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Distanzhalter, Druckluftnagler und Kappsäge in einem Der Einlatt-Blitz von Mewi spart Dachdeckern Zeit

Der Einlatt-Blitz der Firma Mewi aus Bad König erleichtert den Dachdeckern das Leben. Mit dem Automat sparen sie Zeit und schonen ihren Rücken.

Bevor der erste Dachziegel aufgelegt werden kann, muss die Unterkonstruktion stimmen. Das Einlatten aber dauert lange und belastet aufgrund der gebeugten Haltung während der Arbeit Rücken und Knie des Handwerkers. Ein Ärgernis, das den Dachdeckermeister Willi Medwed aus Bad König im Odenwald 1990 auf die Idee des Einlatt-Blitzes brachte.

Der patentierte Automat schont nicht nur die Gesundheit des Dachdeckers, sondern bringt vor allem eine Zeitersparnis von bis zu 75 Prozent. Nachdem die Trauflatte montiert ist, muss nur noch die erste Latte ausgerichtet und aufgenagelt werden. Danach kommt der rund 15 Kilogramm schwere Einlatt-Blitz zum Einsatz.

Mewi spezialisiert auf Dachdeckerhandwerk

Der Automat bringt die Dachlatten auf den richtigen Abstand (bis zu 50 mm), schießt mit Druckluft die Nägel durchs Holz und mit der integrierten Kappsäge kann über einen Schwenkarm die Latte abgesägt werden. Nach anderthalb Stunden hat ein gestandener Geselle auf diese Weise eine Fläche von 100 Quadratmetern eingelattet.

"Wir haben den Einlatt-Blitz seit zwölf Jahren im Einsatz und hatten noch nie ein Problem“, berichtet Jakob Sturm von seinen Erfahrungen. Der Dachdeckermeister führt einen Betrieb mit 14 Mitarbeitern in Dormagen und kennt Willi Medwed seit Jahren, wie viele der ehemaligen Kollegen.

Denn Medwed hat dank seiner Erfindung inzwischen das Metier gewechselt und den Maschinenbaubetrieb Mewi gegründet. Zusammen mit seinen sechs Mitarbeitern konzentriert er sich ganz auf Produkte für das Dachdeckerhandwerk.

Rund 5.000 Einlatt-Blitz-Automaten, die es in zwei Ausführungen zu Preisen ab 6.780 Euro netto gibt, hat Mewi nach Angaben von Medwed inzwischen produziert, den Großteil für deutsche Abnehmer. Aber auch Kunden in Österreich, Frankreich, Holland, Norwegen, Polen und der Slowakei würden beliefert.

Picard macht Latthammer leichter

Der gute alte Latthammer hat aber trotz Automatisierung noch lange nicht ausgedient. Der Klassiker trägt die Nummer 790 und wird seit nunmehr 80 Jahren nahezu un­verändert in der Wuppertaler Hämmerfabrik und Gesenkschmiede Picard als Ganzstahlhammer aus einem Stück geschmiedet. Damit er geschmeidig in der Hand liegt, wird der Griff laut Hersteller in Handarbeit mit Lederplatten ummantelt, die für eine sympathische Haptik sorgen.

Latthammer für Dachdecker

Wer den ganzen Tag mit dem Picard 790 hantiert, weiß am Abend trotzdem, was er gemacht hat. Deshalb zählt beim Gewicht des Hammers jedes Gramm. Zur Fachmesse Dach+Holz in Stuttgart präsentierte Picard seinen Klassiker unter der Bezeichnung 790 ½ mit reduziertem Gewicht.

Statt 900 Gramm wiegt der etwas schmaler ausgeführte Latthammer nur noch 800 Gramm und erreicht damit die Gewichtsklasse der Rohrstiel-Latthämmer, ist aber weiterhin viel robuster.

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