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Branche - 06.02.2012

Eiszeit von Nord bis Süd

Deutschland friert: Viel zu tun fürs Handwerk

Temperaturen bis minus 20 Grad: Jetzt zeigt sich, wer seine Heizung und sein Auto pflegt und immer auf den neuesten Stand der Technik bringt. Die extreme Kälte lässt Wasserrohre platzen und gibt altersschwachen Autobatterien manch letzten Rest. Sanitär- und Kfz-Betriebe sind im Dauereinsatz.

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Heizungsausfall bei Minus 20 Grad: Heizungsbetriebe müssen bei den extremen Temperaturen immer wieder zu Notfalleinsätzen, da viele Heizungen nicht dem aktuellen Stand der Technik entsprechen.

Die Deutschen sparen gerne an der Haustechnik – das rächt sich nun bei den anhaltenden Minusgraden. Nur rund 23 Prozent der Heizungen sind laut dem Zentralverband Heizung Klima Sanitär auf dem aktuellen Stand der Technik. "Wenn eine Anlage dann auch noch schlecht gewartet ist, kann es bei diesen Temperaturen schnell passieren, dass sie aussetzt", erklärt Horst Fischer, der einen SHK-Betrieb in Neuenstadt tätig ist.

Der Obermeister der Sanitärinnung Heilbronn-Hohenlohe kennt diese Probleme zwar schon aus den vergangenen Jahren. In diesem Jahr und bei den Temperaturen der vergangenen Tage zeigen sich die Probleme jedoch besonders stark. "Unsere Notfall-Hotline steht gar nicht mehr still", erzählt Fischer. "Wir haben die Nummer auch in der örtlichen Tageszeitung veröffentlicht – die Betriebe haben nun sehr viel zu tun."

Das bestätigt auch Frank Ebisch, der Pressesprecher des Zentralverbands. Die Nachfrage sei zwar immer zum Beginn der Heizperiode besonders hoch, aber wenn die Temperaturen so extrem sinken, gebe es immer zusätzliche Probleme und die Notdienste müssten ausrücken.

Autobatterien machen schlapp

Schaut man sich die Standstreifen an den Autobahnen an, so haben auch die Abschleppdienste und Kfz-Werkstätten Hochkonjunktur. Ein liegen gebliebenes Auto nach dem anderen sah man in den vergangenen Tagen dort stehen. Schlappe Batterien, eingefrorenes Kühlwasser oder ein unzureichender Frostschutz machen sich jetzt bemerkbar. Die Experten des TÜV Süd raten deshalb bei diesen Eiszeit-Temperaturen auch an Starthilfekabel, Enteisungsspray und eine warme Decke für lange Wartezeiten im Stau zu denken.

Aber auch hier zahlt es sich aus, gut vorbereitet zu sein und auch kleine Schäden gleich beheben zu lassen. Das Aufschieben von Reparaturen kann jetzt teuer und aufwendig werden – beim Auto und auch bei der Heizung. "Wir müssen uns jetzt um viele Frostschäden und Rohrbrüche kümmern, die voraussichtlich nicht passiert wären, wenn die Anlagen gut gewartet worden wären", erzählt Flaschnermeister Fischer. Doch viele würden eben erst dann investieren, wenn der Notfall da ist und nicht schon vorher.

Anreize für Sanierungen fehlen

Seiner Meinung nach liegt dies aber auch an den fehlenden Anreizen für eine Investition. "Die Regierung muss endlich mal Klarheit schaffen bei den Förderungen", sagt Fischer. Er möchte eindeutige Regelungen, damit er seinen Kunden klar machen kann, dass sich die Investition langfristig auszahlen und sie dafür auch Unterstützung bekommen.

Doch noch bis Mittwoch drücken sich die einzelnen Bundesländer vor einer Entscheidung über die steuerliche Absetzbarkeit der Kosten für eine Gebäudesanierung. Dann tagt der Vermittlungsausschuss und sie müssen Farbe bekennen. Es bleibt spannend und kalt. Deutschland muss auch in den kommenden Nächten mit Frosttemperaturen bis zu minus 20 Grad rechnen und die Sanitär- und Kfz-Betriebe müssen sich auf noch mehr Notfälle einstellen. jtw

 

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