Bildergalerie: Die bekanntesten Shitstorms

Die bekanntesten Shitstorms
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Amazon
Hintergrund für diesen Shitstorm im Jahr 2013 ist eine kritische Reportage der ARD mit dem Titel "Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon". Die Filmemacher Diana Löbl und Peter Onneken werfen dem Unternehmen in der Langzeitreportage vor, Arbeiter zu beschäftigen, die mit falschen Versprechungen aus ganz Europa angelockt worden seien. Nach der Ausstrahlung kritisierten viele Nutzer auf Facebook und Twitter das Unternehmen und bekundeten ihre Boykott-Absichten. Fragwürdig war vor allem der Umgang des Unternehmens mit den Vorwürfen im Internet: Amazon reagierte gar nicht.
Die bekanntesten Shitstorms
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Deutsche Bahn
Im Herbst 2010 eröffnete die Deutsche Bahn zusammen mit der Frankfurter Agentur Ogilvy ihre offizielle Facebook-Seite. Diese sollte jedoch lediglich als Verkaufsplattform für zuggebundene Billigtickets dienen, sogenannte "Cheftickets". Das Angebot an sich war nicht ungewöhnlich, ähnliche Aktionen liefen in der Vergangenheit regelmäßig über die lokalen Discountermärkte. Problem war jedoch, dass sich der Starttermin der Aktion zeitlich mit den Protesten rund um Stuttgart 21 überschnitt. Damit bot die Deutsche Bahn ihren Gegnern ungewollt eine Plattform, auf der diese ihrem Ärger freien Lauf lassen konnten. Entsprechend eindeutig schlugen die Nutzer zu, deren Kritik sich schnell in einem Shitstorm über das Unternehmen entlud. Die Deutsche Bahn war völlig überfordert. Die Kampagne und die Facebook-Seite wurden kurze Zeit später kommentarlos eingestellt.
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Michael Wendler
Den Schlagersänger Michael Wendler finden wohl nicht alle Deutschen gut. RTL strahlte 2012 einen Beitrag der Serie "Christopher Posch - Ich kämpfe für ihr Recht" aus, in welcher der TV-Anwalt zwei Frauen vertrat, die angeblich von Wendler betrogen wurden. Der Anwalt klagte im Namen der beiden Frauen und gewann. Noch am selben Abend der Ausstrahlung ging bei Facebook eine Anti-Fan-Gruppe namens "100.000 Menschen die Michael Wendler scheiße finden" online. Kurze Zeit später wurde die Gruppe jedoch aus dem Netz genommen. Vor der Schließung zählte die Seite 280.000 Fans.
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Schlecker
"For You. Vor Ort" – so lautete 2011 der neue Schlecker-Werbeslogan. Diese Denglish-Variante kam beim Verein für Sprachpflege, Herausgeber der Zeitung Deutsche Sprachwelt, nicht so gut an. Sie schrieben einen Protestbrief an die Zentrale von Schlecker. Der eigentliche Shitstorm von Kunden und Nutzern folgte dann auf die Antwort eines Unternehmenssprechers. Der Werbeslogan richte sich an die "durchschnittlichen Schlecker-Kunden, die niederen bis mittleren Bildungsniveaus zuzuordnen sind". Der Slogan stammte übrigens von der Agentur Grey.
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Nestlé
Das Unternehmen war bereits zwei Mal die Zielscheibe eines Shitstorms. Im ersten Fall 2010 startete die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Kampagne gegen den Schokoriegel Kitkat. Sie veröffentlichten auf Youtube ein Schock-Video. Dort ist zu sehen, wie ein Büroangestellter statt einem Kitkat-Riegel den blutigen Finger eines Orang-Utans isst. Greenpeace warf Nestlé vor, dass es Palmöl von dem umstrittenen, indonesischen Lieferanten Sinar Mas beziehe. Dadurch werden der Regenwald und damit der Lebensraum der Orang-Utans zerstört. Das Video verbreitete sich rasant. Nestlé ließ daraufhin den Clip und die vielen Kommentare aus dem Netz löschen. Die Reaktionen darauf waren noch heftiger. 2015 nahm der Konzern einen Anlauf, sein angeschlagenes Image zu wandeln. Via Twitter wollte das Unternehmen mit Kunden und Kritikern ins Gespräch kommen. Unter dem Hashtag #FragNestlé rief das Unternehmen dazu auf, Fragen zu stellen. Dabei ließen die Brennpunkte wie Kinderarbeit oder die Privatisierung von Wasser nicht lange auf sich warten. Innerhalb weniger Stunden entlud sich die Wut tausender Twitter-Nutzer.
