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Heribert-Späth-Preis Die Geheimnisse des besten Ausbilders im Handwerk

Was ist das Geheimnis von Gerhard Büchele? Für seine Ausbilder-Qualitäten im Handwerk hat er den Heribert-Späth-Preis erhalten. Tipps vom besten Ausbilder 2015.

Eine Übungs-Firma, Azubi-Projekte, U21-Meetings, gemeinsam Holzhacken  oder unterwegs auf Städtereisen: Wer im  SHK-Betrieb  Büchele Lufttechnik lernt, erlebt in seinen Lehrjahren so einiges. Für die ausgezeichnete Leistung in Sachen Ausbildung im Handwerk hat Firmeninhaber Gerhard Büchele den Heribert-Späth-Preis erhalten.

Jährlich verleiht die Stiftung Begabtenförderung im Handwerk e.V. die mit 3.000 Euro  dotierte Auszeichnung an Betriebsinhaber im Handwerk, die sich in besonderer Weise aktiv für die Ausbildung im Handwerk engagieren.

Projekte für und von Azubis

In der auf lufttechnische Anlagen spezialisierten Firma mit 90 Mitarbeitern werden im Moment neun Azubis ausgebildet. Immer wieder sind Praktikanten in dem Betrieb in Karlsruhe.

Azubi-Shop: Selbstständigkeit und Kreativität

Neben dem SHK-Handwerk lernen Bücheles Auszubildenden auch andere Qualifikationen. Wie zum Beispiel im eigenen Azubi-Shop Blechfuntastic. In ihrem Online-Shop vermarkten Azubis selbst hergestellte Accessoires und Einrichtungsgegenstände und vieles mehr – Hauptsache aus und mit Blech: vom Tablett, über den Kleiderständer bis hin zur Gartendusche.

Heribert-Späth-Preis Ausbilder Gerhard Büchele

Feedback und Firmenpaten: Reden, reden, reden

Büchele, der seit 1983 das Familienunternehmen führt, setzt ab dem ersten Tag seiner Lehrlinge auf Nähe zu seinen künftigen Mitarbeitern. In der betrieblichen Ausbildung lernen die Auszubildenden verschiedene Arbeitsbereiche kennen. Auch wenn die Dauer bei einer Ausbildungsstation mal ein Vierteljahr nicht übersteigt, erhalten die Azubis Rückmeldung von ihrem Vorgesetzten: Sie sprechen über den Fortschritt, Ziele und Probleme. Und so finden manche wieder zurück auf die Erfolgsschiene.

U21 Meeting: Gemeinsam etwas unternehmen

Holzhacken, Schreinern oder Basketball spielen: Bei den sogenannten U21-Meetings geht es darum, dass Ausbilder und Lehrlinge außerhalb des Betriebskontextes einander besser kennenlernen. Deshalb soll es als nächstes – wenn auch die Azubis das wollen – mit dem Preisgeld des Heribert-Späth-Preis zusammen nach Paris gehen.

Zuletzt waren die Azubis mit Bücheles Sohn, Mitgesellschafter Arno Büchele, in Berlin. Eine Ausflug, gesponsert aus den Einnahmen des Azubi-Shops.

Drei Tipps vom besten Ausbilder 2015

Fragt man Gerhard Büchele nach seinem Erfolgskonzept, hat er drei Erfahrungswerte parat:

1. Ausbilden lohnt sich

"Wer noch nie ausgebildet hat, scheut zunächst die Kosten. Aber ich kann sagen: Trotz der Kosten ist die Ausbildung im Betrieb der Königsweg. So füllt man seine eigene Mannschaft auf. Es ist eine Investition, die sich definitiv auszahlt."

2. Azubis begleiten

"Man muss seine Auszubildenden begleiten und nicht nur einfach ins Arbeitsleben hineinwerfen. Dank des Patenprinzips zwischen Azubi und älterem Kollegen erfahre ich schnell, wenn etwas schief laufen sollte. Ich versuche in Kontakt zu bleiben, korrigiere Berichtshefte, bietet innerbetrieblichen Unterricht an. Ich versuche so gut es geht, eben nah dran zu bleiben."

3. Ausbilder motivieren

"Das alles nützt wenig, wenn die Ausbilder nicht motiviert sind. Wir sprechen jährlich über die Firmenziele. Mitarbeit steht ganz oben. 'Was habe ich mit vorgenommen – Was habe ich erreicht?' sind einige der wichtigen Fragen. Zusätzlich lade ich externe Trainer ein, die unsere Ausbilder schulen und frischen Wind hineinbringen."

Inhaber Büchele ist 66 Jahre alt. Die Übergabe des SHK-Betriebs an seinen Sohn und einen weiteren Gesellschafter ist bereits in der Vorbereitung. Eines beruhigt Büchele sehr:  Seine Nachfolger, das weiß er, werden wie er auch, der Qualität der Ausbildung eine wichtige Rolle in der Firma beimessen.

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