Bildergalerie: Der neue MAN TGE im Test

Optische Unterschiede zwischen MAN TGE und VW Crafter
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Optische Unterschiede zwischen MAN TGE und VW Crafter

Wer einen Blick auf den ersten Transporter in der Geschichte von MAN wirft, wird sich zu Recht verwundert die Augen reiben. Auf den ersten Blick scheint es so, als hätte man einen VW Crafter vor sich stehen. Einzig das fehlende VW-Logo auf dem Kühlergrill widerlegt diese Annahme.

Von der Fahrzeugfront brüllt stattdessen ein Löwe, der mit den verchromten Lettern "MAN" unterlegt ist. Insgesamt wirkt die Gestaltung des Kühlergrills etwas robuster, was im Hinblick auf das maskuline Markenimage von MAN durchaus gewollt sein dürfte.

Ansonsten bleibt die Suche nach optischen Neuerungen nahezu erfolglos. Zwar stellt das aufmerksame Auge noch fest, dass die Scheinwerfer von MAN aus einem Zweikammersystem kommen. Und auch die seitlich angebrachte Typenbezeichnung sowie die beiden Markenelemente am Fahrzeugheck sorgen für optische Unterschiede. Das sollen jedoch die letzten außen erkennbaren Abweichungen des MAN TGE gegenüber dem VW Crafter gewesen sein.
MAN TGE Interieur
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MAN TGE im Test: Auch innen wenig Überraschungen

Ein Blick ins Innere verrät: Auch hier scheint der MAN TGE ein Abbild des VW Crafters zu sein. Mit Ausnahme des MAN-Löwen auf dem Lenkrad fallen auf den ersten Blick keine Abweichungen auf.

Das verheißt aber keineswegs etwas Negatives. Das vom Crafter bekannte Cockpit bietet seinem Fahrer ein ergonomisches Fahrerlebnis. Alle Schalter und Bedienelemente besitzen eine gute Haptik und sind vom Fahrerplatz aus leicht zu erreichen. Apropos: Der Fahrersitz ist für den TGE in vier Varianten erhältlich. Als Standardvariante, Komfortsitz, Komfort-Plus-Sitz sowie als Komfort-Top-Sitz mit Luftfederung. Für die Beifahrerseite kann zwischen einem Beifahrersitz und einer Doppelsitzbank gewählt werden. Auch eine Sitzheizung steht für kalte Wintertage optional zur Verfügung.

In der kalten Jahreszeit dürfte zudem die optionale Lenkradheizung häufig zum Einsatz kommen. Das vertikal und axial verstellbare Lenkrad kann auf Wunsch zusätzlich mit Multifunktionstasten ausgestattet werden. Nach einem heißen Sommertag auf der Baustelle, sorgt die optionale Klimaanlage für eine angenehme Fahrt. Insgesamt stehen für den MAN TGE zahlreiche Optionen bereit, die das Fahren und Arbeiten so angenehm wie möglich machen. USB Anschlüsse, Bluetooth und eine gut funktionierende Sprachsteuerung sind nur ein paar Beispiele hierfür.
MAN TGE Stauraum
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In seiner Grundausstattung kommt der Transporter jedoch recht spartanisch daher. Nur das Nötigste ist verbaut. Auf kleine Alltagshelfer wie Kleiderhaken, Getränkehalter und einen digitalen Fahrtenschreiber wurde dennoch nicht verzichtet. Überaus praktisch sind zudem auch die zahlreichen Ablagefächer und Stauräume, die sich über die gesamte Fahrerkabine hinweg verteilen. Zollstöcke, Jacken, Getränkeflaschen, Ordner und sonstige Utensilien finden dort ausreichend Platz. Im Handschuhfach bietet sich zudem noch eine kleine Besonderheit. Ist eine Klimaanlage im Fahrzeug verbaut, wird das großzügige Fach durch eine eigene Luftaustrittsdüse gekühlt.
MAN Interieur tge
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Insgesamt macht der Innenraum einen sehr aufgeräumten Eindruck. Das Interieur aus Kunststoff wirkt zwar nicht übermäßig edel, muss es für Einsätze auf der Baustelle aber auch nicht. Stattdessen punktet das Material in den wirklich wichtigen Bereichen: Kratzfestigkeit und leichte Reinigung. Positiv fiel zudem die große Scheibe auf. Das großzügige Sichtfeld vermittelte das Gefühl, alles im Überblick zu behalten. Bei tiefstehender Sonne sorgen die großen Sonnenblenden für eine sichere Fahrt. Fällt Regen, geben die Scheibenwischer das Sichtfeld des Fahrers gut frei.
MAN TGE Handbremse
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Einen kleinen Punktabzug erhält der MAN-Erstling für die tief liegende Handbremse. Diese hätte ergonomischer gestaltet werden können. Auch die etwas eng aneinander liegenden Pedale fielen negativ auf. Hier hat MAN die Chance vertan, sich vom direkten Konkurrenten VW Crafter abzuheben. Dort sind Gaspedal, Kupplung und Bremse ebenfalls etwas knapp aneinander gereiht. Zwar traten bei der Testfahrt in Turnschuhen keine Probleme auf. Mit klobigen Arbeitsschuhen könnte das jedoch anders aussehen.
MAN TGE Modelle
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MAN als neuer VW-Partner im Transporterbau