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McDonald´s
Bei diesem Shitstorm 2012 ging es um genau 39 Cent. So viel mehr sollte ein Cheeseburger von McDonald’s kosten, für den man vorher nur 1 Euro zahlen musste. Der User "Kevin" hielt die Steigerung jedoch für eine "Frechheit" und beschwert sich auf der Facebook-Seite des Unternehmens darüber. Der Post schien viele Kunden anzusprechen. Er erhielt 81.000 "Gefällt mir“-Angaben innerhalb von 48 Stunden. McDonald’s reagierte prompt und teilte seinen 1,7 Millionen Fans mit, den Cheeseburger in fast allen Restaurants wieder für einen Euro anzubieten.
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Dell
Dieser Shitstorm gilt als der Erste überhaupt und brach im Jahr 2005 über den Computerhersteller Dell herein. Der amerikanische Blogger Jeff Jarvis, ein unzufriedener Kunde, veröffentlichte seinen Frust über den Kundenservice und die Produkte von Dell in seinem Blog. Das Unternehmen unterschätzte diese Meldung zuerst. Doch dann stellte sich heraus, dass viele andere Kunden das Schicksal des Bloggers teilten. Die Sache erreichte schlussendlich die Massenmedien. Dieser Shitstorm ist in der Firmengeschichte als "Dell Hell" bekannt.
Die bekanntesten Shitstorms
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Pril
2011 entwickelte Pril den Design Wettbewerb "Mein Pril – Mein Stil". Kunden bekamen die Möglichkeit, ihr eigenes Design für eine limitierte Spülmittelflasche zu entwerfen. Mehr als 50.000 Entwürfe wurden eingereicht. Insgesamt eher harmlose und frische Bildchen. Doch dann fanden die Teilnehmer an einem Design Gefallen, das so gar nicht zum Image von Pril passen wollte: Ein hingekritzeltes Grillhähnchen vor braunem Hintergrund mit dem Slogan "Schmeckt lecker nach Hähnchen“. Das Design von Werbetexter Peter Breuer schaffte es innerhalb kürzester Zeit auf den ersten Platz – mit der zehnfachen Menge an Stimmen. Die Verantwortlichen der Social-Media Kampagne fanden das weniger spaßig. Sie verärgerten die Nutzer, indem sie die Teilnahmebedingungen des Wettbewerbs verschärften. Gleichzeitig löschten sie kritische Kommentare der Fans von der Facebook-Pinnwand. Als sich Anfang des Monats auch noch die Rangliste der beliebtesten Entwürfe veränderte, löste das in der Internet-Community eine regelrechte Protestwelle aus. Am Ende nahm Werbetexter Peter Breuer sein Design wieder aus dem Voting.
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ING Diba
Das Geschäftsjahr 2012 begann bei der deutschen Bank ING Diba ziemlich turbulent. Der Grund dafür war eine Fernsehwerbung mit Basketball-Star Dirk Nowitzki. Der war für den Werbespot in die Metzgerei seiner Kindheit zurückgekehrt und hatte wie einst genussvoll eine Scheibe Wurst verzehrt. Die gab ihm die Verkäuferin kostenlos dazu, "damit du groß und stark wirst". Nach der Ausstrahlung brach bei Facebook ein Shitstorm über die Bank herein. Veganer entrüsteten sich über die liebevolle Darstellung einer Metzgerei. In insgesamt 1.400 Posts und 15.000 Kommentaren diskutierten Nutzer darüber. Zwei Wochen lang ließ die Bank den Shitstorm über sich ergehen. Dann kündigte sie an, neue Posts zu den genannten Themen von der Pinnwand zu entfernen.