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Abgaswerte bei Daimler Deutsche Umwelthilfe fordert Fahrverbot für Mercedes C-Klasse

Neben Volkswagen rückt nun auch Daimler in den Fokus um falsch angegebene Abgaswerte. Die moderne C-Klasse von Mercedes soll vielfach höhere Stickoxide ausstoßen. Die Deutsche Umwelthilfe fordert eine Aberkennung der Typengenehmigung.

Hat auch Daimler bei den Abgaswerten geschummelt? Zumindest hat das niederländische Prüfinstitut TNO, das mit dem deutschen TÜV vergleichbar ist, bei einem Test des Mercedes C-Klasse Modell C220 Cdi BlueTeC deutlich erhöhe NO2-Werte festgestellt und eine Überschreitung der zulässigen Stickoxid-Grenzwerte.

In der Spitze sollen 2.250 mg NOx/km gemessen worden sein – das würde eine 28-fache Überschreitung des Grenzwerts, der mit 80 mg/km festgelegt ist, bedeuten. Die NOx-Emissionen des getesteten Mercedes sollen bei im Stadtverkehr typischen Geschwindigkeiten um mehr als ein zehnfaches überschritten sein.

C-Klasse-Verbot für Umweltzonen wie München gefordert

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zeigt sich empört und hat beim Kraftfahrt-Bundesamt einen Antrag auf Widerruf der Typgenehmigung bzw. eine Rückrufanordnung für alle bereits zugelassenen Fahrzeuge des Modells C220 CDi BlueTec gestellt. Zudem soll entsprechenden Mercedes-Fahrzeugen die Einfahrt in die Umweltzonen mit sofortiger Wirkung untersagt werden, sobald die Außentemperatur unter zehn Grad Celsius beträgt. Bei den derzeitigen Temperaturen dürften die C-Klasse-Modelle damit in Städten mit Umweltzone - wie z.B. München oder Stuttgart - nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen.

Die DUH begründet ihre Forderungen damit, dass der Mercedes C220 CDi gegen die EU-Zulassungsvorschrift für Diesel-Pkw (VO 715/2007/EG) verstoße, So erreiche der getestete Mercedes nicht einmal die NOx- Grenzwerte für Euro 3 Diesel-Pkw.

Daimler weist Manipulations-Vorwürfe zurück

Der Daimler-Konzern hatte bislang erklärt, keine Manipulationssoftware wie Volkswagen in seinen Fahrzeugen einzusetzen. Zu den Vorwürfen erklärte der Autobauer, dass es sich um eine Fehlinterpretation der Testergebnisse des Prüfinstituts TNO handle. In einer Stellungnahme gegenüber dem niederländischen Fernsehen hieß es weiter, dass im Test eine "bemerkenswert niedrige" Temperatur genutzt wurde. Die Abweichungen seien bei Messungen von Temperaturen von unter zehn Grad enstanden.

Die Abgasnachbehandlung bei Daimler sei legal, erklärte der Konzern weiter. "Die Nachbehandlung werde in Abhängigkeit vom jeweiligen Betriebszustand innerhalb des zulässigen Rahmens flexibel geregelt, um den Motorschutz und den sicheren Betrieb des Fahrzeugs zu gewährleisten", heißt es in einem Schriftverkehr zwischen Deutsche Umwelthilfe und Daimler.

Zumindest verwundert die Aussage des Konzerns vor dem Hintergrund, dass Temperaturen unter zehn Grad in Deutschland und Europa keine Seltenheit sind, sondern in den Wintermonaten eher die Regel.

Nun muss das Kraftfahrtbundesamt sich mit den Vorwürfen des DUH auseinandersetzen und prüfen, ob Daimler wirklich Verstöße begangen hat und ob Maßnahmen für die C-Klasse ergriffen werden müssen.

Den Prüfbericht des TNO in englischer Sprache können Sie hier herunterladen. sg

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