Dass sich die beiden Transporter so ähneln, kommt nicht überraschend. Werden schließlich beide Kastenwagen in demselben polnischen Werk produziert. Die Produktionsstätte in Wrzesnia wurde von VW eigens für den Bau von Nutzfahrzeugen errichtet. Rund 3.000 Mitarbeiter arbeiten dort an der Produktion des VW Crafters sowie an dem neuen MAN TGE.

Wie der Transporter von MAN ist auch der Anfang des Jahres vorgestellte VW Crafter eine Premiere. Für Volkswagen ist es der erste Transporter, der in kompletter Eigenregie hergestellt wird. Vorher kooperierten die Wolfsburger im Bereich der 3,5-Tonner noch mit Mercedes-Benz. Mit dem neu gegründeten Werk nahe Poznan ist damit Schluss. Um die Kapazitäten vor Ort auszulasten, hat sich Volkswagen den Münchner Nutzfahrzeugspezialisten ins Boot geholt. Der Lkw- und Bushersteller ist seit 2011 ohnehin im Besitz des VW-Konzerns. Rund 75 Prozent des Unternehmens werden von Volkswagen gehalten.
MAN TGE Probefahrt
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Ziemlich viele Überschneidungen: Ist der MAN TGE also nur eine optisch leicht abgewandelte Kopie des VW Crafters? Ein Blick auf die Modellauswahl lässt diese Frage vorerst offen. Denn hier bietet MAN vorerst einmal die identischen Modelle wie Volkswagen an.
MAN TGE Motor
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Vier Leistungsstufen des MAN TGE im Test

Kunden können beim neuen MAN Transporter ab sofort zwischen drei Leistungsvarianten wählen: 102 PS, 140 PS und 177 PS. Jeweils über die Vorderachse angetrieben. Die vierte Motorisierung mit 122 PS ist ab Herbst 2017 erhältlich. Dann sollen auch Modelle mit Heck- und Allradantrieb vom Band rollen. Wie im VW Crafter ist auch im MAN TGE der "EA288 Nutz"-Vierzylinder mit zwei Liter Hubraum verbaut. "Ein Motor, der in Richtung Langlebigkeit optimiert wurde und speziell auf die harten Anforderungen eines Nutzfahrzeugs abgestimmt ist", so Affeld. Der MAN TGE ist sowohl mit 6-Gang-Schaltgetriebe als auch mit 8-Gang-Automatikgetriebe erhältlich.
MAN TGE 140PS
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Im Test überzeugte vor allem das Modell mit 140 PS und 340 Newtonmetern mit ordentlicher Leistung sowie sparsamem Verbrauch. Sofern das Gesamtgewicht nicht vollständig ausgereizt wird, scheinen auch die niedrigen Motorisierungen vollkommen ausreichend für alltägliche Einsätze im Handwerk zu sein. Die Transporter waren während unserer Testfahrt jeweils mit einem Gewicht von ca. 550 Kilogramm beladen. Der Verbrauch lag etwa zwei Liter über den von MAN angegebenen 6,7 bis 7,0 Litern Diesel auf 100 Kilometern. Wer einen sparsameren Verbrauch anstrebt, sollte seine Fahrweise an die eingeblendeten Eco-Tipps anpassen.
MAN TGE Modellvielfalt
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MAN TGE: Modellvielfalt für jeden Bedarf

