Wenn es vorbei ist, geht die Arbeit erst richtig los: Messeauftritte müssen gut nachbereitet werden, denn die meisten Aufträge kommen erst hinterher. - Von Barbara Oberst
Markus Steininger hat Messeauftritte zur Chefsache erklärt. Für seine exklusiven Steinmetz-Arbeiten – Küchen, Bäder, Innenausbau sowie Ladenausstattungen – findet der 53-jährige Münchner auf Messen potenzielle Kunden. Das Gespräch mit ihnen führt der Steinmetzmeister selbst, und er nimmt sich Zeit dafür.
"Wenn wirklich mal mehrere Interessenten gleichzeitig kommen, gebe ich ihnen meine Visitenkarte und bitte sie, mich anzurufen. Es bringt gar nichts, zwischen mehreren Kunden hin- und herzuhüpfen", sagt Steininger. Rechnet er an Spitzentagen von vornherein mit vielen Anfragen, unterstützen ihn seine Kinder, die seit diesem Jahr im Familienbetrieb mitarbeiten.
Zu den Gesprächen macht sich Steininger Notizen. "Wir machen das formlos, notieren auf einem Block Adresse und Telefonnummer des Kunden und wofür er sich interessierte", erklärt der Chef von 22 Mitarbeitern. Diese Gesprächsnotizen sind das Kostbarste, was Aussteller von Messen mitnehmen.
93 Prozent aller Geschäfte werden erst nach der Messe abgeschlossen. Idealerweise erfasst der Aussteller die Informationen sofort in einer Kundendatenbank, meldet sich binnen sieben Tagen bei den Interessenten und bezieht sich dabei auf das Gespräch am Stand.
Doch nicht nur für den eigentlichen Kundenkontakt sind die Gesprächsnotizen wichtig. Auch kann der Aussteller sie zur eigenen Standortbestimmung nutzen: Welche Produkte, Verfahren oder Anwendungsbereiche sind für die Besucher am interessantesten, welche Themen dominieren? Diese Erkenntnisse, verbunden mit den Beobachtungen, was die Mitbewerber auf der Messe zu bieten hatten, zeigen, wo die Marktchancen liegen.
Die Frage, ob sich die Messeteilnahme für das Unternehmen gelohnt hat, ist schwierig zu beantworten. Für Markus Steininger ist eine genaue Kosten-Nutzen-Rechnung schon allein deswegen nicht möglich, weil viele Kunden sich auf der Messe nur informieren und erst Jahre später einen Auftrag erteilen.
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