte jedes Fahrzeugs. Die Bewegungsdaten bleiben zwölf Monate gespeichert.

Auch die Wartungs- und Inspektionsintervalle jeder Maschine lassen sich mit der Software kontrollieren. "Manchmal ist eine Maschine, die kurzfristig repariert werden muss, schwierig zu finden, weil sie mitten in einem Waldgebiet oder irgendwo an der Autobahn steht. Das Software-Portal zeigt die genauen GPS-Koordinaten, so dass wir sie auf direktem Weg anfahren können", erklärt Betriebsleiter Stanke.

Im Fall der gestohlenen Radlader genügte letztendlich ein Blick in die Software, um die beiden Radlader zu lokalisieren. "Wir konnten durch die GPS-Ortung genau nachverfolgen, was sich am Vortag zugetragen hatte", sagt Geschäftsführer Christoph Schauenburg. Die Maschinen standen unversehrt etwa 20 km entfernt geparkt in einem Waldstück. Die Diebe hatten die Firmenbeschilderung bereits entfernt, um die Fahrzeuge unkenntlich zu machen und verschwinden zu lassen.

Was ist M2M?

Die Machine-to-Machine-Kommunikation, kurz M2M, bezeichnet den automatisierten Datenaustausch zwischen Maschinen untereinander oder mit einer Leitstelle. Der Aufbau ist stets ähnlich: Sensoren, Aktoren und IT-Bausteine sind direkt in den Objekten integriert oder mit ihnen verbunden. Sie erfassen Betriebsparameter oder GPS-Koordinaten und übertragen diese an einen Server – typischerweise in der Cloud. Dort werden sie gespeichert und anschließend ausgewertet.

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