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Dachsystem "monoSKY" Das reparaturfreundliche Dach

Die Firma Pazdera aus Oberfranken hat das Dachsystem "MonoSKY" entwickelt. Es ist transparent und zugleich begehbar. Wie es funktioniert, zeigt die Sonderschau "Innovation gewinnt" auf der Internationalen Handwerksmesse.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Internationale Handwerksmesse

Das Metall- und Fassadenbauunternehmen Pazdera aus Coburg ist eigentlich auf Fassaden, Fenster und Türen spezialisiert. Doch der wachsende oberfränkische Handwerksbetrieb versucht auch abseits des Kerngeschäfts neue Produkte für Architekten, Bauherren und Handwerksfirmen zu entwickeln.

So entstand vor ein paar Jahren die Idee, ein besonders reparaturfreundliches Dach für Gewerbehallen und Stadiondächer zu entwerfen. Das Dach sollte nicht nur robust, sondern zudem transparent sein, um den Einfall von Tageslicht in die Gewerbehalle oder das Fußballstadion zu ermöglichen.

Bewährte und neue Technik

Der Gedanke dahinter: Kann in der Werkhalle zum Großteil unter Tageslicht gearbeitet werden, wirkt sich das nicht nur positiv auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter aus, sondern spart dem Betrieb auch Stromkosten für künstliches Licht. Im Bereich des Stadionbaus bekommt der Rasen das natürliche Licht, um wachsen zu können. "Inzwischen ist aus der Idee ein marktreifes Produkt geworden, das bereits in diversen Projekten verbaut wurde", sagt Oliver Pazdera, Objektleiter des Unternehmens. ­Bereits 2011 wurde das Dachsystem als Gebrauchsmuster geschützt, seit 2015 verfügt Pazdera auch über ein Patent auf die Erfindung. Wie funktioniert es genau?

Pazdera setzt auf eine Kombination aus bewährten Dachbestandteilen und eigenen Innovationen, um die Produktionskosten möglichst niedrig zu halten. Die Hauptkomponenten des Dachsystems "monoSKY" bestehen aus Aluminium und Polycarbonat. Aufbauend auf einer statisch tragenden Konstruktion wurde ein gelochtes Aluminium-Stehfalzdach aufgebracht. In das Stehfalzdach ist eine transparente und wasserführende Deckschicht aus Polycarbonat eingesetzt. Mit einer neu entwickelten Montageschiene werden die einzelnen Bestandteile zu einer tragfähigen und wasserdichten Dachfläche verbunden.

Das transparente Dachsystem will damit eine Marktlücke schließen. Bisher verfügbare Bedeckungen für Leichtbaudächer waren nicht begehbar, wenn sie zugleich lichtdurchlässig sein sollten. Das ist für die langfristige Nutzung allerdings ein Nachteil, weil sie wegen der fragilen Bauweise nicht nur unbegehbar, sondern häufig auch anfällig für äußere Wettereinflüsse sind.

Bei Wartungs- und Reparaturdiensten werden Kräne und Arbeitsbühnen, Sicherungsnetze oder aufwändige Laufstegsysteme benötigt. Das ist umständlich, treibt die dauerhaften Kosten in die Höhe und führt zu Behinderungen im Betriebsalltag.

Das von Pazdera verwendete durchsichtige Polycarbonat soll das künftig vermeiden. Laut dem Hersteller ist die Konstruktion durch seinen mehrschichtigen Aufbau tragfähig und zugleich elastisch. Wartungen können direkt auf der Dachkonstruktion durchgeführt werden. Entsteht z.B. in Folge von Orkanböen oder Hagelschauern ein größerer Schaden, muss nicht das ganze Dach abgebaut werden. Durch den modularen Aufbau reicht es aus, die beschädigte Komponente zu tauschen.

Einen Nutzen im System sieht Pazdera für Architekten/Gebäudeplanern und Bauherren, zudem auch speziell für Dachdeckerfirmen. Da das System nicht komplett auf neue Komponenten setzt, könnten Handwerker bei der Installation auf ihr Fachwissen im Bereich von Stehfalzdächern zurückgreifen und ihr Produktangebot erweitern.

Innovation sucht Kunden

Allerdings steht Pazdera bei der Markeinführung noch am Anfang. "Das Dachsystem wird noch nicht in großer Stückzahl produziert", sagt Objektleiter Oliver Pazdeira.

Die Aussichten sind aber gut, dass sich das bald ändert. So erhielt Pazdera für sein Dachsystem im vergangenen Jahr den Design- und Erfinderpreis des oberfränkischen Handwerks. Bei der Internationalen Handwerksmesse (IHM), die vom 24. Februar bis 1. März in München stattfindet, wird das Dach bei der Sonderschau "Innovation Gewinnt" präsentiert.

  Das Dachsystem von Pazdera können sich IHM-Besucher in der Halle C2, Stand C2.484, erklären lassen.

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