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Einnahmen-Überschuss-Rechnung Die zehn besten Steuertipps

Wer das Jahr 2015 noch einmal Revue passieren lässt, kann kräftig Steuern sparen. Hier die besten zehn Steuerspartipps für Selbstständige, die ihren Gewinn nach der Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln.

Stichtag für die Abgabe der Einkommensteuererklärung plus des Formulars EÜR ist für selbstständige Handwerker, die ihren Gewinn nach der Einnahmen-Überschussrechnung ermitteln und steuerlich nicht beraten sind, der 31. Mai 2916. Hier die besten Steuertipps, mit denen der Gewinn 2015 für das Finanzamt gezielt kleingerechnet werden kann.

1. Arbeitszimmerkosten absetzen

Haben Sie keine Büroräume, sondern werden nur bei Ihren Kunden vor Ort oder zu Hause im Arbeitszimmer tätig, dürfen Sie für die Raumkosten bis zu 1.250 Euro als Betriebsausgaben vom Gewinn 2015 abziehen. Die Arbeitszimmerkosten müssen allerdings getrennt von den übrigen Betriebsausgaben aufgezeichnet werden (§ 4 Abs. 7 EStG).

2. Nutzungseinnahmen nicht vergessen

Erhöhen Sie Ihre Betriebsausgaben noch um folgende, bisher privat getragenen Ausgaben: Kosten für betriebliche Telefonate vom privaten Apparat aus (ohne Einzelverbindung 20 Prozent der Telefonrechnung, maximal 20 Euro pro Monat) oder Nutzung des Privat-Pkw für betriebliche Fahrten zum Kunden (0,30 Euro je gefahrenen Kilometer).

3. Kredit- und EC-Kartenzahlungen checken

Haben Sie im Dezember 2015 betriebliche Ausgaben mit der Kredit- oder mit EC-Karte bezahlt und diese Zahlungen wurden erst im Januar 2016 Ihrem Girokonto belastet, liegen dennoch gewinnmindernde Betriebsausgaben 2015 vor.

4. Vorsteuerpauschalierung wählen

Als Einnahmen-Überschussrechner profitieren Sie umsatzsteuerlich von einer Vergünstigung. Lag der Umsatz 2014 (!) nicht über 61.356 Euro, dürfen Sie für 2015 die Vorsteuerpauschalierung beantragen. Das Finanzamt erstattet Ihnen die Vorsteuer hier nicht aus den Eingangsrechnungen 2015, sondern pauschal mit einem bestimmten Prozentsatz Ihres Nettoumsatzes 2015 (Anlage 1 zu §§ 69 und 70 UStDV).

Beispiel: Sie erfüllen für 2015 die Voraussetzungen zur Vorsteuerpauschalierung für Ihren Friseursalon. Aus Eingangsrechnungen steht Ihnen ein Vorsteuerabzug von 1.700 Euro zu. Der Jahresumsatz 2015 betrug 60.000 Euro. Friseure erhalten bei Beantragung der Vorsteuerpauschalierung 4,5 Prozent des Umsatzes, im Beispiel also 2.700 Euro Vorsteuern erstattet (60.000 Euro x 4,5 Prozent). Ein schönes Plus von 1.000 Euro Vorsteuererstattung ist also die angenehme Folge der Vorsteuerpauschalierung.

5. Klassiker bei geplanten Investitionen

Liegt Ihr Gewinn 2015 nicht über 100.000 Euro, winkt ein Klassiker-Steuertipp. In diesem Fall dürfen Sie 40 Prozent der voraussichtlichen Investitionskosten für in den Jahren 2016 bis 2018 geplanten Investitionen ins bewegliche Anlagevermögen (Maschine, Pkw, Werkzeug, etc.) vom Gewinn 2015 abziehen.

Beispiel: Geplanter Kauf einer Maschine in 2018 mit voraussichtlichen Investitionskosten in Höhe von 30.000 Euro. Abzug eines Investitionsabzugsbetrags 2015 nach § 7g Abs. 1 EStG in Höhe von 12.000 Euro (30.000 Euro x 40 Prozent). 