Kunden können sich ihren MAN TGE nach individuellen Bedürfnissen zusammenstellen. Mit über 60 Auf- und Ausbauvarianten ist die Auswahl üppig, was für den Transportermarkt jedoch typisch ist. Der MAN TGE kommt als Kastenwagen, Kombi, Fahrgestell und Pritsche auf den Markt. Er ist mit zwei Radständen (3.640 und 4.490 Millimeter) sowie in drei Längen (5.986, 6.836 und 7.391 Millimeter) und drei Höhen (2.355, 2.590 und 2.798 Millimeter) erhältlich.
MAN TGE Laderaum
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Hinzu kommen Fahrgestellvarianten mit Einzel- und Doppelkabine in den besagten Längen. Als einziges Modell ist das Fahrgestell mit Doppelkabine nicht in der längsten Variante verfügbar. Was den Kastenwagen betrifft, ist je nach Kombination ein Laderaumvolumen von 11,3 bis zu 18,4 Kubikmeter möglich. Praktisch: Der Laderaum des MAN TGE ist serienmäßig mit LED-Lampen beleuchtet.

"Was die Nutzlast angeht, sind wir sehr wettbewerbsfähig", betont Affeld. Allein der 3,5-Tonner kann im Idealfall bis zu 1,5 Tonnen Zuladung schultern. Bei den schweren Varianten liegt die maximale Nutzlast nochmals deutlich höher. Je nach Modell beträgt das zulässige Gesamtgewicht für den MAN TGE zwischen 3,0 Tonnen und 5,5 Tonnen. Weitere 3,5 Tonnen lassen sich via Anhängerkupplung bewegen.
MAN TGE Probefahrt Test
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MAN TGE Fahrverhalten im Test

Angenehm fiel uns der leise Betrieb mit kaum vernehmbaren Motorengeräuschen auf. Auch Vibrationen waren für Fahrer und Beifahrer fast nicht zu spüren. Für ein positives Fahrerlebnis sorgte zudem die Gangschaltung. Kurze Wege und ein geschmeidiges Einrasten wussten zu überzeugen. Die Kupplung vermittelte uns zudem auf Anhieb das Gefühl, als wären wir nie ein anderes Fahrzeug gefahren.

Auch ansonsten machte der MAN TGE eine gute Figur während der Probefahrt. Bei einer simulierten Vollbremsung kam der Transporter schnell und zuverlässig zum Stand ohne ins Schleudern zu geraten. Wurde der MAN TGE einmal aufs Bankett geführt, ließ er sich sicher wieder zurückzirkeln. Auch Unebenheiten wie Schlaglöcher oder Fahrten vom Bordstein zurück auf die Straße federte der Transporter sehr gut ab. Soweit also beste Voraussetzungen für einen Alltag auf der Baustelle. Auf den Fahrten dorthin darf sich der Fahrer über eine gleichmäßige und kraftvolle Beschleunigung freuen, wobei die Dieselmotoren den TGE ab rund 1.600 Umdrehungen noch einen Tick kraftvoller nach vorne trieben.
MAN TGE Assistenzsysteme
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Assistenzsysteme: "Das sicherste Produkt seiner Klasse"

"Der MAN TGE ist das sicherste Produkt seiner Klasse", sagt Affeld und spielt damit auf die zahlreichen Fahrzeugassistenten an, die für den Transporter verfügbar sind. Zwar unterscheiden sich Crafter und TGE nur unwesentlich in der Auswahl, dafür aber darin, was serienmäßig integriert ist. Hier leistet MAN mit dem Notbremsassistenten EBA (Emergency Brake Assist) und dem Seitenwindassistenten einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit. "Mit unseren Assistenten verfolgen wir das Ziel, Schadenskosten beim Kunden möglichst zu vermeiden", erklärt Affeld. Und tatsächlich kommt die breite Palette an Assistenten eher der Ausstattung eines modernen Pkws gleich.
MAN Notbremsassistent
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Notbremsassistent EBA

Im immer dichter werdenden Straßenverkehr soll das Assistenzsystem EBA zuverlässig vor Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern schützen. Dabei kommt ein zweistufiges System zum Zug. Sollte sich plötzlich ein langsam vorausfahrendes oder stark abbremsendes Fahrzeug vor dem Transporter befinden, wird der Fahrer zunächst mit akustischen und optischen Signalen gewarnt. Ohne das Fahrverhalten zu beeinträchtigen, wird das Fahrzeug parallel dazu auf eine Notbremsung vorbereitet.

