Der nationale Aktionsplan gegen Bewegungsmangel und Übergewicht soll die Deutschen wieder in Form bringen. Probleme gibt es genug.
Der Traininigsplan der Bundesregierung gegen Übergewicht
37 Millionen übergewichtige Erwachsene gibt es in Deutschland, auch 2 Millionen Kinder und Jugendliche sind zu dick. Unter Kindern und Jugendlichen sind zudem 1,4 Millionen essgestört. Und das ist der Trainingsplan, den Bundesernährungsminister Horst Seehofer (CSU) und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) aufgestellt haben:
- Kitas: An die Jüngsten richtet sich die Aktion "Fit Kid", in der Verbraucherzentralen die Betreuungseinrichtungen bei der Gestaltung eines optimalen Verpflegungsangebots beraten. Im Herbst veröffentlicht die Bundesregierung überdies Qualitätsstandards für das Kita-Essen.
- Schulen: Kinder in der dritten Klasse machen künftig den "Aid-Ernährungsführerschein", für den sie die Grundlagen gesunder Ernährung lernen. Die Schulkantinen in allen 16 Bundesländern sollen gleichzeitig von "Vernetzungsstellen" bei der Aufstellung des Menüplans unterstützt werden.
Senioren: Das Qualifizierungsprogramm "Let's Go" für Wanderführer soll Bürger über 55 Jahre zu regelmäßiger Bewegung einladen. In der Kampagne "Fit im Alter" sollen Fortbildungsveranstaltungen das Ernährungswissen der Senioren mehren.
- Sozial Benachteiligte: An sie wendet sich eine Kooperation zwischen Ärzten, Krankenkassen und Wohlfahrtsverbänden. Diese richten eine Internetplattform ein, die über bewegungsfördernde Praxisprojekte informiert.
- Migranten sollen zu mehr sportlicher Aktivität motiviert werden. In den Sportvereinen sollen für sie Bildungsprogramme für gesundheitliche Prävention und Versorgung stattfinden.
- Untergewicht: Nicht nur Übergewicht ist gesundheitsschädlich, auch Untergewicht kann lebensgefährlich werden. "Leben hat Gewicht" ist ein Programm gegen den Schlankheitswahn. In diesem Sinne erarbeitet die Mode- und Modelbranche derzeit eine nationale Charta.
- Vernetzung: "Kompetenzzentren für Bewegung" in allen Ländern sollen die bereits bestehenden Angebote und Projekte besser miteinander vernetzen. Im Vordergrund des Aktionsplans stehen also keine neuen Gesetze, sondern Anreize, Motivation und die Verbesserung von Strukturen. So will die Bundesregierung eine "Kultur eines gesundheitsförderlichen Lebensstils" schaffen.
ddp