6. Aufstockung des Investitionsabzugsbetrags

Haben Sie 2013 oder 2014 einen Investitionsabzugsbetrag abgezogen und es stellt sich heraus, dass die Investitionskosten gestiegen sind, können Sie den Investitionsabzugsbetrag 2015 aufstocken (= erhöhen). Voraussetzung ist jedoch wiederum, dass der Gewinn 2015 vor dem Abzug des Investitionsabzugsbetrags nicht über 100.000 Euro liegt.

Beispiel: Investitionsabzugsbetrag für geplanten Kauf eines Transporters 2013 in Höhe von 8.000 Euro (voraussichtlicher Kaufpreis 20.000 Euro x 40 Prozent). Nun stellt sich jedoch heraus, dass die voraussichtlichen Investitionskosten tatsächlich 35.000 Euro betragen.

Folge: Vom Gewinn 2015 darf ein zusätzliche Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 6.000 Euro abgezogen werden (zusätzlicher Kaufpreis 15.000 Euro x 40 Prozent).

7. Drittaufwand steuerlich absetzbar

Wurden 2015 einmal knapp bei Kasse und Ihr Ehepartner oder Ihre Eltern sind für den Kauf von Material eingesprungen, können Sie diese Ausgaben trotzdem als Betriebsausgaben vom Gewinn 2015 abgezogen werden. Man spricht von so genanntem Drittaufwand oder von einem abgekürzten Zahlungsweg.

8. Leasing-Sonderzahlung auf einen Schlag

Mussten Sie 2015 eine Leasing-Sonderzahlung leisten, muss diese Zahlung nicht auf die Dauer des Leasingvertrags verteilt als Betriebsausgabe abgezogen werden. Die Leasing-Sonderzahlung kann 2015 auf einen Schlag abgezogen werden.

9. Verpflegungsmehraufwand abziehen

Waren Sie als Betriebsinhaber auch aktiv bei Kunden tätig. Dürfen Sie für jeden Tag, an dem Sie mehr als acht Stunden vom Betrieb und von zu Hause entfernt waren, eine Verpflegungspauschale in Höhe von zwölf Euro pro Tag als Betriebsausgabe vom Gewinn 2015 abziehen.  Bei  einer mehrtätigen Auswärtstätigkeit beträgt die abziehbare Verpflegungspauschale 24 Euro pro Tag.

10. Vorsteuerabzug für Verpflegung sichern

Für die Verpflegungspauschale gibt es keinen Vorsteuerabzug. Deshalb sollten Sie sich während einer Auswärtstätigkeit stets Rechnungen für Mahlzeiten geben lassen und auf­bewahren. Die Beträge aus diesen Rechnungen sind zwar nicht als ­Betriebsausgabe abziehbar, doch das Finanzamt erstattet die Vor­steuern aus diesen Eingangsrechnungen.

Weitere Informationen zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung

  • Betragen Ihre Betriebseinnahmen 2015 mehr als 17.500 Euro, müssen Sie das Formular EÜR ausfüllen.
  • Haben Sie als Einzelunternehmer Trinkgelder erhalten, sind diese als Betriebseinnahme zu versteuern und sogar umsatzsteuerpflichtig.
  • Haben Sie Kunden oder Geschäftspartner bewirtet, sind 70 Prozent dieser Bewirtungsaufwendungen als Betriebsausgabe abziehbar. Die Vorsteuer wird jedoch zu 100 Prozent erstattet.
  • Die Zahlung der Umsatzsteuer aus der letzten Umsatzsteuervoranmeldung 2015 bis zum 10. Januar 2016 stellt zwingend eine Betriebsausgabe 2016 dar.
  • Lassen Sie die Steuererklärungen 2015 erstmals von einem Steuerberater ausfüllen, teilen Sie dem Finanzamt das mit. Dann gilt eine automatische Fristverlängerung zur Abgabe bis 31. Dezember 2016.

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