Folgt keine Reaktion auf die Warnung, wird der Fahrer in der zweiten Stufe durch einen einmaligen kurzen Bremsdruck auf den möglichen Zusammenstoß hingewiesen. Bei einem nun eingeleiteten Bremsvorgang steht dem Fahrer sofort die volle Bremsleistung zur Verfügung. Sollte der gewählte Bremsdruck nicht ausreichend sein, erhöht der Notbremsassistent den Druck soweit, dass der Transporter rechtzeitig vor dem Hindernis zum Stehen kommt.

Während bei höheren Geschwindigkeiten ein Bremsvorgang aktiv vom Fahrer eingeleitet werden muss, bremst die integrierte City-Notbremsfunktion bei niedrigen Geschwindigkeiten, wie z. B. im Stadtverkehr, komplett ab. Damit trägt der Notbremsassistent EBA dazu bei, eine der häufigsten Unfallursachen zu minimieren.
MAN TGE Seitenwindassistent
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Seitenwindassistent

Plötzlich auftretender Seitenwind kann dazu führen, dass das Fahrzeug seitlich abgedrängt wird. Die großflächigen Fahrzeugseiten bieten Böen hierfür eine ausreichende Angriffsfläche. Vor allem, wenn ein Lkw überholt oder eine Brücke überquert wird, können seitliche Windstöße zum Problem werden. Der MAN TGE unterstützt den Fahrer in derartigen Gefahrensituationen mit seinem serienmäßigen Seitenwindassistenten. Eine elektromechanische Lenkung unterstützt den Fahrer beim Gegenlenken und hilft dabei, die Spur zu halten.
MAN TGE Assistenten
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Weitere Assistenzsysteme des MAN TGE

Der Münchner Nutzfahrzeughersteller hat keine Aussage darüber getroffen, welche der folgenden Fahrassistenten serienmäßig im MAN TGE verbaut sind. Einige dieser Assistenzsysteme sind also nur gegen Aufpreis für das Fahrzeug verfügbar:

• Notbremsassistent

• Rückfahrassistent

• Totwinkelassistent

• Spurwechselassistent

• Einparkhilfe

• Flankenschutzassistent

• Parklenkassistent

• Anhängerrangierassistent

• Abstandsgeregelter Tempomat

• Spurhalteassistent

• Notfallassistent

• Multikollisionsbremse

• Müdigkeitserkennung

• Verkehrszeichenerkennung

• Fernlichtassistent

• Berganfahrassistent

• Start-Stop-Technologie

• Eigene MAN-Flottenmanagementlösung

MAN TGE Service
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MAN Service – das große Kaufargument für den MAN TGE

Ob nun trotz aller Fahrassistenzsysteme doch einmal ein Unfall passiert ist, oder das Fahrzeug schlichtweg gewartet werden muss: Kunden können je nach Bedarf flexible Wartungs- und Reparaturverträge abschließen. Wie auch für die anderen MAN Nutzfahrzeuge, bietet der Hersteller seinen Kunden einen 24-stündigen und siebentägigen Kundenservice an. Ein vorheriger Werkstatttermin ist nicht zwingend notwendig.

Als weitere Vorteile werden den Kunden ein 24-Stunden-Pannendienst, ein Montage-Notdienst sowie eine Mobilitätsgarantie angeboten. Abgerundet wird das Service-Paket mit individuellen Garantieerweiterungen. Die langen Öffnungszeiten, selbst am Wochenende, sowie die zahlreichen Service-Angebote tragen dazu bei, dass Betriebe im Fall der Fälle keine langen Ausfallzeiten hinnehmen müssen.

Als traditionsreicher Nutzfahrzeugspezialist verfügt MAN bereits über ein entsprechendes Werkstattnetz, in dem Personal, Kompetenzen und Rahmenbedingungen wie die langen Öffnungszeiten vorhanden sind. Allein unter dem eigenen Firmendach sind rund 400 Werkstätten gebündelt. Dazu kommen noch zahlreiche Service-Partner. Ein entsprechendes Netz muss also nicht erst kostenintensiv aufgebaut werden. "Unser Service-Angebot wird nicht in den Kaufpreis einkalkuliert, da es ohnehin da bei uns ist", antwortete Affeld auf eine entsprechende Nachfrage.
MAN ProfiDrive
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MAN ProfiDrive: Umgang mit Assistenzsystemen sowie spritsparendes Fahren lernen

Die Liste an Assistenzsystemen für den MAN TGE ist lang. Nicht jedem sind deren Einsatz und Funktionsweise geläufig. Auch was die sichere Beladung der Transporter, das korrekte Verhalten in Notfallsituationen oder spritsparendes Fahren anbelangt, können viele Fahrzeugführer noch dazulernen. Unter dem Titel ProfiDrive bietet MAN seinen Kunden daher kontinuierliche Weiterbildungen an. Den Betrieben stehen verschiedenste Lehrgänge zur Auswahl.
Das kostet der MAN TGE
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Das kostet der MAN TGE

Mit dem MAN TGE hält es der Münchner Fahrzeug- und Maschinenbauer wie mit seinen schweren Nutzfahrzeugen. An die Kastenwagen, Kombis, Fahrgestelle und Pritschen wird kein Preisschild gehängt.

Stattdessen erhalten Kunden ein maßgeschneidertes Angebot von einem Vertriebsmitarbeiter. Anders als die Konkurrenz stellt MAN den TGE nicht in Showrooms aus. Die Verträge werden vor Ort beim Kunden ausgehandelt. Eine eigens für den MAN TGE auf die Beine gestellte Außendienstmannschaft wendet sich hierfür persönlich an Betriebe und Fuhrparkmanager.

Im Fokus stehen nach Aussage von Affeld vor allem die Baubranche und der Logistikbereich. Es soll also zunächst in den Teichen gefischt werden, in denen sich größere Flottenkunden tummeln. Bedingt durch das eigene Portfolio pflegt MAN bereits gute Kontakte zur Baubranche. Die angebotenen Service-Dienstleistungen sowie Aufbauten mit Kühlfunktion dürften nach Ansicht von MAN vor allem im wachsenden Segment der Frischwarenlieferanten Anklang finden. Ohnehin sollen rund 40 Prozent der Umsätze mit individuellen Aufbauten gemacht werden.

Auf Einzelkunden aus anderen Handwerksbranchen wolle man aber ebenso zugehen. Die Entscheidung zwischen dem VW Crafter und dem MAN TGE dürfte im Hinblick auf die zahlreichen Überschneidungen mitunter auch eine Typfrage sein. „Der TGE ist ein Männer-Fahrzeug“, sieht Affeld einen Imagevorteil des TGE gegenüber dem Crafter. Können Handwerksbetriebe einen Nutzen aus dem Service-Paket von MAN ziehen, könnte der TGE durchaus die bessere Wahl sein.

Finanziell dürfte zwischen den beiden Transportern kein großer Unterschied sein. „Preislich positionieren wir uns gleich wie der VW Crafter“, verkündete Affeld bei der offiziellen Fahrzeugvorstellung. Der Einstiegspreis für den 102 PS starken TGE Kastenwagen wird also aller Voraussicht nach knapp unter 29.000 Euro netto liegen.
MAN TGE Fazit
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MAN TGE – das Fazit

Mit dem TGE bringt MAN ein Fahrzeug auf den Markt, das hinsichtlich Bauart und Varianten größtenteils dem VW Crafter gleich kommt. Mit dem Notbremsassistenten EBA als serienmäßiges Extra kann der Transporter-Neuling einen Pluspunkt gegenüber dem Konkurrenten aus Wolfsburg verzeichnen. Auch das etwas „männlichere“ Image des Transporters könnte für so manchen Unschlüssigen ein Argument sein.

Der größte Unterschied zwischen dem MAN TGE und dem VW Crafter zeigt sich in puncto Service. Hier bietet MAN den aus dem schweren Nutzfahrzeugbereich bekannten Reparatur-, Pannen-, und Wartungsservice, welcher 24 Stunden und sieben Tage die Woche zur Verfügung steht.

Ein Minuspunkt könnte die etwas umständliche Art und Weise sein, wie das Fahrzeug von kleineren Handwerksbetrieben angeschafft werden kann. Anstatt den Vertrieb über Autohäuser zu organisieren, setzt MAN auf eine eigene Außendienstmannschaft, die die Fahrzeuge vor Ort beim Kunden verkaufen. Hier möchte der Münchner Nutzfahrzeug- und Maschinenbauer primär Unternehmen aus dem Bau- und Logistikbereich ansprechen.

Insgesamt darf der Neuling auf dem Transportermarkt auf einen guten Start in das neue Segment hoffen. Sowohl die Technik als auch das Servicepaket liefern gute Kaufargumente.